In Dir / Carmen Weinand

Gelesenganzklein
Titel:
In DirAutor: Carmen Weinand
Verlag: Amrûn
ASIN: B00G12OQ3I
Meine Gesamtwertung: 5/5 Sterne
Meine Meinung:
Bei Kurzgeschichten bin ich an sich immer sehr skeptisch, denn sie müssen für mich nicht nur kurz, sondern inhaltlich auch gut für eine Geschichte gefüllt sein. So war ich sehr gespannt auf die 3 Horrorkurzgeschichten von Carmen Weinand, an die ich gleich zu Beginn schon einige Erwartungen hatte.
Carmen Weinand lässt ihre Protagonisten selbst erzählen. Der Leser wird sofort in die Geschichte katapultiert und mit den ersten unheimlichen Anspielungen konfrontiert.
Protagonist ist hier Mike, dessen Freundin plötzlich besessen ist. Diese Geschichte beginnt unheimlich und wird im Laufe weniger Seiten gruseliger. Die Personen wirken glaubhaft und die Angst ist gut dargestellt. Die Autorin setzt hier gekonnt die Spannung ein und lässt den Leser nur so über die Seiten fliegen.
Wirklich unangenehm wird es dann mit der Kurzgeschichte Freakbook.
Hier ist Celia die Protagonistin, die die Chance erhält, sich im Social Network an einer nervigen Userin zu rächen. Unangenehm fand ich es, weil die Autorin hier ziemlich nachvollziehbar eine Situation im Social Network anspielt, die man wahrscheinlich selbst schon so erlebt und empfunden hat.  Auch wenn ich diese Geschichte jetzt nicht so spannend und unheimlich fand wie die von Mike, so fand ich sie trotz allem sehr gruselig, weil die Gründe von Celia nachvollziehbar erschienen.
Auf die dritte Geschichte möchte ich aus Gründen nicht eingehen, ich selbst war überrascht weil ich damit nicht gerechnet, es aber erhofft habe. Die Geschichte gefiel mir ebenfalls sehr gut und lieferte einen würdigen Abschluss.
Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr gut. Er ist anspruchslos und einfach gehalten, passt sich den Geschehnissen umgangssprachlich an und kann auch schon mal ordinär werden.
Das Buch hat meiner Meinung nach auch die richtige Länge eben, weil es drei kurze Geschichten sind, die gut und schnell auf den Punkt gebracht werden.
Carmen Weinand hält sich nicht an unnötigen oder verspielten Details auf, ist sehr direkt in ihrer Beschreibung und kommt so schnell zur Sache.

Fazit:
Was erwarte ich also von einer guten Kurzgeschichte?  Genau sowas!
„In Dir“, ist eine gute und anspruchslose Kurzgeschichtensammlung, die zum Teil beängstigend realitätsnah erscheint („Freakbook“).
Carmen Weinand lässt durch ihren Schreibstil und dem Handlungsverlauf dem Leser genug Freiraum für die eigene Fantasie.
Wer also recht unblutige Horrorkurzgeschichten mag die wirklich kurz und knapp sind aber direkt auf den Punkt kommen, der könnte genau wie ich, mit dieser Kurzgeschichtensammlung glücklich werden.
© Michaela Gutowsky

2 Kommentare zu “In Dir / Carmen Weinand

    • Klar, dass ist der Nachteil an wirklich guten Kurzgeschichten. Sie sind zu kurz 😉
      ich bin ja auch immer skeptisch aber hier passte für mich einfach alles 🙂
      LG Ela

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