Der Kinderdieb / Brom

AusgehörtTitel: Der Kinderdieb
Autor: Brom
Verlag:Pan
ISBN-13: 978-3426283295
Hörbuchdownload bei: Audible
Sprecher: Uve Teschner
Meine Gesamtwertung:5/5
Meine Meinung:

Peter, ein Junge, der durch die Dunkelheit streift, rettet Kinder aus heiklen Situationen. Er verspricht sie mitzunehmen, in ein Reich, in dem sie immer Kinder bleiben dürfen, und lockt sie durch den Nebel.
Jedoch verschweigt er ihnen die Gefahren, die dieser Nebel birgt. Denn schaurige Wesen und hungrige Monster verstecken sich ebenfalls in diesem Reich.
Lange Zeit bin ich um diese Geschichte herumgeschlichen, in erster Linie schreckte mich die hohe Seitenzahl ab. So entschloss ich mich also es als Hörbuch zu versuchen und war gespannt ob es der Autor und der Sprecher schaffen, mir diese Welt nahe zu bringen.
Schon nach wenigen Minuten war ich fasziniert von Peter und seiner Welt. Ziemlich schnell wurde klar, dass dieses „Märchen“ nicht einfach nur grausam ist, sondern erschreckend abartig, brutal und düster.
Gliedmaßen werden abgetrennt, Morde geschehen als sei es etwas Alltägliches und Brom spart auch nicht an einer ausführlichen Beschreibung der brutalen Szenen.
Protagonisten sind Peter und Nick und bei beiden schwankte ich zwischen Sympathie und Abscheu.
Beide sind jung und versuchen irgendwie zu überleben. Peter setzt dabei seine Prioritäten an das Reich „Neverland“ wo er gemeinsam mit anderen Kindern, „Teufel“ genannt, lebt.
Nick dagegen hat in seiner Welt große Probleme und muss fliehen. Doch schon bald merkt er das Neverland nicht seine Welt ist und er setzt alles daran, irgendwie wieder nach Hause zu kommen.
Ich fand beide Figuren sehr schwierig in ihren Charakteren. Beide ließen mich ständig im Zwiespalt, weil ich sie mal, selbstherrlich, egoistisch und feige fand, dann wiederum aber ihr Handeln nachvollziehen konnte.
So erging es mir auch mit beiden regierenden Gruppen in Neverland.
Die Kinder, die meiner Meinung nach zu Recht „Teufel“ genannt werden, sie auf der einen Seite eben Kinder, auf der anderen blutrünstig und gefährlich.
Das Gleiche bezieht sich auf die sogenannten „Menschenfresser“ den Erwachsenen.
Der Autor schaffte es mich von Anfang bis Ende, mich mit diesen Gegensätzen auseinanderzusetzen.  Mit seiner bildhaften Sprache regte er meine Fantasie an und ließ mich sehr schnell in diese fantastische Welt einsteigen.
Teilweise empfand ich diese Geschichte als wunderschön mit all ihren magischen Wesen, dann wiederum absolut grenzwertig, da sie wirklich eine Horrorgeschichte ist, die nicht an Blut spart.
Uve Teschner betont wirklich jede Situation gekonnt und steigert so die Spannung und das Interesse am Geschehen. Er begleitet mit einer angenehmen Stimme den Hörer durchs Neverland, lässt ihn mit Bangen und Hoffen, Ärgern und Verzweifeln.

Fazit:
„Der Kinderdieb“, ist eine blutige Horrorgeschichte, die abscheulich und faszinierend schön zugleich ist. Selten ließ mich eine Geschichte so nachdenklich zurück. Aufgrund der hohen Seitenzahl beim Buch bin ich jedoch froh, mich für das Hörbuch entschieden zu haben.
Dramatisch und spannend entführt der Autor in eine Welt voll Kinder und Bestien, Elfen und Hexen, Schrecken und Faszination!
© Michaela Gutowsky

6 Kommentare zu “Der Kinderdieb / Brom

  1. Huhu Ela!
    Ja, der Kinderdieb… ich liebe dieses Buch… die Geschichte ist klasse und die Zeichnungen im -normalen- Buch erst. Ein Traum!
    Ich könnte mich heut noch in den Hintern beißen, dass ichs vor dem Lesen schon an jemand anderen versprochen hatte *seufz* Heute wein ich dem Buch hinterher, hätts gern in meiner Sammlung, möchte es noch mal lesen und anhimmeln dürfen!
    Langatmig? Nicht, dass ichs wüsste 😉 Das war eher so, schade, dass es vorbei ist…

