Mein Leben ohne Gestern / Lisa Genova

Titel: Mein Leben ohne Gestern
Autor: Lisa Genova
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3785760161
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
Alice steht mit 50 Jahren mitten im Leben und ist glücklich. Doch plötzlich vergisst sie Termine, wird unzuverlässig und verlegt Gegenstände. Sie rechnet mit allem aber nicht mit Alzheimer!
Hilflos muss sie mit ansehen, wie ihr das Leben nach und nach entgleitet.

Eindruck
Es gibt Geschichten, die knallen dir dermaßen die Realität vor den Latz, dass sie Dich nachdenklich zurücklassen.
Lisa Genova erzählt die wahnsinnig bewegende Geschichte einer Frau, die ihr Gedächtnis Stück für Stück verliert und darum kämpft, solange wie möglich an diesem festzuhalten.
Dabei schafft es die Autorin, die Geschichte dem Leser so realistisch und emotional zu vermitteln, dass ich oft für längere Zeit Innehalten und tief durchatmen musste. Es sind so kleine Dinge, die im Alltag schnell untergehen und nicht immer vermutet man das ernsteres dahinterstecken könnte. Doch was, wenn man plötzlich diese Diagnose erhält? Wie sagt man es seinen Lieben? Seinen Kollegen und Freunden?
Sehr intensiv ohne die Dinge zu beschönigen, wird hier die Krankheit und deren Konsequenzen beschrieben und man hofft und bangt mit jedem Kapitel mit der Protagonistin mit.
Diese Kapitel sind in Monate unterteilt in einem Zeitraum von 2 Jahren.
Die Handlung fokussiert zwar die Erkrankung und deren Entwicklung, bietet aber auch Nebenstränge, die mit in die Geschichte verwoben werden.

Figuren
Die Personen sind sehr authentisch beschrieben und wirken wie aus dem Leben gegriffen.
Die Gefühle sind sehr unterschiedlich und vor allem nachvollziehbar. Ganz besonders finde ich die Beschreibung von Alice gelungen, deren Gedanken und Gefühle kursiv dargestellt werden.
Ihre Art mit der Erkrankung umzugehen und sich der Diagnose zu stellen fand ich nicht nur ergreifend, sondern auch beeindruckend und mutig.

Schreibstil
Lisa Genova besitzt einen sehr gefühlvollen und fesselnden Schreibstil.
Tragische aber auch heitere Momente werden so intensiv und ergreifend beschrieben, dass es schwerfällt, diese Geschichte nicht mitzufühlen.

Fazit
„Mein Leben ohne Gestern“ ist eine tragische und bewegende Geschichte, die den Leser aufgewühlt und nachdenklich zurücklassen kann.
Mir selbst kamen vor allem im letzten Drittel sehr oft die Tränen und besonders der Schlusssatz ist mir nahe gegangen.
Abschließend stelle ich mir die Frage: Wenn das nun der Debütroman der Autorin war, was folgt danach? Ich werde mir auf jeden Fall auch die nachfolgenden Romane anschauen, und da diese Geschichte auch verfilmt wurde, werde ich mir natürlich auch den Film ansehen, der unter dem Titel „Still Alice. Mein Leben ohne gestern“ erschienen ist.
Da es sich bei meinem Buch um eine ältere Ausgabe handelt, möchte ich noch drauf hinweisen das dieser Roman ebenfalls unter dem Titel „Still Alice. Mein Leben ohne Gestern“ neu verlegt wurde.

6 Kommentare zu “Mein Leben ohne Gestern / Lisa Genova

  1. Ich habe auch mal vor ein paar Jahren die ältere Ausgabe gelesen und sie hat mich sehr beeindruckt. Vor allem fand ich ergreifend, wie ihre Familie damit umgegangen ist, s. hier:
    https://kunterbunt11.wordpress.com/2015/07/04/gelesen-juni/
    Man muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass dies nur ein positiver Ausschnitt ist. Das ‚dicke Ende‘ ihrer Erkrankung kommt dann noch 🙁
    Sehr gut fand ich auch den Vortrag, den sie zum Schluss gehalten hat und wo sie um den richtigen Umgang damit geworben hat.
    LG, Ingrid

    • Hi Ingrid,
      der Schluss ist mir sehr nahe gegangen, allerdings kann ich nicht weiter drauf eingehen, da ich dann völlig spoilern würde.
      Es ist immer schwer, für beide Seiten, mit dieser Erkrankung umzugehen.
      Dennoch bin ich der Meinung, dass dieses Buch hilft, aufzuklären und zu verstehen.
      Liebe Grüße
      Ela

  2. Liebe Ela,
    leider kenne ich einige Menschen die relativ früh daran erkrankt sind. Eine meiner Großmütter hatte auch Alzheimer und auch in diesem höheren Alter hat mich als damals Jugendliche die Krankheit völlig überfordert. Irgendwann bekommt man selbst ja nicht mehr viel davon mit, aber für die Angehörigen ist es dann eine Nervenprobe.
    Beste Grüße, Heike

  3. Hi Ela,

    das Thema Alzheimer finde ich in Büchern sehr interessant. Ich habe vor ein paar Monaten „Emmy und die Tänzerin“ von Barbara Petermann gelesen, das Buch war auch sehr eindringlich! Den Film zu diesem Buch wollte ich übrigens auch schon lange mal schauen!

    Liebe Grüße
    Jessi

    • Hi Jessi,
      Du füllst mir heute die Wunschliste! Danke für den Tipp, das Buch klingt wunderbar.
      „Mein Leben ohne Gestern“ hast Du aber noch nicht gelesen, oder?
      Liebe Grüße
      Ela

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