Mr. Widows Katzenverleih / Antonia Michaelis


Kurzbeschreibung
Mr. Widow, der einen Katzenverleih betreibt, entdeckt eines Abends in einer Mülltonne, nicht nur einen Wurf neugeborener Katzen, sondern auch eine junge Frau.
Ihr Name ist Nancy und sie scheint vor irgendetwas zu fliehen.
So nimmt sich Mr. Widow nicht nur den Kätzchen an, sondern gewährt auch dieser jungen Frau Obhut in seinem großen Haus voller Katzen.
Und plötzlich ist sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt und es stellt sich die Frage: Was verbirgt Nancy Müller?

Eindruck
Antonia Michaelis besitzt ein wunderbares Talent, einzigartige Romane zu schreiben, die an die Grenzen zwischen Fantasie und Realität stoßen.
Jedes Mal wenn ich einen ihrer Romane beginne, gelingt es mir, in Nullkommanix in ihren unverkennbaren Schreibstil zu versinken und in die Geschichte einzutauchen.
Mir gefällt ihre Art, die Geschichten bildhaft zu beschreiben und sie wie ein einzigartiges Märchen aufzubauen.
In ihren neuen Roman widmet sie sich voll und ganz Katzen.
Diese sind zahlreich vorhanden und werden an verschiedene Menschen stunden oder auch tageweise verliehen.
Was für viele Menschen zunächst befremdlich klingen mag, hat einen gewissen Sinn in dieser Geschichte.
Dennoch sollte man auch hier großzügig über den Tellerrand schauen.
Es werden viele überraschende wenn auch teils verwirrende Wendungen eingebaut und oftmals fragte ich mich nach dem Sinn dieser sehr eigenwilligen Geschichte.

Es schien, als träfe ein Drama mit einem Krimi zusammen, um letztendlich durch sehr amüsante und teils sehr selbstironische Dialoge, mit Unterhaltung vermischt zu werden.
Damit will ich sagen: Dieser Roman besitzt von allem etwas. Er ist traurig und unterhaltsam, spannend und tiefsinnig, vor allem aber ist er sehr fantasievoll.
Ich hatte oftmals das Gefühl meine eigene Fantasie fährt Achterbahn. Ich vermutete hier und da auf der richtigen Fährte zu sein, stellte Verdächtigungen an und kam schon selbst auf die absurdesten Gedanken, um zu erkennen, dass es der vermeintliche Holzweg war!

Es sind zahlreiche Charaktere vorhanden, die verschiedene Typen darstellen. Nancy und Mr. Widows sind zwar die Hauptpersonen doch so richtig sympathisieren konnte ich mit ihnen nicht.
Mit den Katzen dagegen sehr. Denn auch diese werden sehr inviduell beschrieben und besitzen zahlreiche Charaktereigenschaften.
Letztendlich hatte ich das Gefühl, das im Grunde genommen jede Person ihre „Macken“ hatte und es war sehr interessant, wie diese miteinander verbunden wurden.

Es gab viele offene Fragen, die zum Schluß zwar gelöst wurden, doch letztendlich blieb es eine etwas abgedrehte Geschichte, die viel Raum für eigene Interpretation ließ, mich aber irgendwie nicht vollkommen zufriedenstellte.
Ich mochte die Handlung und die besondere Atmosphäre zwar, und ich fand, vor allem die Beschreibung der Katzen, insbesondere ihrem Verhalten und ihrer Gedanken, äußerst gelungen.
An anderen Stellen, vor allem im letzten Drittel, war mir die Geschichte aber etwas zu fantasievoll und verdreht, sodass ich für meinen Teil lieber etwas weniger von diesen Szenen gehabt hätte.

Fazit
„Mr. Widows Katzenverleih“ ist eine sehr fantasievolle und eigenwillige Geschichte, auf die man sich schon einlassen muss.
Der Handlungsaufbau und Verlauf hat mir bis auf ein paar Ausnahmen gut gefallen.
Es ist ein wie ein Märchen für Erwachsene, das von allem etwas bietet, vor allem aber ist es eine besondere Geschichte, die sich von der Masse abheben kann.
Ich habe schon viele Roman der Autorin gelesen und war fast immer begeistert.
Dieser hier gefiel mir auch gut, machte es mir allerdings etwas schwerer, nicht weil ich ihn nicht mochte, sondern weil er an manchen Stellen für mich zu abgehoben war.

Weitere Informationen zu diesem Buch
Titel: Mr. Widows Katzenverleih
Autor: Antonia Michaelis
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-65430-9
Seitenzahl: 448
Erschienen am: 02.10.2017

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