Fressen ihn die Raben / Volker Streiter

buchbesprechungkl
Titel:
Fressen ihn die Raben
Autor: Volker Streiter
Verlag: Prolibris
ISBN: 978-3-935263-80-1
Meine Gesamtwertung: 4/5 Sterne
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
Als ein voll besetzter Reisebus am Königssee explodiert, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Sämtliche Einsatzkräfte aus Berchtesgaden ermitteln und die Probleme am Funtensee wirken dagegen recht klein. Ein Satellitentelefon ist verschwunden und ein erpresserischer Gastrokritiker treibt sein Unwesen. Doch plötzlich fällt über dem „Steinernen Meer“ eine Hand vom Himmel. Die Hüttenwirtin ist alles andere als erfreut, als ein Wanderer mit dieser zu ihr ankommt. Gut, das eine vermeintliche Rechtsmedizinerin dort Urlaub macht, denn Kommissar Schartauer und Heustapel sind vorerst beschäftigt.

Mein Eindruck
Bei regionalen Krimis lege ich sehr viel Wert auf eine bildhafte Beschreibung des Schauplatzes sowie einem gut konstruierten Kriminalfall. Sehr interessant fand ich hier die Thematik, der sich Volker Streiter annimmt. Er schafft sofort eine bedrohliche Atmosphäre in der friedlich wirkenden Bergwelt, in dem er den Leser gleich zu Beginn mit einem recht bizarren Mord konfrontiert. Hier sollte man eventuell etwa magenfest sein, denn dieser Mord wird sehr detailliert bis in alle Einzelheiten beschrieben.
Um diese sonst so harmonische Region noch furchtsamer darzustellen, lässt er gleich noch einen Reisebus explodieren.
Die Geschichte wird in kurzen Kapiteln erzählt, die jeweils mit einer Überschrift versehen sind.
Dabei nimmt er sich im Verlauf verschiedenen Handlungssträngen an, fügt ein wenig geschichtlichen Hintergrund mit ein und lässt zum Schluss sämtliche Handlungsfäden zusammenlaufen und ein gut nachvollziehbares Ende zu finden.

Figuren
Die mitspielenden Personen werden ebenfalls sehr detailliert beschrieben und besitzen unterschiedliche, teils auch recht ungewöhnliche Charaktere. Während die Kommissare vor Ort, wie die Faust aufs Auge zusammenpassten, gab es andere Personenkonstellationen, deren Verlauf auf unterschiedliche Art und Weise interessant wurde.
Recht interessant wenn auch sehr eigenwillig, fand ich die Kölner Kommissarin und ihren Zimmergefährten.
Doch auch mit den anderen Personen, vor allem denen, die das Koglerhaus bewohnen, schafft Volker Streiter interessante Figuren, die mich als Leser intensiv beschäftigt haben.

Schauplatz
Als Schauplatz hat sich der Autor Berchtesgaden und Umgebung angenommen. Besonders der Königssee, das Steinerne Meer und der Funtensee werden intensiv erwähnt. Im späteren Verlauf konzentriert sich die Handlung dann auf das Koglerhaus.

Schreibstil
Der Schreibstil ist sehr bildhaft und lässt sich flüssig und schnell lesen. Obwohl die Dialoge zwischendurch dem Dialekt angepasst sind, lassen sie sich ebenfalls gut verstehen und lesen.

Fazit
„Fressen ihn die Raben“ ist ein gut gelungener und spannender Regionalkrimi, der nicht nur mit seiner bildhaften Beschreibung, sondern auch mit interessanten und ungewöhnlichen Charakteren überzeugen kann.
© Michaela Gutowsky

3 Kommentare zu “Fressen ihn die Raben / Volker Streiter

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