Liebesteufel / Jessica Swiecik


Kurzbeschreibung

ER sucht im Internet nach der ganz großen und einzigen Liebe.
ER glaubt, sie bei Teenagerinnen zu finden …
Und ER ist bereit sie notfalls auch zu töten!

Eindruck
„Liebesteufel“ ist das Jugendthriller Debüt von Jessica Swiecik, die nicht nur Bücher schreibt, sondern auch einen eigenen Bücherblog mit den Namen In Büchern leben betreibt.
Ihr erster Thriller ist ganz besonders an die jüngere Leserschaft gerichtet und beschäftigt sich hauptsächlich mit Dating Portalen und den Gefahren, die das anonyme Internet so birgt. Dabei kommt die Handlung als solche mit recht wenig Blut aus und begibt sich mehr auf die psychische Ebene, in dem sie zum Beispiel den Täter, der als „ER“ bezeichnet wird, zu Wort kommen lässt.
Junge Mädchen verabreden sich mit dem „Liebesteufel“, der sich angeblich vergöttert, ohne zu wissen, dass er bereit ist, sie zu töten.

Das Wissen des Lesers, dass diese Mädchen scheinbar völlig naiv in eine Falle tappen, macht die Handlung packender, jedoch verlaufen in dieser Geschichte viele ruhigere Phasen, sodass der Spannungsbogen oftmals wieder etwas abfällt.
Dafür gibt es allerdings hin und wieder auch ein paar romantische (okay manchmal auch etwas für meinen Geschmack zu schmalzige) Passagen, die den Charakteren etwas mehr Tiefe verleihen und ganz gut in die Handlung passen.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und bietet dadurch eben auch privaten Hintergrund einiger Charaktere.
Obwohl die Auflösung des Täters an sich ziemlich pfiffig beschrieben wurde, war sie für mich leider vorhersehbar und so fehlte mir persönlich der Überraschungseffekt zum Schluss.

Die Beschreibung und Auswahl der Charaktere hat mir sehr gut gefallen, denn sie wirkten mit ihren Ecken und Kanten authentisch.
Zwar erschienen manche Reaktionen etwas unlogisch auf mich, dies konnte ich aber ganz gut verschmerzen.
Ganz besonders die Darstellung des Täters fand ich sehr interessant und seine unberechenbare, ständig wechselhafte Laune, sorgte oft für eine bedrohliche Atmosphäre.
Das Zimmermädchen Lilly und der Schriftsteller Viktor machten charakterlich einen ziemlich angeknacksten Eindruck, paßten aber genau mit diesen Eigenschaften perfekt in den Handlungsverlauf.
Juli fand ich so richtig überzeugen in ihrer Rolle als pubertäre Rotzgöre, die letztendlich aber das Herz nicht nur auf der Zunge, sondern auch am rechten Fleck hat.

Der Schreibstil gefiel mir ebenfalls sehr gut denn die Geschichte konnte ich quasi in einem Rutsch durchlesen.
Dies lag nicht nur an der geringen Seitenzahl, sondern viel mehr an der flüssigen und ziemlich bildhaften Beschreibung, die eben einen raschen Lesefluss ermöglicht.
Während auf eine ausgeprägte Tatbeschreibung verzichtet wurde, ist die Umgebung sehr farbenfroh beschrieben.
Die Schauplatzbeschreibung des Hotels war so detailliert, dass es mir leicht fiel, mir den Alltag dort gut vorzustellen.

Fazit
„Der Liebesteufel“ ist ein guter solider Jugendthriller, der sich sehr schnell lesen lässt und seine Stärken und Schwächen besitzt.
Mich konnte er als Urlaubslektüre sehr gut unterhalten, und auch wenn einige Handlungszüge für mich vorhersehbar waren, bin ich mir sicher, dass er vor allem die jüngere Zielgruppe, an die dieser Thriller sich letztendlich richtet, ebenfalls in seinen Bann ziehen kann.

Weitere Informationen zu diesem Buch
Titel: Liebesteufel
Autor: Jessica Swiecik
Verlag: Mainbook Verlag
ISBN: 978-3944124742
ASIN: B00NAWHMNS
Seitenzahl: 231
Erschienen am: 04.09.2014

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