Seit Du tot bist / Sophie McKenzie


Kurzbeschreibung
„Ihr Kind lebt!
Alle anwesenden Personen wurden bezahlt, damit man Ihnen ihr Baby wegnehmen kann.“
Gen kann die Geschichte kaum fassen, die ihr die fremde Frau erzählt, denn acht Jahre zuvor brachte sie ihr Kind tot zur Welt.
Was sie zunächst für einen geschmacklosen Scherz hält, weckt kurze Zeit später in ihr neue Hoffnung.
Kann es wirklich wahr sein? Und wer steckt hinter dieser furchtbaren Tat?

Meinung
Es handelt sich hier um einen durchschnittlichen Psychothriller, der aus zwei Perspektiven erzählt wird.
Zum einen haben wir Geniver, die auch Jahre später noch sehr unter dem Verlust ihres Babys leidet und dann ist da noch ein zweiter Erzählstrang, der zunächst unbekannt bleibt.
Die Autorin lässt den Zuhörer zunächst einmal in Dunkeln tappen und bietet ihm verschiedene undurchsichtige Charaktere, die sich gut für erste Verdächtigungen eignen.
Dabei legt sie unterschiedliche Fährten, die in die Irre leiten sollen und bei denen man immer wieder aufs Neue rätselt, in welche Richtung die Auflösung tatsächlich gehen mag.
Letztendlich gilt es zu ermitteln, was an jenem Tag geschah und wer dies eingefädelt haben könnte, um Gen auf so brutale Art zu schaden.
Und so stellt sich zwangsweise immer wieder die Frage, ob es sich um die Wahrheit oder eine geschmacklose Lüge handelt, genährt von der Hoffnung, dass das Kind tatsächlich noch lebt.
Dabei hält sich der Spannungsbogen gerade mal im mittleren Bereich und bietet nur selten richtig spannende Momente.
Obwohl die Handlung größtenteils vorhersehbar ist, enthält sie im letzten Drittel doch noch Überraschendes und so bleibt das Ende dann etwas offen.

Bei den Charakteren bin ich ehrlich gesagt hin- und hergerissen.
Während ich die Protagonistin relativ authentisch beschrieben fand, waren es die Nebenfiguren, die teilweise etwas überzogen und unglaubwürdig wirkten.
Ob es sich nun um die Schwester oder den ehemals besten Freund des Ehemannes handelt, sie erschienen mir einfach zu klischeehaft.
Geniver konnte mich als Hauptfigur dagegen mit ihrem Schmerz und ihrer Hoffnung mehr überzeugen und ihre Verzweiflung schien echt und nachvollziehbar.
Doch auch bei Ihr gab es stellenweise Reaktionen, die ich etwas übertrieben fand.
Sehr interessant fand ich dagegen den zweiten Erzählstrang.
Selbst wenn man ahnt, um wen es sich hierbei handelt, bleibt er zunächst geheimnisvoll und bietet Raum für neue Theorien und Verdachtsmomente.

Auch bei dieser Geschichte bin ich wieder einmal froh, mich für das Hörbuchformat entschieden zu haben.
Mit Britta Steffenhagen als Sprecherin wird die Handlung vermutlich etwas spannender.
Die Sprecherin hat sich meiner Meinung nach wirklich gekonnt in die Hauptfigur versetzt und sie sehr einfühlsam dargestellt.
Emotionale und spannende Situationen wurden sehr gut beschrieben und so machte es eine Freude, sich von Britta Steffenhagen die Geschichte vorlesen zu lassen.

Fazit
„Seit du tot bist“ ist meiner Meinung nach ein durchschnittlicher Psychothriller, der den Spannungsbogen eher im mittleren Bereich hält.
Auch wenn die Geschichte nicht vor Spannung trotzte, blieb sie interessant und konnte stellenweise auch fesselnde Augenblicke bieten.
Wer also Lust auf einen ziemlich unblutigen und leichten Psychothriller hat, der könnte hier seine wahre Freude dran haben.

Weitere Informationen zu diesem Hörbuch
Titel: Seit du tot bist
Autor: Sophie McKenzie
Sprecherin: Britta Steffenhagen
Verlag: Random House Audio
ISBN: 978-3-8371-2220-6
Laufzeit: gekürzte Lesung, ca. 439 Minuten
Erschienen am: 13.05.2013

 

3 Kommentare zu “Seit Du tot bist / Sophie McKenzie

  1. Durchschnittlich trifft es und ich glaube als Buch hätte es dir weniger zugesagt. Die ersten 200 Seiten waren mir zu langgezogen und das Ende zu viel des Guten … Das ist eben der Vorteil an Hörbüchern finde ich, die Sprecher*innen – wenn sie gut sind – können eine Geschichte wirklich aufwerten. Als Print hätte ich „Der Ursprung des Bösen“ bestimmt abgebrochen.

    Klischeehaft trifft es ebenfalls und ja, bei Gen konnte man mitfühlen. Die Idee gefiel mir sehr gut, aber die Umsetzung konnte nur mittelmäßig überzeugen.

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