Schachtleiste reparieren

Heute mache ich mal einen kleinen Workshop zum Thema Schachtleisten reparieren.

Beim T2 ist die untere, äußere Schachtleistendichtung fest mit dem umlaufenden Chromrahmen vernietet und wird dann mit Federklammern an der Tür befestigt. Damit die Dichtung auch gerade bleibt und nicht beim Runterkurbeln der Scheibe, mit ihr zusammen, in der Tür verschwindet, ist auf die Dichtung ein Blechstreifen aufgelegt und alles zusammen vernietet.

Leider sind zwar, in der Regel, der Rahmen und auch die Dichtung noch sehr gut, doch der Blechstreifen, hergestellt aus einfachem Eisen, hat sich meistens nach über 30 Jahren, im wahrsten Sinne des Wortes, in die Tür verkrümelt.

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Natürlich gibt es hierfür auch neue Repros, die recht gut passen, aber das ist ja bekanntermaßen nichts für mich, also repariere ich die alten, originalen Stücke.

Hier sieht man gut, dass sich der Rahmen beim Ausbau etwas verzogen hat. Da das Material aber sehr dünn ist, muss man zwar alles recht behutsam machen, aber dafür lässt er sich auch sehr leicht wieder in die richtige Form bringen.

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Zuerst also den Rahmen wieder rum gedreht und die alten Niete auf der Innenseite vorsichtig ausgebohrt.

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Dann habe ich mit einem Flacheisen und einem dicken Nagel, den ich vorher leicht gebogen hatte, den Chromrahmen wieder gerichtet.

Nun hatte ich aber ein Problem.

Originial sind flache 3mm Rohrniete verarbeitet und ich habe keine Ahnung wo ich die in so einer geringen Stückzahl herbekommen soll.

Es muß auch zwingend auf beiden Seiten ein ganz flaches Niet sein, denn wenn es außen zu dick ist, packen die Klammern nicht (die Leiste steht zu weit ab) und wenn es innen zu dick ist, schleift die Scheibe.

Ich habe zu diesem Zweck einfach einen längeren 4mm Blindniet auf die passende Länge gekürzt und den Zugstift heraus gezogen.

Voilà, ein Rohrniet…

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Das Halteblech habe ich aus 2mm dickem Alu angefertigt. Das ist schön stabil und rostet jetzt nicht mehr.

Dann habe ich die Dichtung mit dem Blech zusammen ausgerichtet und mit einem 4.5er Bohrer durch die original Löcher im Rahmen und der Dichtung durchgebohrt. Anschließend unbedingt das Loch im Alu ansenken, damit das Niet Platz hat sich zu verformen.

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Jetzt nur noch das abgesägte Niet durchstecken und sauber vernieten.

Danach habe ich es noch ein wenig mit der Feile abgeschliffen, damit es so gut wie gar nicht mehr vorsteht.

Wichtig für Nachbauer !!!

An der Vorderseite muss das Blech ein kleines Stück zurück stehen, denn wenn es länger als die obere Dichtlippe ist (auch nur ein kleines Bisschen), passt das Dreickesfenster nicht mehr.

Leider merkt man dies erst, wenn das Dreickesfenster schon drin ist, aber einfach nicht ordenlich sitzen will und dann fängt man irgendwie wieder von vorne an…. *grummel*

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An der Rückseite muss man mit dem Blech etwas nach oben, weshalb man leider nicht einfach einen 20er Flachstreifen nehmen kann. (das wär ja auch zu einfach)

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Aber nach ca. einer Stunde ist das Thema dann auch schon gegessen….

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… und meine Frau hat mir heute auch noch netterweise eine Kiste original Bölkstoff besorgt.

Also heute Abend einfach nur „Plöpp“ und genießen……

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