M.I.A. – Das Schneekind / Edgar Rai & Kathrin Andres


Kurzbeschreibung
Nachdem Sandra die Affäre mit ihrem Chef beendet hat, wird sie in einen Unfall verwickelt.
Der Fahrer erliegt seinen Verletzungen doch seine kleine Tochter scheint unverletzt.
Sandra kümmert sich um sie, bis die kleine Mia von ihrer Adoptivmutter in ein Forschungszentrum gebracht wird.
Ab diesem Zeitpunkt darf Sandra die Kleine nicht mehr sehen und plötzlich geraten alle in Gefahr, die mit diesem Mädchen zu tun hatten.
Ein Haus brennt ab, eine Leiche wird gefunden und Sandra wird verfolgt.

Eindruck
Die Inhaltsangabe und Einleitung dieser Geschichte, verleitet dazu, schon erste Vermutungen anzustellen, bevor man überhaupt die Charaktere kennengelernt hat.
Dies verleitet den Leser meiner Meinung nach auch dazu, sofort weiter zu blättern, um mitten ins Geschehen katapultiert zu werden.
Denn der Unfall ereignet sich gleich zu Beginn und damit fängt dann auch die eigentliche Geschichte.
Erste mysteriöse Anspielungen und Ereignisse tauchen auf, der Spannungsbogen wird etwas dichter und ein Schneesturm verstärkt die unheimliche Atmosphäre obendrauf.
Und dann gibt es da noch dieses Forschungszentrum.
Doch keine Angst, allzu wissenschaftlich ist dieser Thriller nicht und die wenigen wichtigen Fakten werden leichtverständlich erklärt.
Denkt man jedoch intensiver über dieses Forschungszentrum und seine Arbeit nach, kann es einen schon gruseln.
Allerdings macht sich in dieser Geschichte deutlich bemerkbar, dass der Thriller eben mehr auf psychologische Spannung als auf wissenschaftliche aufbaut.
Im Grunde genommen wirkt die Handlung ziemlich vorhersehbar und doch gelingt es Edgar Rai und Kathrin Andres immer wieder die Kurve zu kriegen, und überraschende Wendungen einzubauen.
Die kurzen Kapitel animieren dazu, immer noch ein weiteres lesen zu wollen und schon bald wollte ich den Thriller gar nicht mehr aus der Hand legen.
Mit der geringen Seitenzahl war er also auch recht schnell durchgelesen.

Auch die Charaktere, von denen einige hier eine wichtige Rolle spielen, sind recht einfach gestrickt.
Sie erscheinen nicht zu blass, gehen aber auch nicht zu stark ins Detail und so kann man mit fast allen Personen sympathisieren.
Sandra konnte mich als Protagonistin ebenfalls überzeugen.
Ihre Art gefiel mir und ich empfand sie nur selten als naiv.
Mia schaffte es spielend leicht, sich in mein Herz zu schleichen. Ich ahnte relativ schnell, was mit ihr los ist und so bangte ich oftmals um die Kleine mit.

Das Zusammenspiel zwischen Edgar Rai und Kathrin Andres gefiel mir gut.
Der Schreibstil ist flüssig und kommt selbst in den Dialogen schnellt zum Punkt.
Die gesamte Geschichte über empfand ich den Schreibstil als sehr fesselnd, und vor allem auch sehr bildhaft.
Denn auch der Handlungsort Winterthur in der Schweiz wird sehr malerisch beschrieben, was meiner Meinung nach die Atmosphäre noch intensiviert.

Fazit
„M.I.A. – Das Schneekind“ ist ein fesselnder Psychothriller, der mich überzeugen konnte.
Tatsächlich ist er an einigen Stellen vorhersehbar, was sicherlich auch der geringen Seitenzahl geschuldet ist.
Dennoch konnte er mich so gut unterhalten, dass ich ihn nur ungern aus der Hand legen wollte.

Weitere Informationen zu diesem Buch
Titel: M.I.A. – Das Schneekind
Autor: Edgar Rai, Kathrin Andres
Verlag: Rütten & Loening
ISBN: 978-3-352-00894-8
Seitenzahl: 304
Erschienen am: 18.08.2017

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