Ich wollte Liebe und lernte hassen / Fritz Mertens

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Titel:
Ich wollte Liebe und lernte hassen
Autor: Fritz Mertens
Verlag: Diogenes
ISBN: 9783257215397
Meine Gesamtwertung: 4/5 Sterne
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung

Fritz Mertens tötete 2 Menschen. Nachdem der Jugendpsychiater ein Gutachten für ihn erstellen sollte, bat er Fritz Mertens, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben. Daraus entstand dieses Buch.

Die Handlung und ihr Aufbau
Zunächst einmal beginnt die Geschichte mit dem Vorwort des Jugendpsychiaters Reinhart Lempp.
Danach erfährt der Leser den Grund warum und wie dieses Buch entstanden ist.Fritz Mertens berichtet über seine Kindheit und fängt mit Erinnerungen an seine frühsten Jahre an. Schonungslos und sehr detailliert, erzählt er von den strengen gewalttätigen Eltern, den Versuch alles richtig zu machen und ein folgsames Kind zu sein, sein Scheitern, auch nur ein wenig Achtung und Liebe der Mutter zu bekommen.
Seine Erinnerungen sind holprig, fast sprunghaft, die Ausdruckweise voller Emotionen. Vor allem die Gewaltszenen sind so ausreichend beschrieben, dass sich dieses Szenen erschütternd realistisch in meinem Kopf abspielten.
Oft habe ich dieses Buch einfach zur Seite legen müssen, um durchatmen zu können und das gelesene zu verarbeiten.
Trotzdem jagte ich Seite für Seite seiner Erzählung hinterher, mit unfassbarer Wut auf die Eltern und deren Umgebung, in der naiven Hoffnung das alles ein gutes Ende finden möge.
Auf die Tat selbst wird in diesem Buch allerdings nicht eingegangen. Darüber berichtet der Autor in seinem Buch „Auch du stirbst, einsamer Wolf“.

Die Figuren
Protagonist ist Fritz Mertens. Hauptsächlich berichtet er über seine Kindheit, beschreibt aber auch seine Familie sehr detailliert, sodass man auch näheres über die einzelnen Familienmitglieder erfährt.
Doch auch viele andere Personen werden hier beschrieben und der ein oder andere spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in seinem Leben.

Der Schreibstil
Zunächst einmal möchte ich betonen, dass es sich bei meiner Ausgabe um eine Ausgabe aus den 80er Jahren handelt, und demnach noch in der alten Rechtschreibung geschrieben ist. Dies wiederum störte mich jedoch nicht und auch im Vorwort wird erwähnt, das der Schreibstil soweit nicht geändert wurde und nur wenige Rechtschreibfehler korrigiert wurden.
Ich hatte anfangs tatsächlich etwas Probleme mit dem Schreibstil, da er gerade was die Erinnerungen betrifft, oft sehr emotional aber auch sprunghaft ist und auch Ausdruckweise schon mal sehr hart werden kann.
Fritz Mertens scheint dieses Buch direkt aus seinen Erinnerungen heraus, geschrieben zu haben und das merkt man dem Schreibstil an.  Mich persönlich störte es aber nicht, nachdem ich mich nach den ersten 10-20 Seiten dran gewöhnt hatte.

Fazit
„Ich wollte Liebe und lernte hassen“ ist eine erschütternde, autobiografische Geschichte eines jungen Mannes, der seit Kindheit an nichts anderes kannte als Gewalt, Zurückweisung und unerwiderte Liebe. Selten lassen mich Geschichten derart schockiert und erschüttert zurück und ich habe mir gleich im Anschluss den zweiten Band „Auch Du stirbst, einsamer Wolf“ bestellt, da er in diesem Band über seine anschließende Tat berichtet.
© Michaela Gutowsky

2 Kommentare zu “Ich wollte Liebe und lernte hassen / Fritz Mertens

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