Gut getroffen / Fredrika Gers

Titel: Gut getroffen
Autor: Fredrika Gers
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-26850-2
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
Beim Berchtesgadener Weihnachtsschießen wird einer der Schützen tödlich getroffen. Dabei feuern die traditionellen Vorderlader gar keine Kugeln ab! Leider hatte das Opfer viele Feinde, sodass Hauptwachtmeister Holzhammer zunächst einmal gar nicht weiß, wo er anfangen soll.
Nun geht er mit ungewohntem Eifer an die Arbeit denn ihn plagt das schlechte Gewissen.
Das Opfer hat sich in den letzten Wochen mehrmals bedroht gefühlt doch der Hauptwachtmeister nahm ihn nicht ernst. Doch Christine steht ihm erneut zur Seite.

Eindruck
Achtung, da es sich hier um den dritten Band der Holzhammer-Reihe handelt, können Inhalte aus den vorherigen zwei Bänden „Die Holzhammer-Methode“ und „Teufelshorn“ erwähnt werden. Ich versuche aber in meiner Rezension weniger auf den Inhalt einzugehen als mehr auf den Handlungsaufbau selbst.
Der Einstieg in die Geschichte fällt wieder sehr leicht und beginnt schon recht witzig und ironisch.
Die Autorin erklärt sehr ausgiebig den Brauch der Berchtesgadener Schützen und verschafft zusätzlich eine sehr winterliche und weihnachtliche Atmosphäre in den Fall.
Der Fokus richtet sich hauptsächlich auf die Aufklärung der Tat und besitzt zwar einige Längen, lässt aber auch sehr viel Tiefe und Raum in den Charakter des Hauptwachtmeisters zu.
Das schlechte Gewissen seinerseits und die damit verbundenen Komplikationen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
Natürlich gibt es auch in diesem Krimi wieder viele regionale Erwähnungen, sodass es sehr leicht fällt, sich die Umgebung vorzustellen oder gar wiederzuerkennen.
Kleinere Rückblenden erleichtern den Einstieg in die Reihe, da der Fall aber in sich abgeschlossen ist, sind vorherige Kenntnisse nicht nötig wenn auch vorteilhaft.

Charaktere
Die Autorin verleiht den Figuren mehr Tiefe und die Charaktere entwickeln sich auch im dritten Band weiter.
Vor allem Christine sticht heraus und ihre Entwicklung und die Beziehung zum Berchtesgadener Land sind sehr interessant.
Doch vor allem Hauptwachtmeister Holzhammer, der diesmal etwas mehr Tiefe in der Handlung erhält, hat mich im dritten Band überzeugt.

Schreibstil
Auch Fredrika Gers Schreibstil hat sich meines Erachtens weiter entwickelt.
Ich empfand ihn als sehr bildhaft und konnte mir durch die regionalen Bezugspunkte auch die Umgebung sehr gut vorstellen und wiedererkennen.
So richtig beeindruckt war ich aber von der winterlichen und weihnachtlichen Atmosphäre, die sie vermitteln konnte.
Natürlich taucht der Dialekt immer wieder in den Dialogen auf, allerdings empfand ich diesen nicht mehr so häufig und kompliziert wie im zweiten Band.

Fazit
„Gut getroffen“ ist ein guter solider dritter Band, der mich mit seiner weihnachtlichen Atmosphäre und den sich weiterentwickelten Figuren wieder begeistern konnte.
Wer gerne einen regionalen Krimi mit Humor und Ironie liest und dabei das Berchtesgadener Land und seinen Brauchtum kennenlernen möchte, dem lege ich erneut die Holzhammer-Reihe ans Herz.

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