Playlist for the Dead / Michelle Falkoff


Titel: Playlist for the Dead
Autor: Michelle Falkoff
Verlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-66884-8
Meine Meinung
Kurzbeschreibung
Es gab einen Streit auf einer Party und am nächsten Morgen ist Sams bester Freund tot. Doch Sam versteht nicht, warum? Haydn hat ihm eine Playlist und eine Notiz hinterlassen: „Hör Dir das an, dann wirst Du mich verstehen“.
Sam macht sich auf die Suche nach antworten und bemerkt bald, dass er seinen Freund nicht so gut kannte, wie er glaubte.

Eindruck
Was treibt einen jungen Menschen so in die Verzweiflung, dass er sich das Leben nimmt?
Michelle Falkoff beschäftigt sich in ihrem Jugendroman mit dem Thema Selbstmord von Jugendlichen und der Suche nach Antworten.
Sie lässt in ihrem Debütroman den Protagonisten Sam aus der Ich-Perspektive erzählen und baut die Handlung in kurzen knackigen Kapiteln auf, die stets mit einem Songtitel als Überschrift versehen sind.
Diese Songtitel stellen Haydns Playlist dar.
Der Einstieg beginnt recht tragisch und kann den Leser sofort einnehmen und berühren denn Sam erzählt darüber, als er Haydns Leiche nach der Party findet.
Sam macht sich schwere Vorwürfe, weil es kurz vorher einen Streit gab und die Suche nach Antworten beginnt.
Im Laufe der Handlung tauchen viele Personen auf, die irgendwie mit Haydn in Verbindung standen, im Guten wie im schlechten und es kristallisiert sich heraus, dass Haydn sich sehr einsam gefühlt hat.
Leider schaffte es der Verlauf, mich nur im ersten Drittel richtig zu berühren, was unter anderem auch daran lag, dass die Playlist immer mehr unterging.
Dies wiederum fand ich seltsam, denn immerhin suchte ich ja ebenfalls in dieser Playlist nach Hinweisen.
Ich vermisste den nötigen Tiefgang und die Tragik für dieses Thema, alles wirkte bis zum Schluss entweder völlig undurchsichtig und wirr oder zeitweise so konstruiert, dass es schon wieder vorhersehbar war.
Dennoch sollte man der Geschichte zugutehalten, dass sie ernste Themen wie Mobbing, Liebe usw. anspricht, die Jugendliche beschäftigen und dass sie trotz allem fesselnd blieb.

Figuren
Die Personen wurden im Grunde genommen ausreichend beschrieben. Leider erschienen mir persönlich aber dennoch einige Personen zu blass, so zum Beispiel die Haydns Eltern und Lehrer, was ich der Anzahl der Figuren anlaste.
Sam gefiel mir in seiner Rolle ganz gut, er wirkte fast immer authentisch und seine Schuldgefühle konnte ich gut nachempfinden.

Schreibstil
Der Schreibstil ist sehr leicht und ermöglicht einen raschen Lesefluss. Die Sätze sind kurz und knapp, direkt auf den Punkt gebracht, jugendlich und modern.

Fazit
„Playlist for the Dead“ ist als Jugend- und Debütroman gut gelungen, doch leider ließ meine anfängliche Begeisterung im Laufe der Zeit nach.
Mir persönlich fehlte es einfach zu sehr an Tiefe um mich weiter berühren zu können und auch die Tatsache, dass letztendlich die Playlist in der Auflösung so unterging, fand ich schade.
Da aber der Schreibstil an sich, fesselnd blieb und die Geschichte recht schnell gelesen war, würde ich sagen: alles in allem ein guter durchschnittlicher Jugendroman, der sich mit Mobbing, Einsamkeit und anderen ernsten Themen beschäftigt und seine Zielgruppe definitiv ansprechend wird.
© Michaela Gutowsky

2 Kommentare zu “Playlist for the Dead / Michelle Falkoff

  1. Liebe Ela,
    da sind wir ja vollkommen der gleichen Meinung. Der Anfang war super und auch sonst habe ich das Buch gerne gelesen. Dass die Playlist keine große Bedeutung hatte, fand ich sehr schade. Die Autorin wusste das auch, schließlich hat Sam selbst am Ende gesagt, dass die Playlist keine Antworten enthielt. Aber warum dann die Nachricht von Hayden? Das war etwas sehr verwässert.
    LG,
    Damaris

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