Mit Nadel und Faden

Bevor ich auf das elektrische Verdeck umbauen kann, muss ich es erst mal wieder „Auf Vordermann“ bringen. Denn der Bezug ist nicht mehr schön, das Gestänge schwergängig und die Spannbänder sind völlig ausgeleiert. Und wenn das Gestänge hakt und die Spannbänder nicht mehr spannen, dann geht davon der Antriebsmotor kaputt, was bei diesem Cabrio auch der Fall ist, dazu aber später mehr.

Zuerst also das Gestänge komplett frei legen. Hierzu werden alle Dichtungen ringsum entfernt und die Aluhalter abgeschraubt, danach kann der Verdeckstoff entfernt werden. Ist der Stoff runter, kann man auch die Spannbänder entfernen, da sie von oben auf die Bügel geschraubt sind.

Nun also das nackte Gestänge säubern, entrosten, richten und neu schmieren, bis alles wieder tadellos funktioniert.

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Dann geht es an die Spannbänder.

Laut meiner Liste gibt es die neu bei BMW für 147 Euro das Stück. Vermutlich ist der Preis mittlerweile aber eher höher. Und eigentlich sind die Spannbänder ja noch einwandfrei in Ordnung, nur eben etwas schlapp. Wer kennt das Gefühl nicht?

Hier ein Blick auf die unmotivierten Spannbänder:

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Also heißt es wieder mal „Selbst ist der Mann“, denn die Funktion der Bänder gewährleistet nichts weiter als ein 30mm breites, eingenähtes Flachgummiband. Und so etwas bekommt man schon für rund zwei Euro.

 

Kleiner Nachtrag:

Das billige Gummi reicht vollkommen um ein manuelles Verdeck wieder dazu zu bringen, sauber zu falten .

Für das E-Verdeck wird ein Gummi mit größerer Spannkraft benötigt, damit es den untersten Spriegel zuverlässig anheben kann.

Hier sollte man im Industriebedarf oder bei Expandergummis suchen.

 

Ich habe jetzt nur ein weißes Gummiband bekommen und werde die sichtbaren Stellen nachher noch schwarz machen. Zum Zeigen, wie es geht, ist es aber optimal.

Zuerst also am langen Mittelteil jeweils die Enden auf der oberen Seite öffnen (dann sieht man nachher von unten nix), alte Band heraus nehmen und das neue Gummiband einziehen.

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Das Gummiband wird nun zuerst auf einer Seite festgenäht, dann soweit gespannt, dass sich der Gurt komplett ausziehen lässt ohne das Gummi zu überdehnen und in dieser Länge wird dann das Gummi auf der anderen Seite ebenfalls festgenäht.

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Auf dieselbe Art habe ich es danach am vorderen Stück gemacht. Hier habe ich das Gummi aber in der Mitte nochmal nach außen geführt und gesondert fest genäht, da dort so ein Zwischenband eingenäht ist, das ein Überbiegen der Kunststofflasche verhindern soll.

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Zum Schluss noch ein kurzes Stück am hinteren Ende einnähen und schon bin ich fertig.

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Statt rund 300 Euro habe ich nur knapp 2 Euro bezahlt. Da hat es sich doch mal gelohnt das ich nicht bei jeder Hauswirtschaftstunde Eis essen gegangen war. *gg*

Zum Abschluss dann nochmal das Gestänge mit allen montierten Spannbändern und Seilen. Hier lässt sich gut der Sinn der Spannbänder erkennen. Sie sorgen dafür dass sich alle Spriegel vom Gestänge gleichmäßig zusammenfalten und sich der Verdeckstoff in die richte Richtung faltet.

Die Drahtseile außen ziehen später den Stoff im geschlossenen Zustand stramm über die Fenster. Sind auch wichtig…

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3 Kommentare zu “Mit Nadel und Faden

  1. Liebe Ela,
    na nun haust du mich aber aus den Socken 🙂
    Keine Angst, habe sie noch an 😉
    Das nenn ich mal „selbst ist die Frau“…Grins*
    Einfach genial, so kann man Geld sparen. Richtig so, dafür gibt es den Daumen in den Himmel.
    Ich wünsche dir von Herzen, ein schönes Wochenende und ganz liebe grüße an euch…
    Michaela

    • Huhu Ela,
      irgendwie ist der Kommentar völlig an mir vorbeigerauscht, daher sorry wenn ich jetzt erst drauf antworte :/
      Dein Lob, gebe ich sehr gerne an meinen Mann (siehe Jörg) weiter, mich kann man nämlich im wahrsten Sinne mit Nadel und Faden verjagen! *lach*
      aber ich seh schon, er hat schon geantwortet 🙂
      Drück Dich lieb,
      Ela
      PS: kleiner Tipp, oben links steht auch immer wer von uns den Beitrag geschrieben hat 🙂
      Selbst Joy kommt hier schon mal zu Wort *kicher*

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