Hirngespenster / Ivonne Keller


Titel:
Hirngespenster

Autor: Ivonne Keller

Verlag: Droemer Knaur

ISBN: 978-3-426-43065-1

Meine Gesamtwertung: 5/5 Sterne

In dem sehr emotionalen Roman von Ivonne Keller geht es um drei Frauen die unterschiedlicher nicht sein können und doch so viele Gemeinsamkeiten haben.
Silvie, eine Frau, die aus der Dunkelheit erwacht, gefangen in ihrem Körper ist und feststellen muss, dass die Exfreundin ihres Mannes, bei ihnen lebt und sie sich selbst nicht mehr richtig artikulieren kann.

Sabine, die Exfreundin von Silvies Mann, die Silvie liebevoll versorgt und deren Kinder erzieht.
Anna, Silvies Schwester, verzweifelt und überspannt. Stets bemüht perfekt zu sein, bis zum Zusammenbruch.
Ivonne Keller lässt diese drei Frauen jeweils aus ihrer Sicht erzählen. Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich aber mit viel Tiefe beschrieben, sodass ich schnell das Gefühl hatte, in vielen die Personen zu kennen und ihr Handeln bereits vorher erahnen konnte. Glaubt man jedoch die Geschichte wäre vorhersehbar, so wird man schnell eines Besseren belehrt, denn die Geschichte enthält viele Wendungen und Überraschungen. Der Leser wird zunächst mit Silvies Hilfslosigkeit konfrontiert. Ich konnte mich sehr gut in Silvie hineinversetzen, ihre Verzweiflung und Frustration nachempfinden.
Mit ihrer Schwester Anna hatte ich allerdings heftigst Probleme. Der Charakter ist sehr impulsiv und schwierig, gleichzeitig sehr verzweifelt – dieses Auf und Ab hat mich oft mitgenommen und viele ihrer Handlungen ließen mich einfach nur die Luft anhalten.
Auch Sabine ist sehr interessant in ihrer Rolle. Sie ist die Exfreundin und aktuelle Lebensgefährtin von Silvies Mann und kümmert sich dennoch aufopferungs- und liebevoll um Silvie. Ich war oft hin und hergerissen, weil ich nicht wusste, ob ich sie als Rivalin oder Freundin ansehen sollte.
Spätestens jetzt sollte klar werden, dass dieser Roman wirklich emotional ist und es sich bei dieser Geschichte um viele Verstrickungen und Schicksale des Lebens handelt.
Die Autorin konnte mich schon in der Leseprobe mit ihrem Schreibstil begeistern, der nicht nur in die Tiefe geht, sondern auch mal sehr klar und deutlich werden kann. Ivonne Keller scheut sich nicht davor, gewissen Themen (zum Beispiel Sex) beim Namen zu nennen und sich nicht durch „Blümchensprache“ zu verschönern.
Diese Mischung und die durchaus interessante Handlung selbst, die ich mir auch als Verfilmung oder Theaterstück vorstellen könnte, machen diese Geschichte so unglaublich toll.

Fazit:
„Hirngespenster“ ist ein Roman mit vielen Wendungen, eine Geschichte, bei der ich oft innehalten und durchatmen musste, eine Geschichte, die mich voll und ganz überzeugt hat und noch lange in meinem Gedächtnis bleibt.
© Michaela Gutowsky

 

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