Stirb / Hanna Winter

Kurzbeschreibung
Lara hat gerade ihr eigenes Cafe eröffnet, als sie brutal überfallen wird. Sie schafft es zwar zu entkommen aber der Täter kennt sie von früher. Und er kannte ihre Mutter.
Sie flieht mit ihrem Kind nach Rügen und glaubt dort sicher zu sein. Doch der Täter ist ihr erneut gefolgt.

Eindruck
Gleich zu Beginn erlebt der Zuhörer den ersten Spannungsaufbau in dieser Handlung, da er mit der Erzählperspektive des Täters konfrontiert wird.
Seine Fantasien, die er nur zu gern an der Protagonistin Lara ausleben möchte, sind abscheulich und brutal. Er ist voller Hass und kennt nur ein Ziel, Lara zu töten.
Die wiederum erhält natürlich ebenfalls einen eigenen Erzählstrang, bei dem der Leser hautnah miterlebt wie sie in Berlin überfallen wird und im Anschluss daran versucht, auf Rügen ihr Leben neu aufzubauen.
Ihre Frustration und Angst, ihre Verzweiflung und ihre Wut sind sehr deutlich beschrieben und nachvollziehbar.

Der Thriller weist aufgrund der Länge der Geschichte einige langgezogene Passagen auf, in denen nicht viel passiert, dennoch schafft die Autorin es, den Spannungsbogen immer wieder neu aufleben zu lassen.
Sie geizt nicht mit abscheulichen Fantasien, die sie sehr detailliert und blutig beschreibt und so manches Mal lief mir ein wahrer Schauer über den Rücken.
Trotz der diversen Längen, die auch durch viele falsche Fährten entstanden, blieb die Geschichte für mich fesselnd genug, auch wenn die Auflösung etwas vorhersehbar war.

Sehr beeindruckend fand ich die Beschreibung der Figuren, ganz besonders die Darstellung des Täters. Seine eindringlich beschriebenen kranken Gedanken sorgten für eine sehr beklemmende Atmosphäre.
Lara war mir nicht unbedingt sympathisch und oftmals stellte ich ihre Handlungen in Frage aber sie blieb dennoch als Protagonistin akzeptabel.
Doch auch die Nebenfiguren sind so geheimnisvoll skizziert, dass man mitunter nicht mehr weiß, wem Lara wirklich noch vertrauen kann.
Etwas Kritik habe ich allerdings was die Ermittler betrifft. Zwar war mir die Polizistin z. B. sehr sympathisch, jedoch machte die Polizeiarbeit und die daraus resultierende Konsequenzen auf mich nicht immer einen authentischen Eindruck.

Vera Teltz überzeugte mich mal wieder mit ihrem Talent als Sprecherin.
Sie konnte wirklich jede einzelne Situation und jeden Dialog glaubhaft übertragen.
Kinder stellte sie mit einem leicht amüsierten und lebhaften Unterton dar, bei dem ich das Gefühl bekam, ihre Belustigung förmlich herauszuhören.
Der hasserfüllte Täter wurde durch ihre Stimme noch bedrohlicher und die Protagonistin noch verzweifelter.
Es war eine absolute Freude Vera Teltz zuzuhören und ich bin wieder einmal begeistert von ihrer facettenreichen Betonung.

Fazit
„Stirb“ ist zwar kein Thriller, der den Leser oder Zuhörer atemlos zurücklässt und er mag sicherlich auch seine Schwächen haben, dennoch konnte er genügend Spannung aufbauen, um dem Genre gerecht zu werden.
Geht man also nicht zu anspruchsvoll an die Geschichte heran, kann man vor allem bei dem Hörbuchformat, dank Vera Teltz, mit einer beklemmenden und fesselnden Handlung überrascht werden.

Weitere Informationen zum Hörbuch
Titel: Stirb
Autor: Hanna Winter
Sprecherin: Vera Teltz
Verlag: Hörbuch Hamburg
ISBN: 978-3-8449-0525-0
Spieldauer: ungekürzte Lesung, 07 Std. und 28 Min.
Erschienen am: 01.03.2012

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