Von Geschichten die ihre Spuren hinterlassen


Hallo zusammen!
Ihr kennt das sicherlich:
Manchmal trifft man ganz besondere Menschen mit ganz besonderen Geschichten und manchmal hinterlassen ebensolche Geschichten oder Menschen ihre Spuren.
Mal bewusst, mal unbewusst.
So ereignete sich gestern in Köln folgende Begegnung, die aus welchen Gründen auch immer, ihre Spuren bei mir hinterlassen hat.
Vielleicht liegt es am Alter, vielleicht an der Liebe zum Oldtimer, vielleicht auch an der herzlich kölschen Art. Wer weiß das schon.
Wir sind mit unserem Opel auf dem 50-70er Jahre Festival am Rheinauhafen.
Das Wetter ist klasse, die Atmosphäre grandios und Menschen, so herrlich unterschiedlich und absolut interessant, halten an unserem Kadett an, um zu fachsimpeln oder auch einfach nur ein wenig zu klönen.

So auch eine ältere Dame mit Rollator.
Sie ist völlig begeistert von unserem Auto, stellt Fragen und so ganz allmählich kristallisiert sich heraus, dass ihre Mutter einen Oldtimer besaß.
Ihre Mutter, die eine ganz besondere und sehr selbstbewusste Frau gewesen sein muss.
Eine Frau, die bis kurz vor ihrem Tod diesen Wagen besaß.

Erst geht der Hund, dann das Auto und dann ich“ sagte sie, bevor sie im Alter von 91 Jahren verstarb.
Eine Frau, die ihr Auto so liebte, so schätzte und pflegte, wie es nur ganz wenige Menschen tun.
Doch sie war nicht nur auf das gute Aussehen ihres Wagens bedacht, sondern auch stets auf ihr eigenes.
Sie war wunderschön, die Menschen drehten sich nach ihr um“ erinnert sich ihre Tochter.
Sie lacht, während sie einige Anekdoten über ihre Mutter erzählt und in Erinnerungen schwelgt.
Es wird immer gemütlicher.
Sie nimmt sich ihren Rollator und setzt sich zu uns. Ich biete ihr Sprudelwasser an aber sie lehnt ab, weil sie alles dabei hat.
Sie zeigt uns, wo sie ungefähr wohnt und erzählt uns, sie sei den ganzen Weg bis hier gelaufen.
Um den Sound der Motoren zu hören, sagt sie.

Hört doch mal, klingen diese Autos nicht fantastisch?
Das war noch Sound!
Wieder lacht sie und ihre Augen leuchten.
Nun drängt es sie aber zu erzählen, von den Marotten ihrer Mutter und packt eine lustige Geschichte nach der anderen aus.
Sie ist ganz gefangen in der guten alten Zeit.
Gebannt lauschen wir ihren Geschichten und nehmen nur noch ganz selten die anderen Besucher war, die sich um unser Auto tummeln.
So gerne hätten wir ihre Mutter kennengelernt.
Sie erzählt und erzählt und immer wieder erwähnt sie, dass sie unheimlich gerne wissen würde, was aus dem Auto ihrer Mutter geworden ist.
Vor etwa zehn Jahren wurde er an einen Bekannten ihrer Mutter verkauft.
Es dauert nicht lange und auch unsere Neugier ist geweckt.

Als ich ihr sage, dass ich es nun am liebsten auch wissen würde, lacht sie verschmitzt und meint, er muss ganz in eurer Nähe stehen, wenn ihr also mal Zeit und Lust habt, schaut doch mal.
Sie nennt uns Anhaltspunkte und schnell verrät sie uns noch den Nachnamen ihrer Mutter. Ich spüre, wie ernst es ihr ist.
In mir setzt sich eine Idee fest.
Leider geht der Tag langsam zu Ende, einige Freunde besuchen uns und sie möchte heim.
Wir verabschieden uns herzlich. Versprechen uns, uns nächstes Jahr am gleichen Ort wiederzutreffen.
Wenn ihre Gesundheit es noch zulässt.
Sie sei immerhin schon 74 Jahre.

