Christmasland / Joe Hill

Titel: Christmasland

Autor: Joe Hill

Verlag: Heyne

ISBN: 978-3-453-26882-1

Meine Gesamtwertung: 5/5 Sterne

Meine Meinung:

Alle Jahre wieder,
entführt Charles Manx kleine Kinder in sein Christmasland. Ein Ort an dem angeblich ewig Weihnachten ist und sich Kinderwünsche erfüllen.
Alles Jahre wieder, fährt Vicky mit ihrem Fahrrad über eine „imaginäre Brücke“ wo sie immer wieder verlorene Dinge wiederfindet.
Eines Tages dann treffen Charles und Vicky aufeinander, doch Vicky entkommt. Während Vicky zu einer jungen Frau heranwächst und einen Sohn bekommt, sinnt Charles Manx auf Rache!
Der Autor Joe Hill hat es wieder einmal geschafft mich innerhalb weniger Seiten, völlig in seinen Bann zu ziehen und mich in seine Geschichte hinein zu reißen. Mir fiel es unheimlich schwer das Buch zwischendurch mal wegzulegen denn nicht nur der Schreibstil selbst, sondern auch die Handlung fesselten mich von Anfang an.

Christmasland hat einen mystischen und fantastischen Zug, man braucht schon etwas Vorstellungskraft um sich zum Beispiel Vickys Brücke vorzustellen oder auch den Zugang zum Christmasland, doch wer ein wenig Fantasie besitzt, dem dürfte das eigentlich nicht schwerfallen. Gruselig war für mich die Atmosphäre, die Joe Hill in diesem Roman beschreibt. Er verwendet eine sehr bildliche Sprache, die bei mir ziemlich schnell Kopfkino auslöste. Zwischendurch werden Kraftausdrücke eingesetzt und ab und an wirkt es etwas ordinär, jedoch alles in einem für mich akzeptablen, geringen Maße. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, gewöhnungsbedürftig war für mich anfangs nur, dass Vicky stets von ihrem Vater als „Gör“ gerufen wird.
Vicky ist rebellisch, findet nur schwer ihren Weg doch gerade deswegen fand ich sie absolut liebenswert und mochte sie in ihre Heldinnenrolle.
Charles Manx löste in mir Unbehagen aus, so wie es sich für seine Rolle auch gehört.
Des Weiteren spielt noch eine dritte Figur eine wichtige und zentrale Rolle, die mir ebenfalls eine unangenehme Atmosphäre vermittelte. Nichtsdestotrotz war auch diese sehr gut dargestellt und ausgearbeitet.
Auch alle anderen Personen (keine Sorge so viele sind es nicht) erscheinen in einem interessanten Licht, den ein oder anderen lernt man zu mögen, den anderen vielleicht nicht.
Genau das ist es, was für mich diesen Roman zu etwas Besonderem macht. Es ist nicht einfach nur eine Gruselgeschichte mit blutigen oder gar ekligen Gemetzel, diese Geschichte baut den Grusel stattdessen Schritt für Schritt und in eher leisen Tönen auf.
Mit 800 Seiten ist die Handlung auch recht lang aber eben nicht zu lang, sondern wirklich ausgereift.

Fazit:
Christmasland hat mich komplett überzeugt. Schon nach wenigen Seiten schaffte der Autor es, mich völlig in seine Geschichte hineinzuziehen und ein schauriges Gefühl zu vermitteln. Es ist die Atmosphäre, die mich so begeistern konnte. Es hätte mich nicht gewundert, wenn es draußen geschneit hätte oder gar ein Weihnachtslied gelaufen wäre. Doch dann hätte ich wohl eher die Beine in die Hand genommen! ; )
© Michaela Gutowsky

Kommentar verfassen