Drei Meter unter Null / Marina Heib

Kurzbeschreibung
Sie beobachtet ihre Opfer und ermordet sie dann.
Jedoch nie grundlos. Sie bemühte sich, normal zu sein – bis zu jenem Tag, an dem sie beschloss, eine Mörderin zu werden. Damit ihre Opfer genauso leiden wie sie.

Meinung
Was bewegt eine Frau dazu, Menschen zu ermorden?
Die Autorin Marina Heib zeigt in diesem Thriller auf, wie es möglich ist, dass eine Frau die schon immer etwas anders war, zu einer Jägerin wird. Richtig, sie jagt Menschen und ihre Geschichte gleich einem Selbstportrait.
Die Protagonistin erzählt in der Ich-Perspektive und sie berichtet, wie sie ihre Opfer ausspäht und letztendlich ermordet.
So wird man als Leser und Hörer zum direkten Beobachter.
Die Mörderin – die sich gerne als Jägerin bezeichnet- erzählt in verschiedenen Teilen „wie sie war, bevor sie wurde, was sie ist“ und somit gibt es in der Geschichte viele Rückblicke in die Vergangenheit.
Durch diese Erinnerungen gewinnt die Handlung Stück für Stück an Tiefe, aber es dauerte eine Weile, bis ich wirklich in die Geschichte hineingefunden habe.
Durch die selbstgerechte und zynische Art, wirkt die Protagonistin äußerst kaltblütig und nur ganz selten lässt sie hinter ihre Fassade blicken.
Dies erschwerte mir anfangs den Einstieg, andererseits spricht das aber für eine gute Charakterzeichnung.
Nach und nach erfährt man, dass die Mörderin durchaus ihre Gründe hat, die sie auch ausführlich argumentiert.
Sie ist durchaus intelligent aber eben auch selbstgerecht, und diese Kombination lässt die Geschichte sehr fesselnd werden, wenngleich auch die Hauptfigur dadurch nicht sympathischer wurde.
Doch die Spannung besteht meines Erachtens hauptsächlich darin, WARUM sie zur Mörderin wurde.
Dabei verzichtet die Autorin auch nicht auf schockierende und grausame Szenen, die einen beklemmenden Eindruck hinterlassen und auch überraschende Wendungen lassen über den schwierigen Anfang hinwegsehen.

Anna Thalbach, die mittlerweile zu meinen Lieblingssprecherinnen gehört, leistet hier wieder einmal großartige Arbeit.
Sie versetzt sich mit ihrer temperamentvollen Stimme wunderbar in die Figur und lässt sie sehr emotional vorgelesen, lebendig wirken.
Denn die verschiedenen Stimmungen der Jägerin liegen ihr in der Vertonung sehr gut. Ganz besonders die aggressiven Passagen überträgt sie glaubhaft und lässt das Sprachtempo hektischer werden, so wie die Gedanken der Protagonistin hin- und herspringen.
Dies erhöht den Spannungsfaktor zusätzlich.

Fazit
„Drei Meter unter Null“ lässt sich durchaus als Thriller bezeichnen, der zwar nicht hochspannend ist, durchaus aber durch seine Geschichte fesseln und schockieren kann.
Eine beklemmende Atmosphäre ist vorhanden, die ganz besonders durch die Sprecherin hervorgehoben wird und auch grausame Szenen finden sich wieder.
Der Einstieg ist zwar zunächst etwas schwierig, doch wenn man einmal in der Handlung drin ist, lässt sie auch nicht mehr los.

Weitere Informationen zu diesem Hörbuch
Titel: Drei Meter unter Null
Autor: Marina Heib
Sprecher: Anna Thalbach
Verlag: Randomhouse Audio
ISBN: 978-3-8371-3773-6
Laufzeit: ungekürzte Lesung, 6h 27
Erschienen am: 06.03.2017

10 Kommentare zu “Drei Meter unter Null / Marina Heib

  1. Hallo Ela,
    ich höre es gerade als Hörbuch und es ist toll. Wie du schreibst nicht unbedingt megaspannend aber es hat was.
    Die Stimme der Sprecherin passt so gut und ich genieße es auch wenn es stellenweise echt brutal ist.
    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Hallo Kerstin,
      ich freue mich sehr wenn es Dir gefällt 🙂
      Dann kannst Du ja nun nachempfinden was ich mit der Rezi ausdrücken wollte.
      Liebe Grüße
      Ela

    • Ich drück Dir die Daumen und wünsch dir ganz viel Glück.
      Bin gespannt ob die Geschichte als Buch auch so rüberkommt wie beim Hörbuch.
      Denn beim Hörbuch setzte die Sprecherin ja noch einen drauf! 🙂
      LG Ela

      • Für mich unterscheiden sich diese beiden Medien grundlegend, da einfach die Sprecher die Geschichte nochmals untermauern/tragen oder eben bei einer nicht ansprechenden Stimme zunichte machen (dann jedoch würde ich abbrechen & die Printausgabe versuchen)

        • Das stimmt oftmals wobei die Geschichte dieselbe bleibt. 🙂
          In diesem Fall hätte ich das Buch vielleicht sogar auch abgebrochen, da ich den Einstieg recht schwer fand.
          Wer weiß, manchmal aber nur manchmal werten Sprecher eben eine Geschichte auf oder machen sie im schlimmsten Fall kaputt.

    • Ich erwähnte es ja in der Rezi. Durchweg spannend ist es nicht, also nicht hochspannend aber doch fesselnd.
      Eben weil es so eine ungewöhnliche Perspektive ist 🙂

Kommentar verfassen