Das Haus – House of Leaves / Marc Z. Danielewski

Titel: Das Haus

Autor: Marc Z. Danielewski

Verlag: Klett – Cotta

ISBN: 978-3608937770

Meine Gesamtwertung: 4/5 Sterne

Meine Meinung:

Mark Z. Danielewski hat mit diesem Debütroman, ein Werk geschaffen, das nicht nur aufgrund seiner Handlung, sondern auch dank seiner Gestaltung, etwas Besonderes ist und sich von anderen Büchern abhebt. In seinem Erstlingswerk geht es um Will Navidson und seine Familie, die ein Haus beziehen, in denen anscheinend paranormale Dinge geschehen.

 

Ein Haus, das, sich ständig neu gestaltet und Will Navidson aber auch einige andere Menschen voll und ganz in seinen Bann ziehen wird. Nicht zuletzt, den Leser selbst. Anfangs erschien mir dieser Roman sehr langatmig. Ich vermisste die Spannung, mir war der Verlauf der Handlung bis dahin zu trocken und teilweise auch zu wissenschaftlich. Doch ich kann Euch beruhigen, durchhalten lohnt sich! Nachdem die ersten 150 -200 Seiten geschafft sind, wird es richtig interessant und zeitweise wirklich spannend ja sogar gruselig. Allein schon durch den interessanten Aufbau der Geschichte, der wie eine Analyse eines Dokumentarfilms aufgebaut ist, ist dieses Buch schon einzigartig. Der Autor hat sich hier richtig was einfallen lassen, um den Leser immer wieder zu überraschen. Denn nicht nur die Erzählung über Will Navidson ist hier hauptsächlich präsent, nein, es gibt auch noch zwei andere Erzählperspektiven. Doch nicht nur diese Erzählungen selbst, überraschen. Dieses Buch hat ganz viel versteckt. Es ist versehen mit vielen kleinen Anmerkungen und Fußnoten, und manchmal muss man sich wirklich verrenken, um das Buch zu lesen. Auch einen Spiegel sollte man sich parat legen. Auffällig ist auch, dass das Wort „Haus“ stets in blauer Schrift abgedruckt ist. So wurde dieses Buch nicht nur überaus spannend wegen seiner Handlung, nein mich reizte es auch, herauszufinden, was sich der Autor für die nächsten Seiten hatte einfallen lassen. Nun muss ich allerdings auch gestehen, dass es vieles gab, das mich beim Lesen störte und den Lesefluss bremste. Wie bereits erwähnt, fand ich die ersten 150 – 200 Seiten sehr langatmig. Es lohnt sich aber unbedingt, durchzuhalten! Denn es bleibt nicht immer so trocken. Es gibt unter anderem abwechselnde Erzählstränge und viele unterschiedliche Kapitel. Zum einen berichten Will Navidson und auch seine Frau sowie diverse andere Personen über das Haus. Dann wiederum gibt es noch die Perspektive der Figur Zampano und auch die von Truant. Und genau mit dieser Person haderte ich bis zum Schluss! Ich mochte Truant einfach nicht, war genervt von seinen Erzählungen und vor allem seinen Abschweifungen. Denn Truant erschient ordinär, vulgär und seine ewigen Sexgeschichten strapazierten meine Nerven! Auch der Schreibstil ist je nach Passage etwas hektisch oder abgehackt, ändert dann wieder die Richtung, was aber zwischendurch auch den Verlauf auflockert. So werden zum Beispiel die Erzählungen von Johnny Truant und Zampano in den Schriftarten „Courier“ und „Times New Roman“ abgedruckt. Fairerweise sollte man erwähnen, dass es einige Seiten in diesem Buch gibt, die nicht voll und ganz bedruckt sind. So hat man recht schnell auch einige Stellen in einem Zug weggelesen. Es gab einige Szenen, die auf mich etwas gruselig wirkten und den Spannungsbogen erhöhten, jedoch ist dieses Buch halt nicht nur auf die psychische Ebene geschrieben, sondern teilweise auch sehr wissenschaftlich. Der Leser bemerkt schnell, dass sich diese Geschichte wie eine Dokumentation entwickelt und nur zu gern hätte ich die besagten Filme gesehen. Die Covergestaltung finde ich hier sehr passend. Auf dem Schutzumschlag ist ein Haus abgebildet, das schon recht geheimnisvoll aussieht. Wenn man den Schutzumschlag abmacht, ist das eigentliche Cover des Buches, sehr farbenfroh dargestellt. Auch der Titel passt perfekt zu dieser Geschichte. Leider ist das Buch zumindest in der Hardcoverversion etwas unhandlich und schwer. Dies stört dann doch ab und zu beim Lesen.

Fazit:
Mark Z. Danielewski konnte mich nach einigen Anfangsschwierigkeiten, so richtig überzeugen. Das Haus wurde für mich zu einem sehr interessanten Leseerlebnis, nicht nur wegen seiner gruseligen Handlung, sondern auch wegen seines faszinierenden Aufbaus und den vielen kleinen versteckten, überraschenden Seitengestaltungen. Auch wenn am Ende einige Fragen für mich offen blieben, ist dieser Roman für mich dank seiner paranormalen Handlung ein besonderer Horrorroman der sanfteren Kategorie, der noch lange in meiner Erinnerung bleiben wird.
 © Michaela Gutowsky

 

Kommentar verfassen