Evies Garten – K. L. Going

Gelesenganzklein
Titel:
Evies Garten
Autor: K. L. Going
Verlag: Baumhaus
ISBN: 978-3833901355
Meine Gesamtwertung: 3/5 Sterne
Meine Meinung:
Um was geht es?
Evie ist 10 Jahre jung und erlebt die Welt nach dem Tod ihrer Mutter als schmerzvoll und trist.
Ihr Vater hat plötzlich die verrückte Idee auf eine Apfelplantage in einer ihr völlig fremden Kleinstadt zu ziehen. Diese Plantage soll verflucht sein, denn seit Jahren wachsen dort keine Äpfel mehr. Als sie dort Alex kennenlernt, der behauptet ein Geist zu sein, freunden sich beide an und gehen dem rätselhaften Geheimnis um die Plantage auf den Grund.

Die Handlung
beschreibt von der schmerzvollen Trauer eines Kindes, das seine Mutter verloren hat. Sie erzählt den Prozess des Zueinanderfindens zwischen Tochter und Vater, dem Verlust des Vertrauens und des Wiederfindens zu sich selbst. Der Leser begleitet Evie auf ihrer verzweifelten Suche nach ihrer Mutter, erlebt mit ihr die Freundschaft zu Alex und verfolgt ein großes Abenteuer, das grauenvoll und wunderschön zu gleich ist. Die Autorin verwebt verschiedene Handlungsstränge miteinander die mal an ein Märchen grenzen und mal sehr religiös erscheinen können.

Die Figuren:
Die Beschreibungen der Figuren fand ich gelungen. Evie war sehr authentisch dargestellt. Ich konnte ihre Trauer und Verzweiflung und auch ihre Frustration sehr gut nachempfinden. Ihre Gedankengänge und Träume konnte ich gut nachvollziehen und so hab ich manches Mal mit ihr gelitten.
Auch die anderen Figuren bekommen ihren Raum, vor allem ihr Vater, Alex und eine Bewohnerin des Ortes. Trotz allem hätte ich mir gerade beim Vater zum Beispiel, etwas mehr Tiefe gewünscht.

Der Schreibstil:
ist märchenhaft und teilweise philosophisch, regt zum Träumen und zum Nachdenken an. Die Autorin erzählt in einer bildhaften Sprache und schaffte es damit meiner Fantasie freien Lauf zu lassen.
Ob es nun um die geheimnisvolle und triste Apfelplantage ging, dem märchenhaften Abenteuer oder eben nur den Personen selbst, so fiel es mir sehr leicht, mir all dies bildlich vorzustellen. Vom tristen Grau bis hin zur Farbenpracht, alles war möglich und der eigenen Fantasie kaum Grenzen gesetzt.

Und das Beste kommt immer zum Schluss oder nicht?!
Der Ausgang der Geschichte war für mich ziemlich vorhersehbar aber gut gelöst. Es blieben nur wenige offene Fragen zurück, aber eben auch der Gedanke, dass mir irgendetwas an dieser Geschichte fehlte. Es gab einige Nebenhandlungen, die mich hin und wieder verwirrten.

Fazit:
Evies Garten ist ein schöner wenn auch leicht melancholischer Roman, der mich mit seinem märchenhaften und poetischen Schreibstil in seinen Bann ziehen konnte.
Noch im Nachhinein habe ich mich mit dieser Geschichte auseinandergesetzt und mich gefragt, warum er mich dennoch nicht so berühren konnte, wie ich es von einer solchen Geschichte erwartet hätte.
Ich kann es nicht genau benennen, auf der einen Seite war es mir stellenweise sehr erwachsen und anspruchsvoll, auf der anderen Seite fehlte es mir wieder an Tiefe.
Vielleicht bin ich aufgrund der Thematik „Trauerbewältigung“ falsch an diese Geschichte rangegangen. Dennoch, auch wenn sie mich weniger berühren konnte, so lud sie ein in ein märchenhaftes Abenteuer, das faszinierte und dass ich noch länger in Erinnerung behalten werde.
© Michaela Gutowsky

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