Eifel-Krieg / Jacques Berndorf

Ausgelesen3Titel: Eifel-Krieg

Autor: Jacques Berndorf

Verlag: KBV

ISBN: 978-3-942446-97-6

Meine Gesamtwertung: 5/5 Sterne

Meine Meinung:

Die Eifel kann noch so schön und bezaubernd sein, spätestens unter Jacques Berndorfs Schreibfeder lernt der Leser sie von ihrer dunklen Seite kennen. Oder in seinem 22. Krimi mit Siggi Baumeister, von der „braunen“.
Denn diesmal nimmt der Autor das Thema Neonazis auf und schickt den armen Rodenstock ins künstliche Koma. Kein Wunder, das Siggi Baumeister und Emma völlig durch den Wind sind. Doch auch Baumeister kommt ohne ein blaues Auge und diverser anderer Verletzungen nicht davon und Jacques Berndorf setzt obendrauf auch noch einen Serienkiller in die Szene!
Ja es wird spannend und es wird brutal. Ich muss zugeben, dass ich wirklich von Anfang bis Ende durch die Seiten geflogen bin. Ich habe mit Siggi Baumeister und Emma gelitten, während sie um Rodenstock bangten, habe die Luft angehalten, wenn sich Baumeister wieder einmal in Gefahr begab und den Kopf geschüttelt, wenn er so manche Person die er mag, vor den Kopf stößt.
Ja, Siggi macht wirklich schwere Zeiten durch und entführt den Leser mit in eine leicht traurige, wehmütige vor allem aber sorgenvolle Stimmung. Er ist nachdenklich und grüblerisch wie immer aber er hat auch Angst um die Menschen, die ihm etwas bedeuten. Und manchmal ist es gar nicht so leicht, sich diese Gefühle einzugestehen.  Dank  der Spannung wird  der Leser aber auch in einen guten, abenteuerlichen Krimi, versetzt, bei dem er das Gefühl bekommt, weiterlesen zu müssen, um zu schauen, wie alle Beteiligten auf dieser Sache wieder herauskommen.
Somit beweist Jacques Berndorf auch in diesem Krimi wieder sein Talent zum Schreiben, seine Sensibilität die Figuren authentisch erscheinen zu lassen und er nimmt bei politischen Themen kein Blatt vor dem Mund.
Der Spannungsbogen fällt zwar zwischendurch ab, schnellt aber rasch wieder in die Höhe und auch einiges an Brutalität ist in dieser Handlung zu finden.
Leider hatte ich schon ziemlich schnell den Täter im Verdacht, jedoch störte mich das weniger, weil einfach die ganzen Nebenstränge zu interessant waren.
Der Schreibstil bleibt unverändert, trocken aber humorvoll, manchmal bissig und wahrscheinlich immer ehrlich. Die Charaktere soweit auch, wobei ich das Gefühl habe das gerade Baumeister sich weiterentwickelt und „beziehungsfester“ wird.
Ich mag das, denn genau diese Mischung machen für mich seine Krimis so interessant.

Fazit:
Der „Eifel-Krieg“ wurde für mich zu einem richtigen Pageturner. Es wurde geschossen und verprügelt, gebangt und gerettet. Eigentlich alles, wie immer und doch fand, ich ihn spannender wenn auch sorgenvoller als die letzten beiden. Weiter so Herr Berndorf aber jagen Sie mir bitte nicht noch mal so einen Schrecken um das Trio ein!
© Michaela Gutowsky

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