Jules Welt – Das Glück der handgemachten Dinge / Marina Boos


Titel: Jules Welt – Das Glück der handgemachten Dinge
Autor: Marina Boos
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3426517192
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
Kurz vor ihrem 31. Geburtstag ist Jule auf der Suche nach den drei großen Buchstaben im Leben: HLL – Heimat, Liebe, Lebensaufgabe. Also zieht sie ins Heimatdorf ihrer Großmutter um dort aus einer Schankwirtschaft ein Kreativ-Cafe zu machen. Denn seit sie denken kann, bastelt und backt Jule für ihr Leben gern. Sie hängt kleine Anleitungen ins Schaufenster, Tipps, Rezepte und Ideen zum Thema Handarbeiten, Backen, Kochen und Garten. Doch nicht alle Dorfbewohner sind von Jule und ihrer Idee begeistert.

Eindruck
Da ich mich selbst gerne hin und wieder kreativ austobe, war ich sehr gespannt auf diesen Kreativ-Roman, der in 11 Kapiteln mit Briefen und Rezeptideen beziehungsweise Anleitungen, aufgebaut ist.
Ich gehe nur ganz selten auf die Gestaltung eines Buches ein aber hier möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die Geschichte sehr liebevoll und farbenfroh bis zur letzten Seite verziert ist.
Die Handlung wird recht optimistisch und lebensbejahend erzählt. Jule lebt ihre kreativen Ideen aus, die sich stets in die Ereignisse der Geschichte einfügen und jede ihrer Handlungen werden sehr detailliert beschrieben.
Parallel dazu läuft der Erzählstrang der Dorfbewohner, die es Jule nicht gerade leicht machen und für viel Abwechslung sorgen.
An sich bietet der Handlungsverlauf also eine wirklich gute Unterhaltung, die zwischendurch sehr amüsant wird und auch ein wenig Spannung bieten kann aber eben auch ihre Längen aufweist.
In jedem Kapitel wird dem Leser mit liebevoll verzierten Notizzetteln noch Platz für eigene Ideen gelassen.
Am Schluss der Geschichte befinden sich Rezeptideen und Anleitungen, auf die während der einzelnen Kapitel hingewiesen wird.
Einige der Handlungen, vor allem Jules Reaktion zur Dorfzeitung, kamen mir persönlich unlogisch vor, fielen aber auch nicht zu sehr ins Gewicht.
Die Briefe die Jule an ihre Großmutter schreibt gefielen mir ebenfalls gut jedoch hätte ich mir in diesem Fall auch die Antworten der Großmutter gewünscht, denn das hätte diesem Roman etwas mehr Tiefe geben können.
Auch das Ende war mir dann etwas zu rasch erzählt, wobei man hier anmerken muss, dass es mit Jule und ihrem Kreativ-Cafe einen weiteren Teil geben wird.

Personen
Es gibt recht viele Personen die in dieser Geschichte mitspielen und meines Erachtens leider etwas zu blass erscheinen.
Jule fand ich sehr interessant wenn auch schwierig. Sie ist ein kreativer Chaot und erscheint recht selbstbewusst, lässt sich aber auf der anderen Seite, viel zu viel gefallen. Auch hier bin ich sehr auf ihre Entwicklung im der Fortsetzung gespannt.

Schreibstil
Der Schreibstil ist vor allem in Bezug auf die handgemachten Dinge sehr detailliert und bildhaft.
Die Geschichte lässt sich soweit leicht lesen, jedoch bremsten mich einige Längen aus.
Einige Passagen wirkten schon fast zu sachlich, was ich etwas schade fand.

Fazit
„Das Glück der handgemachten Dinge“ ist eine unterhaltsame Geschichte mit kleinen Schwächen, über die ich für einen Reihenanfang gut hinwegsehen konnte. Sie erzählt nicht nur von einem Neuanfang sondern gewährt auch Einblick in die bunte Welt der Kreativität und macht mit ihren Rezepten und Anleitungen Mut, Dinge auch mal selbst auszuprobieren.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung „Vom Glück der winterlichen Dinge“ und bin sehr gespannt wie Jule und die anderen Dorfbewohner sich entwickeln.

Kommentar verfassen