Die Fotografin / William Boyd


Titel: Die Fotografin
Autor: William Boyd
Sprecher: Elisabeth Günther
Verlag: audio media
ISBN: 978-3956390777
Meine Gesamtwertung: 4/5 Sterne
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
Fotografieren ist Amorys Leidenschaft, seit sie mit sieben Jahren eine Kamera geschenkt bekam.
Statt in London Gesellschaftsfotografin zu werden, lernt sie in New York einen Mann kennen, der alles verändert. In Frankreich wird sie dann als Kriegsfotografin tätig doch ihre Sehnsucht treibt Amory immer weiter.

Eindruck
William Boyd schafft mit dieser Geschichte die fiktive Autobiografie der Fotografin Amory Clay, die Anfang des 20. Jahrhunderts geboren wurde. Sie erzählt aus ihrer Sicht, als betagte Dame und erinnert sich zurück an ihr Leben, ihre Karriere und Beziehungen.
Eindringlich und aufregend beschrieben, in einer sehr bildhaften Sprache, verfolgt der Leser und Zuhörer ihrem Werdegang, erlebt hautnah die Komplikationen, die sie erfährt, weil sie eine der wenigen weiblichen Fotografinnen ist. Sie muss lernen sich ihren Weg zu erkämpfen, lässt sich auch durch Kriegsberichterstattungen nicht zurückschrecken. Sie ist eine Frau mit Ecken und Kanten, die in Beziehungen nicht unbedingt eine Kostverächterin ist, die weiß was sie will und zu ihren Fehlern steht.
Die Schrecken des ersten und zweiten Weltkrieges nehmen Einfluss auf ihren Werdegang, prägen sie und hinterlassen Spuren in ihrer Zukunft.
Der Roman hat durchaus seine Längen, die auch benötigt werden, da diese Geschichte sehr detailliert geschildert wird und sie somit mit sehr viel Tiefgang überzeugen kann.
Auch der Ausgang dieser Erzählung ist absolut passend für den Handlungsverlauf und die Protagonistin gewählt, ob es nun gefällt oder nicht.

Figuren
Amory Clay wird sehr bildhaft beschrieben. Obwohl es sich um eine fiktive Person handelt, hinterlässt sie einen glaubhaften Eindruck, so als handele es sich um das Leben einer realen Prominenten.
Sie erscheint durchaus attraktiv und ist mit einer großen Portion Egoismus ausgestattet. Vor allem dieser Charakterzug erschwerte es mir ab und an, mit ihr zu sympathisieren.
Dennoch passen gerade die vorhandenen Schwächen absolut zu dieser ungewöhnlich starken Heldin, um sie als Mensch zu perfektionieren.

Sprecherin
Elisabeth Günther passt sehr gut zu Amory Clay. Sie vermag es, sie in ihrer Betonung perfekt zu verkörpern, so als wäre es Amorys eigene, tatsächliche Stimme.
Alle Emotionen wirken authentisch und lassen die Geschichte noch intensiver erleben.

Spieldauer
Mit ca. 659 Minuten handelt es sich um eine gekürzte Ausgabe.
Für mich fielen die gekürzten Stellen allerdings nicht ins Gewicht, im Gegenteil, aufgrund der recht langen Spieldauer und der sehr detaillierten Geschichte, empfand ich die gekürzte Laufzeit eher als angenehm.

Fazit
„Die Fotografin“ ist eine beeindruckende fiktive Autobiografie einer starken Frau, die für ihre Leidenschaft kämpft und Opfer bringt.
William Boyd vermag es, seine Personen realistisch zu beschreiben, der Geschichte die nötige Tiefe zu verleihen. Elisabeth Günther konnte sich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen und so wurde die Geschichte, trotz ihrer Länge, zu einem großartigen Hörerlebnis.
© Michaela Gutowsky

2 Kommentare zu “Die Fotografin / William Boyd

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