Club der roten Bänder / Albert Espinosa


Titel: Club der roten Bänder
Autor: Albert Espinosa
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-22176-9
Meine Gesamtwertung: 2/5 Sterne
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
Albert Espinosa erkrankt mit 13 Jahren an Knochenkrebs und nimmt den Kampf gegen die Krankheit auf. Mit fünf anderen „Todgeweihten“ gründet er den „Club der roten Bänder“. Gemeinsam finden sie heraus, wie „Glücklichsein“ wirklich geht. Albert ist fest davon überzeugt, dass eine „Glücksakte“ viel wichtiger ist als eine „Krankenakte“.
Als sein Bein amputiert wird, feiert er eine Abschiedsparty für sein Bein. Seine Glücksregeln sind voller Humor und Optimismus und beweisen: Glück, das nicht auf der Hand liegt, sondern sich erst auf dem zweiten Blick zeigt, ist dafür umso intensiver.

Eindruck
Albert Espinosa erzählt in seiner Autobiografie, die bereits früher unter dem Titel „Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt“ erschienen ist, über seine frühen Jugendjahre mit der Diagnose Krebs und seinen Kampf gegen diese Erkrankung.
Er berichtet über seine unzähligen Krankenhausaufenthalte, Op´s und Therapien, die er nach eigenen Erzählungen, scheinbar relativ gelassen erträgt und sich davon mit seinem sonnigen Gemüt nicht unterkriegen lässt.
Das allein ist schon kaum vorstellbar und bewundernswert, wenn man bedenkt, wie viele Schmerzen und Abschiede ihn auf diesem Weg begleiten.
Aufgrund dieser Erfahrungen hat der Autor in vielen kurzen Kapiteln Lebensweisheiten und Erfahrungen auf Lager, die er selbst als Entdeckungen bezeichnet und die sich auch bei dem einen oder anderen im Leben anwenden lassen.
An sich eine interessante Idee, diese in einer Art „Glücksakte“ zu verpacken und anzuwenden, jedoch muss ich auch schon meinen ersten Kritikpunkt damit loswerden.
Ich empfand diese Weisheiten oft als wiederholend, genau wie seine Erinnerungen. Seine Ratschläge ähneln eher einer Auflistung.
Den erwarteten Hintergrund zur Gründung des Clubs vermisste ich hier allerdings völlig. Hier hätte ich mir einfach etwas mehr Informationen gewünscht, denn mich interessierte ja vor allem die Entstehung dieses Clubs.
Das Thema wird nur ganz kurz angerissen, viel mehr konzentriert sich Albert Espinosa auf seine Weisheiten und Erfahrungen.
Damit hätte ich mich auch noch abfinden können aber es fiel mir zunehmend schwerer, den Zugang zu diesem Buch zu finden, denn auch der Schreib- und Erzählstil machte mir etwas Schwierigkeiten. Sein Erzählstil kam mir extrem sprunghaft und sehr ausschweifend vor, was mir den Lesefluss deutlich ausbremste.
Er ist zwar an sich durchaus positiv und lebensfroh, was mir wiederum gefiel aber es machte auf mich den Eindruck, als wäre das alles direkt, frisch aus seiner Erinnerung heraus, erzählt und übertragen. Jedoch war es mir nicht möglich, diese Erinnerungen aufzugreifen und sie mir bildhaft vorzustellen.
So blieb bis zum Ende eine große Distanz zu Albert Espinosa, obwohl er den Leser in einer sehr persönlichen Art direkt anspricht, so als säße man ihm direkt gegenüber.

Fazit
Leider konnte mich die Autobiografie von Albert Espinosa nicht so fesseln, wie ich es mir gewünscht hätte. Mir fehlte von der ersten Seite an der Zugang zu seiner Erzählung, was ich größtenteils dem Schreib- und Erzählstil anlaste.
Da ich jetzt bereits mehrfach Beschwerden darüber in anderen Rezensionen gelesen habe, möchte ich noch anmerken:
Man sollte hier unbedingt ohne jegliche Vergleiche zur TV-Serie herangehen, da es sich hier wirklich hier einzig und allein um den Autor und seine Ratschläge zum Leben dreht und die Gründung des Clubs in dieser Autobiografie so gut wie unerwähnt bleibt.
© Michaela Gutowsky

2 Kommentare zu “Club der roten Bänder / Albert Espinosa

  1. Wow, das ist ja mal eine ausführliche Rezension 🙂
    Ich kenne nur die Serie, wusste gar nicht, dass sie auf einem Buch basiert. Habe die Serie nicht gesehen und werde das Buch höchstwahrscheinlich auch nicht lesen. Ich mag eigentlich Geschichten, in denen es um Krankheiten usw. geht, aber dieses Buch wäre glaube ich nichts für mich. Schade.

    Liebe Grüße
    Andrea 🙂

    • ich mag die Serie sehr weil ich sie sehr berührend und bewegend finde.
      Im Grunde genommen gibt es keinen Schauspieler, den ich nicht mag oder überzeugend finde.
      Das Buch allerdings, ist völlig anders …
      Liebe Grüße
      Ela

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