Die Vermissten / Caroline Eriksson


Kurzbeschreibung
Als Greta, Alex und Tochter Smilla zu einer kleinen Insel auf einem See fahren, bleibt Great am Ufer zurück als Alex und Smilla die Insel erkunden. Doch die beiden kehren nicht zurück und Greta macht sich auf die Suche. Nachdem diese erfolglos bleibt, wenn sie sich an die Polizei. Dort stellt sich heraus das ihre eigene Geschichte genauso viele Rätsel aufwirft wie das von Alex und Smilla.
Und es stellt sich die Frage: Hat Greta etwas mit deren Verschwinden zu tun?

Eindruck
Weniger ist oft mehr und vielleicht trifft dieser Satz auch auf diesen Thriller zu.
Denn eigentlich begann diese Geschichte richtig gut.
Ein leicht geheimnisvolle und düstere Beschreibung des Schauplatzes, versteckte Anspielungen der betreffenden Personen und ein Geheimnis, das zu ergründen gibt.
Was geschieht mit Dir, wenn Dir kein Mensch mehr glaubt und Du dir nicht einmal mehr selbst trauen kannst?
Diese Frage stellt sich der Leser zwangsläufig, wenn er diesem Psychothriller lauscht.
Mit verschiedenen Erzählsträngen beschreibt die Autorin die Geschichte einer Frau, die sich im Laufe der Zeit zwischen Realität und Wahnsinn nicht mehr sicher sein kann, wem sie noch trauen darf.
Caroline Erikson thematisiert vor allem Gewalt in Beziehungen und kann dadurch leider einige Längen in dieser Geschichte nicht vermeiden.
Während ich mich anfangs noch über die verschiedenen Fährten und überraschenden Wendungen freute, erschien mir der Thriller im weiteren Verlauf leider zunehmend verwirrend und viele Reaktionen kamen mir unlogisch vor.
Dies wirkte nicht nur wiederholend, sondern auch sehr ermüdend.
Fairerweise muss ich aber zugeben, dass einige Schlüsse, die mir zunächst als nicht nachvollziehbar erschienen, sich zum Ende hin aufklärten.

Charaktere
Die Zeichnung der Charaktere fand ich bis auf die Protagonistin etwas blass.
Während Greta recht stark beschrieben ist, standen die weiteren Personen eher im Schatten. Dies wäre bei den Randfiguren kein Problem, jedoch hätte ich mir zumindest bei drei weiteren wichtigen Personen etwas mehr Details und Tiefe gewünscht.

Sprecher
Das Hörbuch wird von drei verschiedenen Sprecherinnen vorgelesen. Nina West, Gabriele Blum und Jessica Schwarz lesen alle mit sehr angenehmen Stimmen.
Leider waren sich allerdings die Stimmen sehr ähnlich, und wenn man nicht genau hinhörte, wusste man zunächst erst einmal nicht, welcher Erzählstrang gerade dran ist. Leider kam hinzu, dass alle 3 Personen in der „Ich-Perspektive“ erzählen.
Dies erschwerte mir ziemlich den Hörgenuss.

Fazit
„Die Vermissten“ ist ein Psychothriller, der an sich einen sehr guten Einstieg lieferte, sich dann aber meiner Meinung nach in zu vielen Details verlor.
Falsche Fährten sind gut und ein bisschen Hin und Her sollte ruhig sein, hier aber war es mir persönlich einfach zu viel.
Spannende Situationen flachten durch unlogische erscheinende Handlungsszenen immer wieder ab und nahmen mir oft die Lust weiterzuhören.
Auch wenn zum Ende hin vieles einen Sinn ergab, blieb doch ein unzufriedenes Gefühl zurück.

Weitere Informationen zum Hörbuch
Titel: Die Vermissten
Autor: Caroline Eriksson
Sprecher: Nina West, Gabriele Blum und Jessica Schwarz
Verlag: Der Hörverlag
ISBN: 978-3-8445-2325-6
Laufzeit: 06 h 40, gekürzte Lesung
Erschienen:
08.08.2016

4 Kommentare zu “Die Vermissten / Caroline Eriksson

  1. Ich mochte das Buch wirklich sehr 😉

    Und ich stelle mir immer mal wieder die Frage, ob Lesen doch was ganz anderes mit einem macht, als hören… Lässt sich jetzt so nicht klären, wenn Du das Buch jetzt normal lesen würdest, wärst Du ja schon von vorneherein eingenommen 😉

    • Ich denke eher nicht. Wenn überhaupt wirkt sich das hören statt lesen deutlich posivtiver aus. So zb. bei „die Arena“ von King, die ich als Buch abbrach und als Hörbuch hörte.
      Hier lag es einfach an zu vielen details und fährten, die auch im Buch vorgekommen wären.
      Im übrigen bin ich bei lesen noch radikaler und breche die Geschichten viel schneller ab, während ich beim Hörbuch großzügiger bin da auch meist der Sprecher die Geschichte noch mal aufwertet.
      Egal ob Buch oder Hörbuch, der Handlungsaufbau bzw. die Idee, wäre dieselbe gewesen 🙂

  2. Hi ela 😀

    Ich muss sagen, dass ich das Buch eigentlich ganz gut fand. Ich habe es echt gerne gelesen. Es war zwar kein Highlight und es war vielleicht an manchen Stellen etwas oberflächlich, aber ich mag solche Art von mysteriösen Dingen, die sich erst mit dem Wissen vom Ende erklären lassen!

    Liebe Grüße
    Jessi

    • Hi Jessi,
      daran lag es ja auch gar nicht, sondern eben an den vielen unlogischen Reaktionen und zu verwirrenden Fährten.
      Liebe Grüße
      Ela

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