Das Seehaus / Kate Morton


Titel: Das Seehaus
Autor: Kate Morton
Sprecher: Esther Schweins
Verlag: Randomhouse audio
ISBN: 978-3-8371-3323-3
Spieldauer: 7 h 40, gekürzte Lesung
Meine Gesamtwertung: 4/5 Sterne
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
Cornwall 1933: Die 16 jährige Alice Edevane freut sich auf das Mittsommernachtsfest auf dem Landgut ihrer Eltern und ahnt nichts, von dem Unglück, das sich bald darauf ereignet.
Siebzig Jahre später wird Sadie auf das alte verfallene Haus am See aufmerksam und geht den Spuren des in jener Nacht scheinbar verschwundenen Jungen nach. Dabei forscht sie tief in der Vergangenheit der Familie Edevane und entdeckt Geheimnisse um eine verbotene Liebe und tiefer Schuld.

Eindruck
Kate Mortons Familienromane besitzen immer eine gewisse Tiefe und erzählen von Liebe und Schuld.
So auch in diesem aktuellen Roman, der schon recht geheimnisvoll beginnt und von der jungen Alice erzählt.
Dabei schafft die Autorin mit einem sehr bildhaften Erzählstil, verschiedene Perspektiven und Handlungsstränge.  Diese springen zwischen der Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Der Schauplatz, ein altes Landgut in Cornwall, ist fantastisch beschrieben und bietet eine wunderbare, geheimnisvolle Atmosphäre.
Die Geschichte hat durchaus ihre Längen, die braucht sie allerdings auch um diese Tiefe hervorzubringen.
Die verschiedenen Erzählstränge, die später ineinander laufen und miteinander verbunden werden, fand ich sehr interessant, wenn auch teilweise vorhersehbar.
Im Laufe der Zeit werden die Verstrickungen und Wendungen dichter, lassen den Beobachter rätseln, nehmen ihn ein, in den Sog der Geheimnisse.
Die Handlung hat gewiss etwas von einem Kriminalfall, der immer spannender wird, weil im Laufe der Zeit immer mehr Spuren gefunden und das Unglück Stück für Stück aufgedeckt werden kann.
Nur das Ende stimmt mich ein wenig nachdenklich. An sich war es gut und nachvollziehbar gelöst, wenn auch vielleicht etwas zu harmonisch und zufällig. Ich hatte das Gefühl, es ging plötzlich alles Schlag auf Schlag und war mir persönlich etwas zu dick aufgetragen.

Figuren
Die Autorin beschreibt auch in diesem Roman wieder sehr eindringlich interessante Charaktere, stattet sie mit verschiedenen und spannenden Zügen aus. So ist bei mir stets das Interesse geweckt, die unterschiedlichen Figuren näher kennenzulernen und hinter ihre Geheimnisse zu kommen.
Besonders mit Alice konnte ich sehr gut sympathisieren, wobei mir auch Sadie in ihrer Rolle sehr gut gefiel.
Doch auch alle Nebenfiguren bleiben in dieser Geschichte haften, weil sie einen gewissen Grad Tiefe besitzen.

Sprecherin
Esther Schweins kann sich wunderbar in die Figuren hineinversetzen und ermöglicht durch unterschiedliche Stimmlagen, die verschiedenen Personen und Emotionen zu unterscheiden.
Eindringlich und mahnend betont sie spannende Szenen. Lebhaft erzählt sie den sonst recht ruhigen Verlauf der Geschichte und schafft es, den Zuhörer in ihren Bann zu ziehen, sodass man ihr stundenlang zuhören kann.

Fazit
„Das Seehaus“ ist ein fesselnder Familienroman, der mich mit seinen Geheimnissen und Schicksalen in seinen Bann ziehen konnte. Eine tolle Atmosphäre, ein wunderbarer Schauplatz und interessante Charaktere, ließen mich mitraten und sorgte für angenehme Unterhaltung.
© Michaela Gutowsky

4 Kommentare zu “Das Seehaus / Kate Morton

  1. Hallo Ela,
    oh das klingt aber durchaus vielversprechend. Im BücherMagazin war schon so ein interessanter Artikel über Kate Morton und ihr neues Buch … auch von anderer Seite habe ich nur Gutes gehört. Vielleicht wird es endlich Zeit, dass ich auch mal ein Buch von der Autorin lese. Du scheinst ja schon mehr von ihr gelesen zu haben – würdest Du das Seehaus als Einstieg empfehlen?

    Danke & LG
    Kati

    • Hallo Kati,
      mir gefiel damals auch „Die fernen Stunden“ gut, ist allerdings schon eine Weile her als ich es gehört habe. An „der verborgene Garten“ kann ich mich zwar auch noch ein wenig erinnern, aber nur sehr schwach.
      Falls ich beide rezensiert habe, sind sie leider beim Umzug/Neustart des Blogs, wie viele andere Rezis, abhanden gekommen 🙁
      Ich denke, „das Seehaus“ und „Die fernen Stunden“ sollten ein guter Einstieg sein 🙂
      Liebe Grüße und viel Spaß,
      Ela

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