Schöner Lack und große Löcher

Meine Eltern wünschen sich ein kleineres Auto, denn der 5er BMW wird ihnen langsam zu groß.
Eine Limousine mit Kofferraum soll es sein, wenn möglich ein BMW. Ein klassisches Auto ohne Heckklappe mit  4 Türen. Trotzdem kompakt mit Schiebedach und ohne unnötigen, elektrischen Schnickschnack. Wenn es geht, über 100 PS, Servolenkung, Anhängerkupplung, freundliche, gemütliche Innenausstattung und der wichtigste Punkt: NICHT Schwarz!
Da kommt ja eigentlich nur ein Auto in Frage, gell.
Tja und wie das Leben so spielt, steht auch schon der passende Kandidat in der Garage.

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BMW E30 318i, Lachssilber Metallic, hellgraue Innenausstattung, Schiebedach, Zentralverriegelung, Euro 2 nachgerüstet, im gepflegtem, nahezu beulen- und kratzerfreiem Blechkleid. Technisch wirklich gut, gibt es aber dennoch einiges dran zu tun. Denn trotz dass er obenherum sehr gut aussieht, hat es ihn unten doch an ein paar Stellen böse erwischt.
Radkasten vorne rechts, Radkasten hinten rechts, Heckblech unten rechts und das Schweller Ende hinten links schreien nach Zuwendung.

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Insgesamt  zwar viel blöde Arbeit, aber allemal besser als Radläufe, Türen oder Kotflügel. Denn bei diesen Teilen müsste ich anschließend großflächig lackieren und genau das bleibt mir bei den Arbeiten am Unterboden erspart.
Während die Arbeiten im vorderen Radhaus und am Schweller eher simpler Natur sind, sieht das beim hinteren Radkasten und dem Heckblech leider gaaanz anders aus. Denn für die, bei allen E30´s rostende Stelle am Heckblech, gibt es leider kein Reparaturstück sondern nur für viel Geld ein ganzes Heckteil. Das ist für die kleine Stelle dann doch eindeutig zu viel des Guten.

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Und das hintere Radhaus. Naja, hier muss ich im Bereich der Tankentlüftung schweißen. Ein bei eingebautem Tank und den dort entweichenden Gasen ein wohl eher suboptimales Vorhaben. Wenn ich also den BMW mitsamt der Garage nicht in die Erdumlaufbahn katapultieren will, dann muss vor den Schweißarbeiten der Tank raus. Und damit das einfacher geht, macht es Sinn zuerst die Hinterachse auszubauen…

Da waren sie also wieder, meine drei Probleme:
Warum kann ich nicht einfach mal was hin pfuschen und es gut sein lassen?
Wie kriege ich den festgegammelten Mist jetzt ab?
Und warum ist die blöde Kiste Bier schon wieder leer?

Jetzt wo nun alles demontiert ist, offenbart sich auch das ganze Grauen.

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Doch nachdem alles rostige weg geschnitten ist, sieht es doch gar nicht mehr so schlimm aus, find ich.

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Die Löcher sind schnell wieder verschlossen. Einzig der Ausgang für das Tankentlüftungsrohr ist etwas komplizierter.
Hier habe ich zunächst ein Übergangsstück gefertigt, das ich innen auf das abgeflexte Rohr schieben und außen dann fest schweißen kann.

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Dann das passende Deckblech angefertigt und beides zusammen geschweißt.

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Zum Schluss das Ganze eingeschweißt und mit Fertan behandelt.

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Dann grundiert, lackiert, eingedichtet, wieder lackiert und zusammen gebaut.

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Anschließend kam noch eine Schicht Steinschlagschutz drauf und die Räder wieder dran.

Von den restlichen  Arbeiten gibt es keine Bilder, da ich einfach nur fertig werden wollte. Zwischenzeitlich hatte ich auch noch einen Satz Aluräder aufgetrieben, die Felgenbetten poliert und den Stern in silber lackiert. Nachdem auch die Stoßstangen und Spiegel in Wagenfarbe lackiert waren, konnte alles wieder dran und der BMW die Garage aus eigener Kraft verlassen.

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Jetzt wird noch die fehlende Servolenkung nachgerüstet, alles sauber gemacht und hier und da noch ein paar Kleinigkeiten, dann ist er fertig. :o)

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