Haus der Geister / John Boyne

Titel: Haus der Geister
Autor: John Boyne
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-06004-2
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
England 1867: Die junge Eliza Caine tritt in Norfolk eine Stelle als Gouvernante an. Als sie die Empfangshalle von Gaudin Hall betritt, wird sie von ihren beiden Schützlingen Isabella und Eustace begrüßt und stellt überrascht fest, dass die beiden Kinder scheinbar allein auf dem Anwesen leben. Von den Angestellten und Eltern fehlt jede Spur. Doch schon bald stellt Elisa fest, dass sie nicht allein sind auf Gaudin Hall.

Eindruck
Die Geschichte spielt in England im 19. Jahrhundert und beginnt zunächst recht ruhig aus der Sicht von Eliza in der Ich-Perspektive.
Als Schauplatz hat sich John Boyne ein viktorianisches Anwesen in Norfolk ausgesucht, welches ebenfalls schon recht düster beschrieben wird.
Der Leser erfährt, wie Eliza zu der Anstellung als Gouvernante kam und es dauert nicht lange bis sich die ersten unheimlichen und mysteriösen Anspielungen einfinden.
Da der Roman meines Erachtens sehr viel Tiefgang aufweist und so zum Beispiel auch immer wieder Bezug zu Charles Dickens aufnimmt verläuft er durchweg sehr ruhig, kann aber dennoch mit gruseligen oder unheimlichen Momenten für Gänsehaut sorgen.
So hat die Geschichte zwar ihre Längen, dafür zieht sich aber eine beklemmende Atmosphäre wie ein roter Faden durch die Handlung bis zum Schluß.
Einige überraschende Wendungen sorgen für Abwechslung und dadurch war die Geschichte auch nicht ganz so vorhersehbar.

Figuren
Die Personenbeschreibung fand ich sehr detailliert und gut ausgearbeitet.
Es gibt einige wichtige Personen, die sehr unterschiedlich dargestellt werden. Von geheimnisvoll bis verängstigt, ruppig oder auch liebevoll, ihre Rollen waren alle sehr glaubhaft.
Eliza war sehr authentisch und ich mochte ihre energische und behütende Art sehr.
Besonders die Kinder stachen aber in ihrer Beschreibung heraus, was für die Geschichte meiner Meinung nach auch wichtig war.
Denn ihr Auftreten sorgte so einige Male für unheimliche und spannende Momente und oftmals schickten sie mich durch ihre Art auf die falsche Fährte.

Schreibstil
John Boyne besitzt einen sehr bildhaften und detaillierten Schreibstil, der es mir ermöglichte, mir spielend leicht „Gaudin Hall“ vorzustellen und dadurch den Spannungsfaktor erhöhte.
Vor allem aber ist sein Schreibstil sehr fesselnd, was dazu führte, dass ich es relativ zügig durchlesen konnte.
Das Einzige, was mich tatsächlich störte, war die Anrede von Isabell, die Eliza immer mit vollem Namen „Eliza Caine“ ansprach. Ich hätte bei der Anrede eher mit „Miss Eliza“ oder Ähnlichem gerechnet.
Da dies recht häufig vorkam, fiel es etwas auf.

Fazit
„Haus der Geister“ ist eine tiefgehende, eindringliche und fesselnde Geschichte, die ein wenig Grusel auf hohem Niveau bieten kann, aber dennoch mehr einem Roman gleicht.
John Boyne überzeugte mich mit einer gut durchdachten Handlung, einem wunderbaren Schauplatz und unheimlichen Spukszenen, die tatsächlich eine beklemmende und schaurige Atmosphäre vermitteln.
Diese gelungene Mischung sorgte dafür, dass ich diesen Roman kaum aus der Hand legen wollte und er somit zu einem richtigen Pageturner wurde.

2 Kommentare zu “Haus der Geister / John Boyne

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