Tanglewreck. Das Haus am Ende der Zeit / Jeanette Winterson

Kurzbeschreibung
Die Zeit wird störrisch. Es gibt Zeittornados, die über der Stadt wüten. Alles deutet darauf hin, dass es mit der Zeit bald zu Ende geht.
Doch ein kleines Mädchen tritt gegen die dunklen Mächte an um sie daran zu hindern, die totale Kontrolle über die Zeit zu gewinnen.

Meinung
Zeittornados, Zeittransfusionen und eine magische Uhr sind der Hauptbestandteil dieser fantastischen Geschichte, die in England spielt und in der ein kleines Mädchen zur Heldin wird.
Denn sie soll wissen, wo sich der Zeitwärter befindet und nur sie kann verhindern, dass böse Mächte, die Kontrolle über die Zeit gewinnen.
So nimmt sie also den Leser mit, auf eine fantastische Reise durch Raum und Zeit und erlebt gemeinsam mit ihm ein großes Abenteuer.
Eine bösartige Tante, dunkle kriminelle Gestalten und vor allem Abel Darkwater legen ihr auf dieser Reise mächtige Steine in den Weg.
Doch, auch wenn ihre Eltern verschwunden sind, ist sie nicht allein auf ihrer Mission.
Da gibt es noch die „Unterweltler“ die ihr helfen wollen und große Erwartungen an sie haben.
Sie muss also über sich hinauswachsen, schreckliche Abenteuer erleben und sich ihren größten Ängsten stellen, um dieses Abenteuer zu meistern.
Die Geschichte steckt voller Fantasie und Magie, bietet oftmals spannende Momente hat aber auch leichte Längen.
Die Handlung ist auf der einen Seite sehr verspielt und so man könnte irrtümlicherweise meinen, sie sei für die jüngeren Leser gedacht. Dem ist allerdings nicht so!
Denn sie bietet auch anspruchsvolle, düstere und teilweise recht grausame Szenen.
Die Zeitreisen, Zeitsprünge und Zeittornados werden in ihren Auswirkungen wissenschaftlich erklärt und ich gebe zu, dass es mir oftmals schwerfiel, diesen Erklärungen zu folgen.
Trotzdem gefiel mir vor allem die Idee mit den Zeittornados gut und es war spannend zu lesen, welche Auswirkungen diese haben.

Besonders gut gefiel mir die Beschreibung der Protagonistin. Silver ist mit ihren 11 Jahren auf sich alleine gestellt, denn seit ihre Eltern verschwunden sind, lebt ihre fiese Tante bei ihr, die egoistisch ist und ihr das Leben zu Hölle macht.
Doch Silver ist unheimlich liebenswert und aufgeweckt und wertete durch ihre clevere Art die Geschichte zusätzlich auf.
Allerdings irritierte es mich ein wenig das Silver schon sehr ernst für ihre 11 Jahre wirkt und auch von Liebe gesprochen wird. Hier jedoch vermute ich einen Übersetzungsfehler.
Doch auch die anderen Figuren und Wesen fand ich sehr schön beschrieben. Kaninchen, die wachsamer sind als jeder Wachhund, kriminelle Gestalten, ein Roboterhund all das zeigt schon,

dass Jeanette Winterson einen sehr bildhaften und fantasievollen Schreibstil besitzt.
Poetisch, melodisch klinge Sätze und verspielte Reime finden sich in der Handlung wieder.
Es fiel mir sehr leicht, mir all das inklusive der Schauplatzumgebung, vorzustellen und mich von der Geschichte tragen zu lassen.
Einzig die wissenschaftlichen Erklärungen fand ich ab und an etwas mühsam, wobei man diese auch „überfliegen“ kann.

Zusammengefasst würde ich diese Geschichte als ein fantasievolles und magisches Abenteuer beschreiben, das ältere Teenager sowie Erwachsene gleichermaßen begeistern kann.
Auf der einen Seite wirkt die Geschichte etwas kindlich verspielt auf der anderen Seite wiederum fast schon anspruchsvoll und so schaffte es „Tanglewreck“ mich trotz kleiner Stolpersteine dank seiner originellen Handlungsidee in seinen Bann zu ziehen.

Weitere Informationen zu diesem Buch
Titel: Tanglewreck – Das Haus am Ende der Zeit
Autor: Jeanette Winterson
Verlag: Berlin Verlag
ISBN: 978-3827051745
Seitenzahl: 336
Erschienen am: 01.09.2006

4 Kommentare zu “Tanglewreck. Das Haus am Ende der Zeit / Jeanette Winterson

  1. Hallo Ela,
    Das Spiel mit der Zeit ist oft ein interessanter Buchstoff.
    Bei deiner Besprechung habe ich das angefühlt man sollte das Buch eher im Original lesen. Ich wollte auch mal wieder öfter ein englisches Buch lesen…
    Dir wünsche ich auch ein schönes Wochenende
    Silvia

    • Hallo Silvia,
      ich glaube bei Amazon wurde bereits in einer Rezension angemerkt, dass das Buch einige Übersetzungsfehler hätte. Sicher war ich mir aber nicht. Es wäre also vielleicht gar nicht verkehrt, das Buch in englisch zu lesen. 🙂
      Liebe Grüße
      Ela

  2. Huhu!

    Von der Autorin habe ich for Ewigkeiten „Orangen sind nicht die einzige Frucht“ gelesen und war davon sehr begeistert. Aber dieses Buch hier klingt ja nach einem völlig anderen Genre! 🙂

    Ein kleines Mädchen, dunkle Mächte, Zeit? Da denke ich direkt an „Momo“ von Michael Ende! Da reizt es mich ja fast schon, es alleine deswegen zu lesen, um zu schauen, wie sich die Geschichten voneinander unterscheiden

    LG,
    Mikka

    • Hi Mikka!
      Also mit „Momo“ kann ich es absolut nicht vergleichen!
      Am besten schaust du dir noch andere Rezensionen auf Amazon an 🙂
      Das andere Buch kenne ich gar nicht, werde später aber mal nach schauen.
      Liebe Grüße
      Ela

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