Scharfschuss / Michael Connelly

Kurzbeschreibung
In seinem 19. Fall ermittelt Harry Bosch mit seiner Partnerin Lucia Soto in einem lang zurückliegenden Mordfall, der nie geklärt wurde.
Zehn Jahre zuvor wurde der Musiker Orlando Mercer bei seinem Auftritt von einer angeblich verirrten Kugel, schwer verletzt, die ihn später das Leben kostet. Doch Harry glaubt diese Version nicht. Wem galt die Kugel wirklich und wer war der Schütze?
Die Spurensuche beginnt.

Eindruck
Es handelt sich hier um den 19. Fall der Harry Bosch – Reihe, dadurch können evtl. wichtige Details aus den vorherigen Bänden verraten werden.
Ich selbst bin ohne weitere Vorkenntnisse in die Reihe eingestiegen, da es sich um einen in sich abgeschlossenen Fall handelt.
„Scharfschuss“ wird als Thriller bezeichnet, jedoch würde ich persönlich von dieser Bezeichnung deutlich Abstand nehmen.
Meiner Meinung nach handelt es sich hier eher um eine Krimireihe, denn der Fokus richtet sich hauptsächlich auf die Ermittlung der ungelösten Fälle und das Ermittlerteam.
Ein Spannungsbogen war kaum spürbar und trotz der gekürzten Lesung bin ich der Meinung, dass hier zu viele unnötige Längen vorhanden waren.
Es gibt zwar auch teils überraschende Wendungen und falsche Fährten aber der Fall hatte eher etwas vom Dahinplätschern und oft musste ich Tracks wiederholen, da mir die Konzentration irgendwann abhandenkam.
Im Grunde genommen lebt die Handlung von Intrigen, den Charakteren der Polizei und politischen Machenschaften.
Gut, das kommt in vielen Handlungen vor, aber hier fesselte mich einfach nichts. Der Fall an sich, samt seiner Nebenhandlung, ging völlig an mir vorbei und konnte einfach nicht mein Interesse wecken. Der Handlungsverlauf spornte nicht zum miträtseln an und jegliche Spannung fehlte.
Auch die Charaktere oder die Geschichte an sich konnten mich nicht überzeugen.
Es gab mir zu viele Zufälle und zu viele Fragezeichen, die mir am Ende blieben.
Der einzige Punkt, der mich wirklich überzeugen konnte, war der Sprecher.

Charaktere
Wie erwähnt, konnten diese mich so gut wie gar nicht überzeugen.
Ich will nicht behaupten, dass sie farblos wirkten, aber sie waren mir weder sympathisch noch unsympathisch. Sie blieben einfach uninteressant.
Beide arbeiten frisch zusammen, sprich auch sie müssen sich erst kennenlernen aber so ganz nahm ich das nicht ab. Diese Distanz zueinander übertrug sich auch auf mich, weil mir die Tiefe in den Charakteren fehlte.
Erst im letzten Drittel, schaffte es zumindest Lucia, mein Interesse zu wecken, sodass ich mich mehr mit ihr auseinandersetzte.

Sprecher
Ein dickes Lob an Herbert Schäfer, der so gelungen vorliest, dass ich drangeblieben bin, statt abzubrechen. Seine angenehme Stimme und seine intensive Art zu erzählen, wertete die Geschichte deutlich auf.

Fazit
„Scharfschuss“ wurde leider für mich persönlich zum „Fehlschuss“. Weder der Fall noch die Charaktere konnten mich überzeugen, statt dessen empfand ich die Handlung, trotz der gekürzten Stellen als langatmig. Im Buchformat hätte ich die Geschichte längst abgebrochen, bei Hörbüchern sind es jedoch meist die Sprecher, die Mut machen, dran zu bleiben. Hier machte Herbert Schäfer einen wirklich guten Job, denn bis zum Schluss wollte ich dem Hörbuch eine Chance geben. Doch manchmal soll es einfach nicht sein.
Für Fans dieser Reihe ist es bestimmt eine gute Fortsetzung, für mich als „Quereinsteiger“ jedoch leider das Falsche.

Weitere Informationen zu diesem Hörbuch:
Titel: Scharfschuss
Autor: Michael Connelly
Sprecher: Herbert Schäfer
Verlag: Audio Media
ISBN: 978-3-95639-138-5
Laufzeit: gekürzte Lesung, 433 Min.
Erschienen am: 01.12.2016

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