Frühjahrsputz / Fredrika Gers


Kurzbeschreibung
Am Königssee herrscht dicke Luft. Ein neues Hotelprojekt sorgt für Unmut. Die einen sind dafür, die anderen dagegen.
Vor allem Hotelbesitzer Altbauer und der Ladenbesitzer Hirsinger gehen dabei sehr aggressiv aufeinander los.
Als einer der beiden dank einer Lawine ums Leben kommt, braucht Hauptwachtmeister Franz Oberhammer all seinen Verstand sowie seine Freunde um das Rätsel um dessen Tod zu lösen.

Eindruck
Fernwehbekämpfung 4.0 mit dem vierten Band der Holzhammer-Reihe, die im Berchtesgadener Land spielt.
Der Schnee zieht sich so langsam zurück, der Frühling lädt zum großen Hausputz ein und alles könnte so friedlich sein, wäre da nicht Fredrika Gers, die natürlich, wie es sich für ihre Krimireihe gehört, einen neuen Kriminalfall schafft.
Modernisierungen und Verkaufsgesetze treffen auf Tradition und Brauchtum und teilen die sonst so friedliche Region rund um den Königssee in zwei Lager.
Holzhammer möchte am liebsten seine Ruhe und ist von all den Streitereien bereits genervt.
Als Christine auf einer Skitour dann die Leiche eines der größten Streithähne findet, ist Holzhammer voll und ganz in seinem Element, und versucht den Fall zu lösen.
Natürlich ist dieses nicht so einfach, und verschiedene Fährten locken ihn und den Leser zunächst einmal auf die falsche Spur.
Dabei richtet sich das Augenmerk wie in den anderen Bänden auch, nicht nur auf den Kommissar, sondern auch auf Christine, die selbst dabei ist, ein gut gehütetes Geheimnis zu lüften.

Es ist eine Freude zu beobachten, wie sich die Charaktere weiterentwickeln.
Dies betrifft nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch diverse Nebenfiguren, mit denen die Autorin zumindest bei mir für eine gelungene Überraschung sorgte.
Ihre Figuren wirken greifbar, mit Ecken und Kanten, können richtig sture Esel sein, oder besonders liebenswert und herrlich naiv.
Einige wirken sehr undurchschaubar, andere berechenbar, und doch schaffen sie es oft auf die eine oder andere Art, zu überraschen.

So geht es mir auch mit dem Schreibstil der Autorin.
Wie es zu einem regionalen Krimi passt ist die Beschreibung der Schauplätze inklusive ihrer Natur sehr bildhaft.
Wenn man das Berchtesgadener Land und seine Schönheit kennt, der wird spielend leicht diverse Lokalitäten und Schauplätze wiedererkennen.
Doch auch Nicht-Kennern sollte es leicht fallen, sich die Umgebung vorzustellen.
Der immer wieder eingebrachte Dialekt in den Dialogen bietet das Krönchen obendrauf, um sich tatsächlich richtig heimisch zu fühlen.

Fazit
„Frühjahrsputz“ ist wieder einmal sehr gelungen, bietet erneut einen guten Kriminalfall mit viel Humor und einem sagenhaften Schauplatz.
Doch es lässt nicht nur schmunzeln, sondern regt auch zum Nachdenken an.
Es konnte zwar mein Fernweh ein wenig lindern aber lässt mich auch ungeduldig auf den 5. Band warten, der im Oktober 2017 mit dem Titel „Mord am Toten Mann“ erscheinen soll.

Weitere Informationen zu diesem Buch
Titel: Frühjahrsputz
Autor: Frederika Gers
Verlag: rororo
ISBN: 978-3499269950
Erschienen am: 26.02.2016
Seitenzahl: 288

Weitere rezensierte Bände dieser Reihe
* Die Holzhammer-Methode (Bd.1)
* Teufelshorn (Bd.2)
* Gut getroffen (Bd.3)

Kommentar verfassen