Wadenbeißer / Sonja Liebsch

elagehörtklein
Titel:
Wadenbeißer
Autor: Sonja Liebsch
Verlag: Radioropa Hörbuch
Sprecherin: Nadine Heidenreich
ISBN: 978-3836807647
Meine Gesamtwertung: 4/5 Sterne
Meine Meinung:
Um was geht es in dieser Geschichte?
Maxi staunt nicht schlecht als ihre Schwester Sybille aus Köln, mit ihrem Hund bei ihr in der schwäbischen Provinz, vor der Türe steht. Sybille wurde von ihrem Lebensgefährten verlassen. Ziemlich blöder Zeitpunkt, denn ausgerechnet jetzt startet Maxi beruflich durch. Als wäre nicht alles turbulent genug, bringt Maxi mit ihrer Kampfansage in einer Talkshow, sich und ihre Familie in ernste Schwierigkeiten.

Die Handlung
Die liebe Familie. Genau diese steht in Sonja Liebschs neuen Roman „Wadenbeißer“ im Mittelpunkt. Die Protagonistin Maxi liebt ihre Familie über alles. Vor allem aber den Familienfrieden. Dieser ist dank ihrer exentrischen Schwester Sybille erheblich gestört. Maxi möchte beruflich mehr erreichen, aus ihrer „Mutterrolle“ herauskommen und im Berufsleben ernst genommen werden. Da hat sie kaum Zeit für die Beziehungsprobleme ihrer Schwester.
Die Autorin spricht hier vor allem die Problematik vom Wiedereinstieg ins Berufsleben an. Wie schwierig es für Eltern sein kann, wenn das Kind krank ist, oder eben, wenn einer der Elternteile nach der Elternzeit wieder zurück in den Beruf möchte.
Auch die normalen alltäglichen Sorgen um die Kinder kommen nicht zu kurz.
Nun sollte man aber nicht denken, dass diese Geschichte nur etwas für Eltern sei, im Gegenteil. Durch Sybille, die ja kinderlos ist und ihr Leben so liebt, wie es ist, werden auch „Nicht-Eltern“ unterhalten.
Die Streitereien zwischen den Geschwistern sind oft sehr delikat und überspitzt aber stellenweise auch sehr nachvollziehbar. Manche Szenarien sind übertrieben und vorhersehbar, dennoch gefielen sie mir gut, weil sie eben in diese Geschichte reinpassen.

Die Figuren
Maxi ist vielleicht einigen bekannt aus dem Roman „Muttertier @Rabenmutter“. Ich hab mich sehr gefreut von ihr zu „hören“ und konnte feststellen, dass sie mir noch sympathischer geworden ist, weil sie eben weiterhin voll und ganz in ihrer Mutterrolle aufgeht, aber eben auch selbstbewusster geworden ist.
Sybille, Maxis Schwester, ist das genaue Gegenteil. Sie ist kinderlos, lebt ihr Leben ohne über das Morgen nachzudenken und hat bisher nichts Eigenes auf die Beine gestellt. Außer shoppen und das Leben feiern, kennt Sybille eigentlich nichts.
Es gibt noch viele andere Figuren, die mir unheimlich gut gefielen. Maxis Kinder fand ich sehr nett, den Talkshowmoderator ebenfalls. Ich denke ich kann zurecht behaupten, dass im Grunde genommen die Figuren nicht farblos dastehen, sondern eher ausreichend beschrieben sind.

Der Erzählstil:
Erzählt wird aus Maxis Sicht in der Gegenwart. Zwischendurch werden auch ihre Kolumnen vorgelesen, die sie für „Jobs for Mums“ schreibt und die die Unterhaltung zusätzlich auflockern.

Die Sprecherin
ist Nadine Heidenreich. Sie hat eine sehr angenehme Stimme und schafft es sämtliche Personen und Emotionen so verschieden zu betonen, dass es unheimlich leicht fällt, sie zu unterscheiden, selbst wenn man kurz abgelenkt war.

Fazit:
„Wadenbeißer“ ist ein guter und amüsanter Unterhaltungsroman, der obwohl er eigenständig ist, durch die Protagonistin „Maxi“ an „Muttertier @Rabenmutter“ anknüpft. Ich fühlte mich auch als kinderlose Hörerin sehr gut unterhalten, da Sybille den passenden Part für „Nicht-Eltern“ darstellt.
Zum Ende hin war ich sogar ein wenig traurig, denn wer weiß, wie lange wir nun wieder auf Maxi warten müssen.
© Michaela Gutowsky

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