Die Flutwelle – Mikael Niemi

elagehörtklein
Titel:
Die Flutwelle
Autor: Mikael Niemi
Verlag: Radioropa Hörbuch
ISBN: 978-3836807432
Meine Gesamtwertung: 3/5 Sterne
Meine Meinung:
Um was geht es in dieser Geschichte:
Seit Wochen regnet es in Schweden und oben, im hohen Norden, bilden sich tatsächlich die ersten kleinen Risse im Staudamm des Luve. Zunächst ist sich niemand der Gefahr bewusst, bis er dann tatsächlich bricht und die Katastrophe ihren Lauf nimmt. Mitten drin eine kleine Gruppe voller Menschen, die völlig unterschiedlich sind. Unter anderem, ein Hubschrauberpilot, der mit seiner Exfrau ums Überleben kämpft. Eine Schwangere, die auf der Suche nach ihren Eltern ist und aus dem Fluss gefischt wird, zwei Ingenieurinnen, die schon lange vor dieser Katastrophe warnten sowie zwei Künstler. Die Personen sind völlig unterschiedlich aber eins haben sie gemeinsam, sie wollen überleben!

Die Handlung
wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Der Autor gibt den Blick frei auf die unterschiedlichen Figuren, die alle auf der Suche nach Rettung sind. Dabei verhalten sie sich völlig unterschiedlich. Während die einen versuchen zusammenzuhalten, verhalten sich andere wiederum egoistisch und grausam. Zeigen sich also in dieser Katastrophe die wahren Gesichter und welche Instinkte werden geweckt?
Wirklich spannend fand ich den Verlauf nun nicht, eher ungewöhnlich und stellenweise absurd. Zum einen war mir einfach zu viel Klischee vorhanden. Zum anderen gab es mir zu viele sexuelle Anspielungen, die ich für diese Handlung mit dieser Situation völlig daneben fand.  Die Flutwelle und ihre zerstörerischen Auswirkungen sind eher Nebensache, viel mehr konzentriert sich die Geschichte tatsächlich auf die oben aufgezählten Personen.

Die Figuren
waren mir ehrlich gesagt etwas zu übertrieben. Vor allem die Männer waren mir zu unsympathisch dargestellt und schienen mehr mit ihren sexuellen Gelüsten beschäftigt zu sein als sich bewusst zu werden, was da auf sie zukommt. Auch die Frauen erschienen mir gleich, fast hilflos, zickig, kratzbürstig oder eben unterwürfig (Beispiel Künstler).

Der Sprecher:
Gerd Köster betont diese Geschichte sehr gut und gleichmäßig. Ihm ist es zu verdanken, dass ich überhaupt weiterhin zugehört habe. Die Stimme ist dunkel und kräftig, passt aber absolut in diese Geschichte hinein und man kann sich so richtig schön „einlullen“ lassen.

Fazit:
Die Flutwelle konnte mich leider nicht so ganz mitreißen. Etwas weniger in der Charakterbeschreibung und etwas mehr von der Flutwelle selbst, dann wäre es für mich eine richtig gute Geschichte geworden.
Wer also auf einen reinen Katastrophenroman aus ist, wird hier vielleicht nicht ganz glücklich.
Wer sich aber für den gezielten Blickwinkel verschiedener Personen und dem Wahnsinn zu überleben interessiert, den könnte dieser Roman vielleicht tatsächlich begeistern.
© Michaela Gutowsky

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