Die Stadt / Andreas Brandhorst

Kurzbeschreibung
Benjamin Harthman erwacht nach seinem Tod in einer völlig fremden Stadt. Eine Stadt voller Verstorbenen. Er weiß nicht ob er sich im Paradies oder in der Hölle befindet und macht sich auf die gefährliche Suche nach dem Geheimnis dieser mysteriösen Stadt.

Eindruck

„Ich bin tot und fliehe vor etwas, das ich nicht kenne und von dem ich nicht weiß, was es mir antun könnte.“ (Quelle: Andreas Brandhorst, Die Stadt, Heyne Verlag, S. 34)

Habt Ihr Euch nicht auch schon mal gefragt, ob es ein Leben nach dem Tod gibt?
Wie mag dieses Leben wohl aussehen?
Andreas Brandhorst befasst sich in diesem Roman mit dieser Thematik, jedoch ist seine Vorstellung von dem Leben danach sehr fantasievoll und so ganz anders als die üblichen Gedanken, die ich dazu kenne.
In seinem Roman belohnt er den Leser direkt mit einem fesselnden und fantastischen Einstieg, denn gleich auf den ersten Seiten macht sich bemerkbar, dass mit dieser Stadt, die einfach nur „die Stadt“ genannt wird, etwas nicht stimmt.
Es geht etwas Geheimnisvolles, Gefährliches und Mysteriöses von ihr aus.
Gebäude entstehen und verschwinden, Banden führen Machtkämpfe und versuchen die Stadt an sich zu reissen.
Und dann sind da noch die durchaus gefährlichen und kalten Schatten, vor denen man besser wegläuft, denn sie versprechen einen weiteren noch grauenvolleren Tod.
Ihr merkt, es ist ein fantastisches Abenteuer, dass eine düstere, teils etwas horrorhafte Atmosphäre besitzt, sogar ein wenig Action bietet, aber gleichzeitig auch zum Nachdenken anregen kann.

Im Laufe der Handlung erlebt der Leser also eine Reise.
Eine Reise voller Erinnerungen der Hauptfigur, die bruchstückhaft zurückkehren und die weitere Fragen aufwerfen, voller fantastischer Elemente, spannenden Machtkämpfen und mysteriösen und teils philosophischen Erkenntnissen.
So schaffte es der Autor, mich trotz einiger Längen bis zum Schluss in den Bann dieser Geschichte zu ziehen, dessen Auflösung ich auch ganz plausibel fand.

So interessant wie die Handlung als solche, sind auch die Charaktere.
Dabei gehen diese gar nicht so sehr ins Detail sondern bleiben überwiegend undurchschaubar und sehr geheimnisvoll.
Einige Klischees werden bedient, doch das störte mich nicht.
Ständig habe ich versucht, hinter ihre Fassaden zu blicken, Verbindungen zu erahnen und Vermutungen anzustellen.
Während ich ein wenig Schwierigkeiten mit Benjamin hatte, konnte mich vor allem Louise überzeugen.
Mit ihr sympathisierte ich sofort und ihre lockere Art sorgte für viele heitere Momente, die die Handlung immens auflockern konnte.

Wie bereits oben erwähnt, ist der Schreibstil sehr fantasievoll und detailliert, fesselnd und atmosphärisch.
Andreas Brandhorst beschreibt die Handlungsorte sehr bildhaft und scheut auch nicht vor einer detaillierten Kampfszenenbeschreibung.
Somit gibt es auch einige gewaltsamere Passagen in dieser Geschichte.

Fazit
„Die Stadt“, deren Geheimnisse es zu ergründen gilt, ist ein fantasievolles, dunkles und ungewöhnliches Abenteuer.
Aufgrund der außergewöhnlichen Handlung gefiel mir die Geschichte gut und wird mir noch länger in Erinnerung bleiben.
Ich würde so gerne noch viel mehr darüber erzählen aber das würde einfach zu viel verraten.
Zum Schluss hätte ich die Geschichte am liebsten noch einmal gelesen, um einige der Zusammenhänge früher zu erkennen und noch besser zu verstehen können.

Weitere Informationen zu diesem Buch
Titel: Die Stadt
Autor: Andreas Brandhorst
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-52764-5
Seitenzahl: 592
Erschienen am: 08.03.2011

5 Gedanken zu „Die Stadt / Andreas Brandhorst

  • 7. Februar 2018 um 8:09
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    Hi Ela!

    Eine schöne Rezi, die mir den Autor wieder in Erinnerung gerufen hat. Ich mochte das Buch auch gerne, auch wenns mir teilweise etwas zu undurchsichtig war. Ich werde mich mal etwas umhören, was es noch so gibt von ihm 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

    Antwort
    • 7. Februar 2018 um 8:16
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      Danke 🙂
      Weißt Du zufällig noch, ob dich die Geschichte an einen Film erinnert hat?
      Janna kam die Story etwas bekannt vor, ist sich aber nicht sicher.
      Bin gespannt was du noch von ihm liest, falls du noch was von ihm liest. 🙂
      LG Ela

      Antwort
  • 6. Februar 2018 um 15:18
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    Ooohhh, gibt es davon einen Film? Denn das klingt sehr ähnlich einem Film den ich mal gesehen habe … Und dann ist ja meine Leselust immer dahin 😀

    Antwort
    • 6. Februar 2018 um 15:24
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      Hmmm, nicht das ich wüsste?
      Mir kam die Story, so wie sie war, auch nicht bekannt vor. *grübel*
      Müsstest Du mal nach googlen. 😉

      Antwort

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