    Liebe Grüße
    Bine

  2. Huhu und Moin aus Norddeutschland, liebe Ela,

    dieses Buch lese ich auch gerade; allerdings schon ziemlich lange, was aber wohl nicht an dem Buch liegt. Trotzdem tue ich mich auch etwas schwer damit. Zum einen finde ich es spannend und zum anderen wieder etwas langgezogen. Ja, es ist zum Teil brutal; eine andere Art von Peter Pan, was mich aber nicht stört. Irgendwie musste ich am Anfang jedoch immer an „Die Nebel von Avalon“ denken, was mich teilweise etwas aus dem Konzept gebracht hat.

    Warum auch immer, aber das Buch haut mich nicht vom Sockel. Wenn ich zu lange an einem Buch hänge, geht mir das allerdings öfters mal so. Vermutlich ist das auch der Grund des Übels. *g* Trotzdem: wäre es spannender, käme ich ein oder zwei Nächte auch mal mit weniger Schlaf aus und hätte schon längst ein anderes Buch vor meiner Nase. *lach* Aber so ist es manchmal und ich
    kann mir auch nicht erklären, wieso meine Empfindungen hier so zweigeteilt sind. Aber ich hab es bald ausgelesen und kann endlich ein neues Buch anfangen. *hüppel*

    Jetzt aber noch eine Frage, liebe Ela.: Schläfst Du auch mal oder liest Du rund um die Uhr? *lach* Da Du einen Ehemann hast, wird das sicher nicht so sein. *zwinker* Aber es ist bemerkenswert, wie Du es schaffst, in so kurzer Zeit, soviele Bücher zu lesen!!! Mal neidisch guckt. *g* Wenn ich Zeit hätte…..*seufz* Ich schnappe mir bei Dir mal ein bisschen Zeit. *frechgrins*

    Liebe Ela, ich gönne Dir von Herzen GANZ VIEL Zeit zum Lesen und IMMER richtig viel Spaß dabei. Egoistisch betrachtet, habe ich ja auch etwas davon. *g* Daher ganz lieben Dank für Deine tollen Rezis hier. Ich bin immer gern auf Deiner Seite.

    Viel Spaß beim nächsten Buch wünsche ich Dir. Liebe Grüße – Jette –

    • Guten Morgen Jette,
      ich musste grad herzlich lachen 🙂
      Ich lese im Grunde genommen gar nicht so viel, mein monatlicher Durchschnitt sind ca. 10 Bücher und je nach dem 2-4 Hörbücher.
      Wenn ich mir die Montasrückblicke von vielen anderen Bloggern lese, bin ich noch harmlos, da kommen schon mal 10 – 20 monatlich auf 🙂
      Ich schaue recht wenig TV und lese dann halt sehr viel und je nachdem auch recht schnell. Die Hörbücher höre ich täglich beim arbeiten und im haushalt.
      Dadurch mag das auf den ersten Blick als sehr viel erscheinen 🙂
      Nun zum Kinderdieb:
      ich verstehe sehr gut was Du meinst und hätte vielleicht die gleichen Probleme gehabt wenn ich es „gelesen“ hätte. Als Hörbuch empfand ich es allerdings nicht so lagatmig. Das mag auch am Sprecher gelegen haben der mit seiner Stimme und Erzählweise zusätzlich Spannung und Emotionen reinbrachte.
      LG Ela

  3. jetzt verstehe ich warum mein Mann das Hörbuch nicht mochte 😉 er hört nicht wirklich gerne eklig und hat sich da wohl was anderes drunter vorgestellt….gut für mich…wir haben ihn in der Bibliothek und ich denke ich sollte meinen Ipod damit füttern 🙂
    Danke für die schöne Rezi 🙂
    LG Buecher Loewe

    • Huhu,
      gerne und ganz lieben Dank für Dein Kommentar.
      Ich mag dieses „Gemetzel“ eigentlich auch nicht aber hier passt es einfach in die Geschichte und so konnte ich gut drüber wegsehen bzw weghören 🙂
      Ich kann Dir wirklich nur empfehlen es mal zu versuchen und würde mich freuen wenn Dich die Geschichte letztendlich dann genauso begeistert wie mich 🙂
      LG Ela

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