Torstraße 1 / Sybil Volks


Titel: Torstraße 1
Autor: Sybil Volks
Sprecher: Ulrike Krumbiegel
Verlag: Jumbo
ISBN: 978-3833730276
Laufzeit: 05:46:35
Kurzbeschreibung
Die Neueröffnung des Soho-Hauses ist für Elsa ein ganz besonderer Moment.
Denn dieses ehemalige Kreditkaufhaus steckt für sie voller Erinnerungen.
1929, am Tag der Eröffnung kam Elsa in der Poststelle auf die Welt. In diesem Kaufhaus spielte sie und musste mit ansehen, wie die jüdischen Besitzer die Scherben des Schaufensters wegkehrten. Starrte nach dem Krieg auf das rußgeschwärzte Gebäude, auf dem ein großes Banner mit Stalin, Lenin, Marx und Engels prangte.
Auch an Bernhard denkt sie, der am selben Tag geboren wurde wie sie. An die Flucht der ehemaligen jüdischen Kaufhaus Besitzer, deren unehelich gezeugte Enkelin sie ist.
Während sie an all das während der Neueröffnung denkt, weiß sie, dass sie Bernard nur an einem bestimmten Ort finden wird.

Eindruck
Dieser Generations- oder auch Gesellschaftsroman beginnt in den Zwanzigern und endet im Jahre 2009.
Teils biografisch, teils fiktiv, erzählt er die Geschichte zweier Familien, deren Anfang mit Vicky an einem besonderen Tag in einem Kreditkaufhaus in Berlin, ihren Lauf nimmt. Im weiteren Verlauf konzentriert sich die Handlung mehr und mehr auf Elsa und Bernard, die beide am gleichen Tag geboren wurden und deren Schicksal aufgrund der politischen Situation doch so verschiedene Wege geht.
Sie erleben den Zweiten Weltkrieg, die Nachkriegszeit, gründen Familien und gehen verschiedene berufliche Wege.
Mit sehr viel Feingefühl gelingt es der Autorin, dem Zuhörer den Schauplatz und die Atmosphäre, die teils recht bedrückend ist, bildhaft zu beschreiben. Dabei greift sie auf zeitliche Ereignisse zurück, die den Handlungsverlauf mit beeinflussen.
Es gibt verschiedene Erzählstränge und Perspektiven, die es mir anfangs erschwerten der Geschichte zu folgen. Im Laufe der Zeit gewinnt die Handlung jedoch an Tiefe und die Erzählung wird fesselnder und die Atmosphäre dichter.
Zum Teil tragisch, zum Teil spannend, zumindest aber immer interessant und mit vielen Details beschrieben, wird der Zuhörer zum Beobachter mit Blick auf ein Gebäude, dessen Geschichte über all die Jahre hinweg, verschiedene Menschen verbindet.
Langatmige Passagen sind allerding vorhanden und man muss wirklich ganz genau zuhören und sich auf die Handlung konzentrieren, um der Geschichte bis zum Schluss folgen zu können.

Figuren
Viele unterschiedliche Charaktere spielen in dieser Geschichte mit, in der für mich in erster Linie folgende Personen hervorstachen:
Elsa, Elsie, Wilhelm, Vicky und Harry.
Dies waren für mich die Personen, die den meisten Raum in dieser Handlung einnahmen.
Vielleicht lag es an der Anzahl der Figuren aber zu keinem dieser Personen konnte ich eine Nähe aufbauen.
Obwohl es sich vor allem bei Vicky und Elsa um starke Persönlichkeiten handelt, erschienen sie mir trotz der vielen Details und dem recht tiefen Hintergrund der Geschichte, zu blass.
Einzig und allein Elsie konnte mich in ihrer Rolle überzeugen und wirkte am authentischsten auf mich.
Ihre warmherzige und gütige Art belebte die Geschichte sehr und brachte eine gute Mischung aus Ernsthaftigkeit und Unterhaltung rein.

Sprecherin
Die Schauspielerin Ulrike Krumbiegel trägt die Geschichte mit einer angenehmen aber sehr kräftigen Stimme vor.
Einfühlsam vermittelt sie die verschiedenen Emotionen, erzählt fesselnd und hat keinerlei Probleme in den Dialekt zu wechseln.

Fazit
„Torstraße 1“ ist eine interessante und teils komplexe Familiensaga, die den Zuhörer auf eine Zeitreise von über 80 Jahren mitnimmt und bei der es mir etwas schwerfällt, einer genauen Beschreibung gerecht zu werden.
Es ist eine intensive Geschichte, vermischt mit Fiktion und zeitlichen Fakten, deren langer Handlungszeitraum viele verschiedene Ereignisse in sich trägt.Sie lässt ein Gebäude, das mitten in Berlin steht und viel zu erzählen hat, lebendig werden.

2 Kommentare zu “Torstraße 1 / Sybil Volks

  1. An deiner Besprechung merke ich deutlich, dass ich das nie als Hörbuch genießen könnte. Wahrscheinlich würde ich die Personen alle verwechseln, erst recht, wenn es viele sind und einige blass bleiben.
    LG, Ingrid

    • Hallo Ingrid,
      dass verstehe ich gut. Dies ist auch einer der Gründe warum ich Hörbücher grundsätzlich nur dann höre wenn ich nicht gestört werde.
      Also im Haushalt und Garten zb. oder eben auch bei den Spaziergängen mit dem Hund.
      Beim autofahren zum Beispiel, kann ich keine Hörbücher hören. Da fehlt mir völlig die Konzentration zum zuhören weil ich eben auf die Straße achte. 🙂
      Es gibt Geschichten, da ziehe ich die Hörbuchversion vor. So wie bei diesem hier. Andere wiederum lese ich dann lieber.
      Liebe Grüße
      Ela

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