Fürchte die Nacht / Claudia Puhlfürst


Kurzbeschreibung
Lena und ihre Freundin Anne sind auf einer Exkursion in einem Landschulheim.
Um sie herum nichts als Wald und Wiesen. Das schreit doch nach nächtlichen Mutproben, um die aufkommende Langeweile zu vertreiben!
Spät in der Nacht wird Anne plötzlich angegriffen, sie entkommt doch einen Tag später wird eine ihrer Klassenkameradinnen tot aufgefunden.
Die Klasse reist geschockt ab und der Mörder scheinbar mit ihnen.

Meinung
Der Einstieg in Claudia Puhlfürst Jugendthriller beginnt zunächst sehr spannend und bietet eine gute, geheimnisvolle Atmosphäre.
Zwar werden hier einige Klischees bedient, wie zum Beispiel Klassenfahrt, nächtliches Treffen usw. aber im Fokus steht meiner Meinung nach die Ermittlungsarbeit von Anne und die Freundschaft zwischen ihr und Lena.
Es bildet sich noch ein weiterer Handlungsstrang, auf den ich aber nicht näher eingehen kann, ohne zuviel zu verraten.
Die Handlung wird abwechselnd von Anne und Lena erzählt und gliedert sich in 4 Teilen mit kurzen Kapiteln auf.
Während Anne sich mit der Tätersuche beschäftigt und sich darin fast selbst verliert, ist Lenas Erzählstrang sehr geheimnisvoll und tragisch.
Dadurch wird der Handlungsverlauf aber nach dem spannenden Einstieg deutlich ruhiger, es gibt wenige überraschende Wendungen und der Spannungsbogen fällt immer wieder ab.

Zahlreiche Charaktere sind in der Handlung vorhanden, die aber fast alle ausreichend beschrieben sind.
Wenn viele Personen mitspielen, bleibt eine in die Tiefe ausgearbeitete Beschreibung der Figuren oftmals auf der Strecke und das war für mich vollkommen akzeptabel.
Anne war mir aber persönlich zu extrem dargestellt. Sie stürzte sich in die Ermittlungsarbeit, mutierte förmlich zur Detektivin und schien kein anderes Ziel mehr vor Augen zu haben. Dies wirkte auf mich, gerade auch für ihr Alter, schon etwas unglaubwürdig.
Lena hingegen war der ruhigere Part, geheimnisvoll und nicht so leicht zu durchschauen. Sie fand ich deutlich interessanter.
Die anderen Mitschüler, Lehrer und Eltern werden knapp beschrieben, was aber völlig auszureichen scheint.
Etwas zu durchsichtig erschien mir aber eine Psychologin, die zwar immer wieder mal in der Handlung auftaucht, dafür aber einfach zu sehr im Hintergrund bleibt.

Der Schreibstil von Claudia Puhlfürst ist recht fesselnd mit kurzgehaltenen Sätzen und vielen Dialogen und der Zielgruppe von jugendlichen Lesern angepasst.
Die Handlungskulisse und Szenen sind sehr bildhaft beschrieben, sodass es mir leicht fiel, mir die Geschichte bildlich vorzustellen.
Dies ermöglichte mir einen leichten und raschen Lesefluss.

Fazit
„Fürchte die Nacht“ ist ein Jugendthriller, der zwar nicht hochspannend ist, sich dafür aber leicht weg lesen lässt.
Man sollte hierbei nicht vergessen, dass er definitiv für eine jüngere Zielgruppe geschrieben ist.
Mir gefiel er dafür ganz gut, nur der Ausgang der Geschichte, der zwar recht überraschend war, wirkte auf mich zu konstruiert und zu schnell abgewickelt.

Weitere Informationen zu diesem Buch
Titel: Fürchte die Nacht
Autor: Claudia Puhlfürst
Verlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-67127-5
Seitenzahl: 363
Erschienen am: 16.02.2017

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