Kirschblütentage / Nancy Salchow

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Titel:
Kirschblütentage
Autor: Nancy Salchow
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3-426-51503-7
Meine Gesamtwertung: 5/5 Sterne
Meine Meinung:
Um was geht es in dieser Geschichte?
Seit Emilias Tod findet das zerstrittene Ehepaar Jasmin und Vincent, mitsamt ihren pubertierenden Kindern, seltsam platzierte Gegenstände an unterschiedlichen Orten. Emilia selbst, hat diese Gegenstände hoffnungsvoll vor ihrem Tod platziert, damit die Familie sich gemeinsam an bessere Zeiten erinnert und so vielleicht wieder zusammenfindet.

Die Handlung
wird in Erinnerungen an die Vergangenheit und in der Gegenwart dargestellt. Einfühlsam erzählt Nancy Salchow eine Familiengeschichte, die sich mit ihren alltäglichen und durchaus auch nachvollziehbaren Problemen, überall um uns herum abspielen könnte. In 14 Kapiteln, die alle eine Überschrift mit dem Namen der jeweiligen Person besitzen, bekommt der Leser Einblicke in die Eheprobleme von Vincent und Jasmin, sowie auch die ernst zu nehmenden Zweifel und Ängste der fast erwachsenen Kinder. Gerade die Gefühlslage der Figuren werden in kursiv dargestellt und erleichtern das Nachempfinden zusätzlich. Somit ist diese Handlung nicht nur recht tiefgründig und emotional, sondern auch spannend was die Entwicklung betrifft. Sehr berührend fand ich die jeweiligen Erinnerungen die vom Familienglück erzählten und die so bildhaft  beschrieben wurden, dass ich das Gefühl bekam, mittendrin zu sein.

Die Figuren
fand ich sehr authentisch und lebhaft dargestellt. Gerade die Familienmitglieder erscheinen alle sehr detailliert und interessant in ihren Charakteren. Ob es die Eltern Vincent und Jasmin oder auch die Kinder Phillip und Kea betraf, sie alle vermochten es, unterschiedliche Emotionen in mir zu wecken.
Tatsächlich aber war es die Großmutter Emilia, die ich bezaubernd fand und die mir oft ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Doch auch Phillip konnte mich als Figur überzeugen, seine Probleme und die daraus resultierenden Handlungen waren für mich verständlich und nachvollziehbar.

Der Schreibstil
ist sehr einfühlsam und teils auch poetisch ohne dabei zu sehr abzuschweifen oder zu ausholend zu erscheinen. Die Autorin beschrieb einzelne Situationen, Gefühle und auch Gegenstände eingehend genug. Dadurch fiel es mir unheimlich leicht, mir die jeweiligen Szenen bildhaft vorzustellen.

Fazit:
Kirschblütentage ist eins dieser Bücher, die man in einem Rutsch durchlesen kann um aus dem Alltag auszubrechen oder einzutauchen, je nach Situation, um zu lachen und zu weinen und am Schluss ganz tief durchzuatmen.
Für mich ist dieser Roman ein echtes Lesehighlight in diesem Jahr, das mich begeisterte und beeindruckte, und dessen Geschichte samt seiner Personen noch lange in meinem Herzen bleiben. Ein abschließender Gedanke bleibt mir bei dieser Geschichte: und wenn ich weiße Kirschblüten auf dem Rasen sehe werde ich aus einem besonderen Grund lächeln.
© Michaela Gutowsky

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