Das Haus der verschwundenen Kinder / Claire Legrand

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Titel:
Das Haus der verschwundenen Kinder
Autor: Claire Legrand
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453267787
Meine Gesamtwertung: 5/5 Sterne
Meine Meinung:
Um was geht es in dieser Geschichte?
Die 12 jährige Viktoria lebt in der kleinen beschaulichen Kleinstadt Belleville in der alles seine Ordnung hat. Das gefällt Viktoria sehr, denn auch sie ist „perfekt“ und die einzige unregelmäßige Ausnahme in ihrem Leben scheint Lawrence zu sein, den sie eher als ihr „Projekt“ statt Freund ansieht. Er ist verträumt und unzuverlässig, das genaue Gegenteil von Victoria.
Eines Tages verschwindet Lawrence und Victorias kleine perfekte Welt gerät aus den Fugen. Sie macht sich auf die abenteuerliche Suche nach ihm und anderen verschwundenen Kindern und gerät dabei selbst in große Gefahr.

Die Handlung
ist durchaus märchenhaft und an manchen Stellen sehr gruselig, beklemmend und bedrückend, denn den Kindern wird Gehorsam durch Angst und Schrecken beigebracht. Dennoch handelt es sich hier um einen tollen, abenteuerlichen Roman denn er erzählt von der Freundschaft zweier junger Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können.
Die Kinder müssen lernen, sich aufeinander zu verlassen, denn den Erwachsenen können sie nicht mehr vertrauen. Sie erkennen, dass gewisse Ansichten unwichtig werden und das man den anderen so akzeptieren muss, wie er ist.
Untermalt wird diese Geschichte mit magischen und märchenhaften Details. Die Atmosphäre wirkt geheimnisvoll und düster und schaffte es, mich in ihren Bann zu ziehen. Zwischenzeitlich wird es ganz schön unheimlich und erschreckend, kleine Monster tauchen auf und sorgen unter den Kindern für Angst und Schrecken.
Auf die Gestaltung des Buches möchte ich hier aber auch kurz drauf eingehen. Es gibt viele Illustrationen und die einzelnen Kapitel sind ebenfalls wunderschön verziert, was meiner Meinung nach die beklemmende Atmosphäre wieder auflockert.

Die Figuren
Claire Legrand hat ihre Figuren sehr ausführlich beschrieben.
Viktoria ist die Protagonistin und mit ihren 12 Jahren schon recht eigensinnig und stur. Sie liebt Ordnung und ist im Grunde genommen durch und durch strukturiert. Sie will selbst immer nur die Beste sein und erwartet dies auch von ihrer Umgebung.
Lawrence ist das genaue Gegenteil. Er ist verträumt und trödelt gern, hat außer Viktoria keine Freunde und die geht im mächtig auf den Geist.
Die anderen, teilweise geheimnisvollen Figuren, möchte ich nicht so sehr erwähnen, eher betonen, dass auch diese Charaktere sehr eingehend beschrieben sind und den einen oder anderen überraschenden oder auch bedrohlichen Eindruck hinterlassen.

Der Schreibstil
hat mir sehr gut gefallen. Nicht nur die Beschreibung der Personen, sondern auch die der Kleinstadt Belleville sind sehr detailliert beschrieben, sodass er mir ein Leichtes war, mir die Umgebung vorzustellen.
Positiv überrascht war ich von der beklemmenden Atmosphäre, die mir die Autorin anhand ihrer klaren und einfachen Beschreibung vermitteln konnte. Meiner Meinung nach passte dieser Schreibstil perfekt in die Geschichte und verlieh den Figuren ihre Glaubwürdigkeit.

Fazit:
Der Debütroman von Claire Legrand war für mich ein spannender, unterhaltsamer und gruseliger Roman, der mir noch länger in Erinnerung bleiben wird. Ich denke die Altersempfehlung des Verlages ist angemessen, jugendliche Leser sollten ihn bedenkenlos lesen können, jüngere und sensiblere Kinder wahrscheinlich eher nicht, da so manche Szenen schon ziemlich gruselig und grausam erschienen.
Ich bin gespannt was wie demnächst noch von der Autorin lesen werden und freue mich schon auf ihr nächstes Werk.
© Michaela Gutowsky

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