Die Welt ist kein Ozean / Alexa Henning von Lange

buchbesprechungkl
Titel: Die Welt ist kein Ozean
Autor: Alexa Hennig von Lange
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-16296-5
Meine Gesamtwertung: 4/5 Sterne
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
Franzi macht ihr Praktikum in einer psychiatrischen Klinik. Dort lernt sie schnell, dass in dieser Welt nichts normal ist. Doch ausgerechnet Tucker, 18 Jahre und schwer traumatisiert, erobert ihr Herz. Obwohl er nicht mehr spricht und stets in sich zurückzieht, schafft Franzi es, eine Verbindung zu ihm aufzubauen. Doch es stellt sich die Frage ob Franzi wie geplant ein Jahr ins Ausland geht oder Tucker zu Liebe bleiben soll.

Eindruck
Die Geschichte erzählt von Franzi und ihrer Freundin, die beide kurz davor sind, erwachsen zu werden und sich mit ihren Zukunftsplänen auseinandersetzen müssen.
Für Franzi steht fest, sie möchte ein Jahr nach Australien, nicht zuletzt um aus den Fängen ihrer Familie zu kommen, in der sie liebevoll und behütet aufwächst.
Doch auch ihr Praktikum soll etwas Besonderes sein und so sucht sie sich eine psychiatrische Klinik aus.
Ab diesem Moment kommt der Leser auch mit Tuckers Geschichte in Berührung.
Die Autorin beschreibt den Klinikalltag recht ausführlich und so fiel es mir leicht, mich in diese Geschichte hineinzufinden.
Dabei konzentriert sich die Geschichte weniger auf Tucker´s Trauma sondern mehr auf Franzis Zukunftspläne. Sie ist fröhlich und traurig, spannend und romantisch gleichermaßen, dennoch kam mir das Ende zu rasch abgewickelt und konstruiert vor. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht, ein wenig mehr Details zu Tucker, weniger von Franzis Freundin oder auch der Schwester.
Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Franzi in 27 Kapiteln erzählt, die jeweils mit einer Überschrift versehen sind. Am Ende befindet sich noch eine Danksagung.

Figuren
Die Figuren sind an sich sehr farbenfroh beschrieben doch gerade bei Tucker hat mir die nötige Tiefe gefehlt.
Franzi ist die Protagonistin und war mir auf Anhieb sympathisch. Ich mochte ihre fröhlich-leichte Einstellung und ihr Verantwortungsgefühl anderen Menschen gegenüber. Gerade ihre Beschreibung finde ich sehr gelungen, da sie oft mein Mitgefühl weckte und ich ihre Zerrissenheit gut nachempfinden konnte.
Nelli, die Freundin war zeitweise nervig doch auch ihr nahm ich die Rolle voll und ganz ab. Sie ist das absolute Gegenteil von Franzi und besitzt eine komplett andere Einstellung zu ihrem Leben.
Tucker fand ich sehr interessant beschrieben, doch gerade bei ihm hätte ich mir etwas mehr Details gewünscht. Es fiel mir sehr schwer, mich in ihn hineinzuversetzen und mit ihm mitzufühlen.

Schreibstil
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist leicht und fesselnd und ermöglicht ein rasches Einfinden in die Geschichte. Hat man einmal begonnen, mag man den Roman kaum aus der Hand legen, weil die Geschichte und ihre Figuren, den Leser in den Bann ziehen.

Fazit
„Die Welt ist kein Ozean“ ist ein Jugendroman, der leicht und berührend zugleich ist. Er erzählt vom Erwachsenwerden, der ersten Liebe und der Frage, was in jungen Jahren tatsächlich wichtiger ist. Die Vernunft oder das Herz?
© Michaela Gutowsky

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