Hell-Go-Land / Tim Erzberg


Titel:
HELL GO LAND
Autor: Tim Erzberg
Sprecher: Frank Arnold
Verlag: audio media
ISBN: 978-3-95639-153-8
Laufzeit: gekürzte Lesung, 463 Minuten
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
Anna Krüger tritt ihren Dienst auf der neuen Polizeistelle auf Helgoland an. Hier war sie einst Zuhause, bis sie einen wahren Alptraum erlebte. Kaum jemand weiß von ihrer Rückkehr, doch schon am ersten Tag wartet auf ihrer Dienststelle eine grauenvolle Überraschung auf sie und ihr wird klar, sie kann vor der Vergangenheit nicht fliehen.

Eindruck
Es könnte eine Geschichte von vielen sein. Jemand kehrt zurück in seinen Heimatort und muss sich dort seiner Vergangenheit stellen. Klingt sehr klischeehaft und doch schafft es Tim Erzberg seinem Thrillerdebüt eine interessante persönliche Note dank einer bildhaften Schauplatzbeschreibung zu verleihen.
Dass die Protagonistin Anna etwas Furchtbares erlebt haben muss, wird ziemlich schnell klar und im Grunde genommen, gilt es bis fast zum Schluss, herauszufinden, welch furchtbares Schicksal sie ereilt hat.
Während man hauptsächlich ihrem Erzählstrang folgt, fügt Tim Erzberg noch den des Täters, der sein Opfer immer wieder foltert und den eines Arztes ein.
Beide Handlungsstränge sorgen für Spannung und unterstützen die ohnehin schon düstere Atmosphäre, die die Insel umgibt.
Das Szenario des Mordes ist etwas blutig, und wenn man dank der bildhaften Sprache der Fantasie freien Lauf gibt, kann die Tatbeschreibung schon mal jemanden, der in diesem Genre nicht hartgesotten ist, an die Substanz gehen. Allerdings sind die beschriebenen Szenen recht kurz, sodass es mir nicht ganz so viel ausmachte.
Überraschende Wendungen lassen den Spannungsbogen immer wieder mal nach oben schnellen, allerdings bleibt nicht dauerhaft erhalten und fällt auch immer wieder ab.
Statt dessen weist der Thriller viele ruhige Passagen auf, die mir oftmals zu ruhig waren, andererseits fügen sich so alle losen Fäden zusammen und bilden ein Konstrukt.
Trotzdem blieb mir der Handlungsverlauf zu sehr an der Oberfläche.
Zum Ende hin löst sich die Geschichte auf und ich gebe zu, ich war leider nicht sonderlich vom Ausgang der Geschichte überrascht.

Figuren
Die Beschreibung der Charaktere ist soweit ausreichend, jedoch schaffte es keine einzige Person, mich wirklich zu überzeugen.
Für mich waren sie zu oberflächlich, ich hätte mir einfach etwas mehr Tiefe gewünscht.
Der Ermittler Paul war schon ein klein wenig sympathisch, wirkte aber zu tölpelhaft und naiv.
Man muss die Figuren in einer Geschichte nicht unbedingt mögen aber sie sollten authentisch sein.
Ich fand einzig und allein die Haushaltshilfe „echt“.

Sprecher
Frank Arnold trägt die Geschichte mit einer kräftigen und dunklen Stimme in einem ruhigen Sprachtempo vor. Vor allem spannende Szenen betonte er sehr intensiv.

Fazit
„Hell Go Land“ hätte mit der atmosphärischen Schauplatzbeschreibung ein richtig guter Thriller sein können doch leider verlief er mir dafür dann doch etwas zu ruhig und blieb zu sehr an der Oberfläche.
Die Handlung hatte zwar ihre spannenden und überraschenden Momente aber letztendlich reichte dies für einen Pageturner nicht aus und auch das  Ende für mich zu vorhersehbar um das Ruder noch mal rumzureißen und von einem echtem Nervenkitzel zu sprechen.

2 Kommentare zu “Hell-Go-Land / Tim Erzberg

  1. Hi ela,

    Ja, wir haben das Buch scheinbar wirklich sehr ähnlich erlebt, für mich waren die Charaktere auch viel zu oberflächlich und die ganze Stimmung zu ruhig! Dabei hatte ich mich auch echt auf dieses Buch gefreut, denn als Kind war ich auch mal auf Helgoland und hatte mir diesehr besondere Atmosphäre auch bei Buch gewünscht!

    Liebe grüße
    Jessi

    • Hi Jessi,
      ich finde, eine gewisse Atmosphäre hat er ja. Die stürmische Nordsee usw. aber das reichte eben nicht aus.
      Er war ja zeitweise auch spannend aber eben nicht genug. Nicht fesselnd genug, zu wenig Thrill.
      aber eben auch nicht total schlecht. Eher so ein Mittelding 🙂
      LG Ela

Kommentar verfassen