Preiselbeertage / Stina Lund


Kurzbeschreibung
Seit Jahren war Ariane nicht mehr in Schweden und kehrt erst nach dem Tod ihres Vaters dorthin zurück.
Dieser hat ihr ein Manuskript hinterlassen, das aber verschwunden zu sein scheint. Sie macht sich auf die Suche nach diesem und erfährt dabei mehr über sich selbst und die Geschichte ihrer Familie.

Eindruck
Eine einzige Lüge kann das Leben vieler Menschen zerstören.
Dies zeigt sich zumindest in dieser Familientragödie, in der die Machenschaften und Auswirkungen der Stasi thematisiert werden.
Ina und ihre Tochter Ariane sind die Hauptpersonen in dieser Geschichte und können sich schon fast nicht fremder sein.
Ihre Erzählstränge wechseln zwischen Schweden und Leipzig und springen jeweils in der Vergangenheit und Gegenwart hin- und her.
Wie ein roter Faden zieht sich die Suche nach einem verschwundenen Manuskript durch die Handlung und Familiengeheimnisse werden nach und nach aufgedeckt.
Während Ina mit aller Macht versucht die Vergangenheit ruhen zu lassen, bringt ihre Tochter Ariane immer mehr zum Vorschein.
Doch zu welchem Preis?
Denn nicht nur die beiden müssen sich dieser Wahrheit stellen, sondern auch andere Familienmitglieder, die ebenfalls unter bestimmten Auswirkungen zu leiden hatte.
Unaufhaltsam rollt eine Lawine voller Schmerz und unangenehmen Fakten auf diese Familie zu und nimmt dramatische Züge an.

Das klingt alles sehr fesselnd und interessant und ist es an sich auch doch leider bremste die Zeichnung der Charaktere meine Begeisterung schwer ab.
Ich muss nicht in einer Geschichte die Protagonistin oder auch andere Figuren sympathisch finden aber ich möchte sie oder zumindest ihre Handlungen verstehen können.
Hier blieben aber wirklich ALLE Figuren für mich zu distanziert, kühl und verschlossen.
Obendrauf handelte Ariane meiner Meinung nach oft sehr unlogisch.
Zwar kann man im weiteren Verlauf verstehen, warum sie so kühl wirkt, aber dennoch gab es einige Szenen, die einfach nur unglaubwürdig auf mich wirkten.
So gab es zum Beispiel eine Szene, in der sie einen bestimmten, gravierenden Verdacht hegt, diesen aber aus einer bestimmten Situation heraus über Board wirft.
Es ist schwer zu erklären ohne zu viele Details zu verraten aber mir fiel es hin- und wieder auf und bei dieser einen Szene fand ich es ziemlich gravierend.

Auch wenn ich Probleme mit den Figuren hatte, so lag es garantiert nicht an Katharina Schwarzmeier, die die Geschichte mit einer wunderbar, angenehmen und jung wirkenden Stimme vorliest.
Sie verfügt über ein relativ zügiges Erzähltempo und kann verschiedene Emotionen glaubwürdig darstellen.

Fazit
„Preiselbeertage“ ist ein tragischer Familienroman, in dem Stina Lund aufzeigt, was sich hinter den Mauern der Ex-DDR oftmals abspielte.
Auch wenn ich einige Stolpersteine überwinden musste, fand ich die Erzählung dennoch sehr interessant, berührend und erschreckend zugleich, denn dieses Schicksal ist nur eines von vielen gewesen.

Weitere Informationen zu diesem Hörbuch
Titel: Preiselbeertage
Autorin: Stina Lund
Sprecher: Katharina Schwarzmaier
Verlag: Audio Media
ISBN: 978-3-95639-298-6
Laufzeit: gekürzte Ausgabe, 7:30 Stunden
Erschienen am: 22.09.2017

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