Spur 24 / Wolfgang Kaes

buchbesprechungkl
Titel:
Spur 24
Autor: Wolfgang Kaes
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3499247491
Meine Gesamtwertung: 5/5 Sterne
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
Nach 31 Jahren kehrt die Journalistin Ellen Rauch nach Lärchtal zurück, um als Lokalreporterin beim Eifelkurier anzufangen.
Statt Politskandale nun das örtliche Schützenfest. Als eine seit Langem verschollene Frau für tot erklärt werden soll, stutzt Ellen. Wie kann in diesem kleinen Ort eine Frau spurlos verschwinden? Ellen recherchiert genauer und deckt eine Geschichte auf, die in der Eifel niemand vermutet hätte.

Eindruck
Kriminalromane, die in der Eifel spielen, gibt es mittlerweile ja zahlreich. „Spur 24“ jedoch basiert größtenteils auf einem realen Fall, der nacherzählt, aber auch mit fiktiven Orten, Ereignissen und Figuren vermischt wurde.
Der Handlungsaufbau ist gut strukturiert, mehrere Nebenstränge werden miteinander verwoben und es kristallisiert sich Stück für Stück ein solider Kriminalroman heraus.
Zunächst lernt der Leser natürlich die Protagonistin kennen und schnell wird klar, dass sie seelisch ganz schön angeschlagen ist.
Gier, Dorftratsch und Vetternwirtschaft werden überzeugend übertragen.
Anfangs mag der Krimi etwas ruhig erscheinen aber als sie mit ihrer Recherche beginnt, baut sich auch eine spannende und teils schon mal unheimliche Atmosphäre mit den Bewohnern Lärchtals auf.
Immer wieder konnte der Spannungsbogen aufgebaut und gehalten werden.
Unterstützt wird die Handlung mit Fakten zu Gesetzen, Zeitungsartikel von Ellen Rausch die kursiv abgebildet sind und einem Nachwort des Autors.

Figuren
Alle Figuren werden ausreichend und detailliert beschrieben und besitzen größtenteils auch Tiefe.
Ellen Rausch hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Ihre Charakterzüge wirkten glaubhaft und ihre Handlungen bis auf ein –zwei Situationen, nachvollziehbar.
Auch die Familie der vermissten Frau fand ich sehr feinfühlig dargestellt. Ihre Verzweiflung, Wut und Trauer beschäftigte mich noch im Nachhinein.
Doch auch die anderen Bewohner werden glaubhaft dargestellt, die einen erscheinen leicht durchschaubar, andere Bewohner dagegen bedrohlich und unheimlich.

Schreibstil
Der Schreibstil von Wolfgang Kaes ist ziemlich direkt mit vielen Dialogen und kurzen Sätzen und ermöglicht dem Leser einen leichten Lesefluss.
Die „Eifler Mundart“ ist hin und wieder zu finden, dafür verzichtet der Autor aber auf
Ausschweifungen oder sogenannte „Mammutsätze“.

Fazit
„Spur 24“ ist ein ungewöhnlicher und interessanter Kriminalroman, der mich nicht nur dadurch überzeugen konnte, dass es größtenteils um eine wahre Begebenheit handelt, sondern mir auch in seinem Aufbau gefiel. Er ist zwar nicht von der ersten Seite an spannend ist, bietet dafür aber genug Tiefe in der Handlungsstruktur.
Wie setzt man einen solchen Fall, der tatsächlich passiert ist und von dem man als Autor emotional und journalistisch betroffen ist, um?
Dem Autor ist dieses, meiner Meinung nach großartig gelungen, denn hier passte einfach alles zusammen. Story, Atmosphäre und Figuren.
Meine Gesamtwertung: 5/5 Sterne
© Michaela Gutowsky

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