Natürlich klappt das“ versichere ich Ihr „und dann erzähle ich Ihnen, was aus dem Auto geworden ist.
Sie winkt uns lachend zu und sagt mit leuchtenden Augen: „Das wäre toll!
Ich habe einen Plan.
Vielleicht finde ich dieses Auto und vielleicht finde ich auch diese Frau, bevor das Jahr rum ist.
Denn irgendwie hat sich mich tief berührt.
Und selbst wenn wir nichts herausfinden, dann bleibt es eine Geschichte.
Eine Geschichte, die nicht vergessen wird, weil sie bewegend und besonders ist und uns sehr berührt hat.
Eine Geschichte, die nicht verblassen soll.
Manchmal muss man auch etwas völlig verrücktes tun.
Leider haben wir vor lauter Geklöne vergessen die Namen auszutauschen aber ich hoffe, sie spätestens nächstes Jahr bei bester Gesundheit wiederzusehen und ihre Geschichten erneut lauschen zu können.
Fortsetzung folgt, sofern wir Erfolg haben. 😉
Bewegte Grüße
Ela

9 Kommentare zu “Von Geschichten die ihre Spuren hinterlassen

    • Hallo Sven,
      an Facebook und co habe ich auch dran gedacht. Da die Dame aber schon etwas älter ist, ich sie ja auch nicht wirklich kenne und ich auch noch nicht genau weiß welche Geschichte sich da wirklich hinter verbirgt, halte ich mich noch ein wenig bedeckt.
      Mal schauen was am Sonntag dabei rauskommt, falls wir es dorthin schaffen.
      Sollte ich aber tatsächlich nicht weiterkommen und eine Möglichkeit finden, sie vorher zu kontaktieren, würde ich mich natürlich auch bei dir melden.
      Ganz lieben Dank für Deine Hilfe 🙂
      LG Ela

  1. Oh, wie schön! Kann mir das so richtig gut vorstellen, wie die Dame euch erzählt hat und ihr an ihren Lippen gehangen habt… Das sind diese Momente, die das Leben lebenswert machen! Mensch, die berühren und ihre Spuren hinterlassen.

    Auch ich drücke euch allen die Daumen, für ganz viel Gesundheit für die alte Dame und dir, dass du sie nächstes Jahr ein Stück glücklicher machen kannst und dich damit natürlich auch! Und auch uns, wenn du uns wieder davon erzählen kannst!

    Fühl dich gedrückt und umarmt,
    herzlichst, das Monerl

    • Hallo Monerl,
      ganz lieben Dank.
      Ich würde es mir so sehr wünschen …
      und euch natürlich sofort dran teilhaben lassen. 🙂
      Liebe Grüße
      Ela

    • Hallo Mona,
      ich freue mich, dass sie dir gefällt.
      Danke, ich kann alle Daumen gebrauchen und werde natürlich berichten wenn wir Erfolg haben. 🙂
      Liebe Grüße
      Ela

  2. Das kann ich verstehen, dass Du da mehr als berührt bist! Wäre ich auch! Wie selten ist es, dass andere am Leben eines Menschen, an Geschichten, teilhaben! Eher will keiner was vom anderen wissen, wenn man sich so begegnet. Komisch eigentlich, wenn man bedenkt, was alles im WWW mit teilweise völlig fremden Menschen ausgetauscht wird, was da preisgegeben wird…

    Ich hoffe mit, dass Ihr sie nächstes Jahr wiederseht und auch, dass Ihr vielleicht was rausfindet, was aus dem Wagen wurde!

    Liebst
    Bine

    • Hallo Bine,
      es ist schwer zu erklären und wahrscheinlich denken einige, ich hätte sie nicht mehr alle *lach*
      Sie spukt mir auch heute noch den ganzen Tag im Kopf rum. Diese Geschichten ihrer Mutter, einfach herrlich.
      Und sie selbst auch. Sie hatte eine richtig warme, herzliche Art an sich.
      Mit ganz viel Glück erfahre ich vielleicht sogar schon etwas am Wochenende. Drück mir die Daumen, ja?
      Noch schöner wäre es, wenn ich sie bereits vorher wiedertreffen würde. 🙂
      Liebe Grüße
      Ela

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