Was alles war / Annette Mingels


Kurzbeschreibung
Das Susa adoptiert wurde hat sie nie gestört. Als Erwachsene lernt sie ihre leibliche Mutter zwar kennen, doch sie bleibt ihr fremd. Statt dessen löst dieses Treffen etwas anderes in ihr aus und sie fragt sich, was Familie eigentlich ausmacht.
Jetzt wo sie sich in Henryk verliebt hat, der zwei Töchter mit in die Beziehung bringt.

Meinung
Anette Mingels beschreibt hier eine sehr ruhige und detailreiche Familiengeschichte, die in der Ich-Perspektive von der Protagonistin Susa rückwirkend erzählt wird.
Diese nimmt uns mit auf ihre Suche nach Familiengefühl, Verbundenheit und Liebe.
Begleitet von Gewissensbissen ihren Adoptiveltern gegenüber.
Dabei stellen sich ihr viele Komplikationen in den Weg, die auch ihre Beziehung zu Henryk belasten und das größte Hindernis dabei scheint Susa selbst zu sein.
Die Handlung verläuft sehr ruhig, oftmals tauchen kleinere Wiederholungen auf und der Erzählstil bleibt recht neutral und distanziert.
Dies erschwerte mir das Zuhören, denn es fiel mir den ganzen Verlauf über schwer, mich auf diese Geschichte einzulassen.
Viele Reaktionen konnte ich einfach nicht nachvollziehen und vor allem die Protagonistin fand ich einfach unmöglich. Sie war mir viel zu launisch und sprunghaft.
Dies wiederum spricht aber für die Charakterzeichnung, denn auch wenn ich die Protagonistin nicht mochte, ließ sich mich nicht völlig kalt.
Die Autorin schafft hier sehr ungewöhnliche oder auch unmögliche Charaktere. Sie haben Ecken und Kanten, sind egoistisch und rücksichtslos und nur wenige Personen waren mir sympathisch.
Auch dies erschwerte mir die Geschichte, machte die Figuren aber andererseits etwas interessanter.

Die Sprecherin Ulrike C. Tscharre wertet den Roman deutlich auf und trug hauptsächlich dazu bei, dass ich an der Geschichte dranblieb!
Sie lässt sich sehr gut auf die Handlung ein und trägt sie in einem zügigen Sprachtempo vor.
Ihre dynamische Stimme passt wunderbar zur Protagonistin und es war sehr angenehm ihr zuzuhören.

Fazit
„Was alles war“ ist eine Geschichte, die es mir alles andere als leichtgemacht hat. Unsympathische Charaktere und diverse Längen ließen die Handlung so dahinplätschern.
Sie konnte mich weder berühren noch großartig fesseln, was ich zum größten Teil dem Erzähl- bzw. Schreibstil anlaste, der auf mich einfach eintönig wirkte. So blieb die Handlung für mich von Anfang bis Ende eher belanglos. Vielleicht lag es auch daran, dass es hier um eine ungekürzte Lesung handelt.
Hätte ich diese Geschichte als Buch gelesen, hätte ich mir wahrscheinlich nicht mehr die Mühe gemacht, ihr weiter zu folgen. Da ich aber hier das Hörbuchformat hatte und Ulrike C. Tscharre wunderbar vorliest, bin ich weiter drangeblieben. Am Ende stellte sich mir allerdings die Frage: warum eigentlich?

Weitere Informationen zum Hörbuch
Titel: Was alles war
Autor: Annette Mingels
Sprecherin: Ulrike C. Tscharre
Verlag: Der Hörverlag
ISBN: 978-3-8445-2538-0
Laufzeit: ungekürzte Lesung, 7h 37
Erschienen am: 06.03.2017

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