Heiligabend fast verpasst

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Heiligabend fast verpasst

Still fällt der Schnee vom Tannenzweig
ein Reh sucht angestrengt nach Futter,
Munter klingen Kirchturmglocken
und das Lachen einer Mutter.
Doch plötzlich hör ich fröhliches Schreien,
Kinder ziehen ihren Schlitten,
ein Schneeball kommt schnurstracks geflogen,
ich fühl mich um die Zeit betrogen.
Wann ist der Winter eingebrochen?
Wo sind sie hin die Tage?
Ich schaue noch genauer hin
und frage mich ob ich die Einzige bin.
Im Fenster sehe ich bunte Lichter,
und lauter fröhliche Gesichter,
da fällt zarter Schnee erneut hernieder,
entspannt hör ich den Klang der Weihnachtslieder.
Heilig Abend? Nun muss ich mich sputen,
mein Besuch der kommt ganz bald,
also spring ich an den Ofen,
sonst bleibt die beste Küche kalt.
Ich mag sie sehr, die Weihnachtszeit,
doch hab ich sie diesmal fast verpasst,
vielleicht werd ich auch einfach alt,
denn Hektik war mir stets verhasst.
© Michaela Gutowsky

Worte

Worte,

können berühren und verletzen,

eindringen und ergreifen.

Schneiden und streicheln,

trösten und verdammen.

Versüßen und vermiesen,

erleichtern und erschrecken.

Erinnern und erahnen,

verändern und beleben.

Gebrüllt und geflüstert,

geraten und ermahnt.

Dahingesagt oder tiefgründig.

gelesen oder geschrieben,

die mächtigste Waffe ist das Wort geblieben!

© Michaela Gutowsky

Der Zug des Lebens

Zug des Lebens

Irgendwann einmal springt man auf, auf den Zug des Lebens.

Während Menschen in meinem Umfeld stehen bleiben auf einem Gleis,

nicht aus Fehler lernen und die nächste Station „Abenteuer“ scheuen,

fahre ich mutig weiter, lerne aus Fehlern und Verlusten und genieße jede

neue Station, die ich erlebe.

© Michaela Gutowsky

Für Jörg / Manchmal …

Für Jörg

Manchmal …

Manchmal reicht ein Blick,
und ich werde vor Verlangen fast verrückt.
Häufig reicht ein Wort
und du treibst meine schlimmsten Ängste fort.
Oft reicht mir nur dein Arm,
der mich Geborgen hält und Warm.
Täglich reicht ein Kuss
und ich weiß das ich nichts befürchten muss.
Gemessen an all dass, reicht nicht mal mein ganzes Leben,
um dir all diese Liebe zurückzugeben…
© Michaela Gutowsky

Wieder so ein Tag

Wieder so ein Tag,

an dem ich so gern mit Dir reden mag.

Dich am liebsten anrufen würde,

doch diese unüberwindbare Hürde,

zwischen dem Jenseits und mir,

zerstört unser Uns, unser Wir.

An vorderster Front steh ich allein,

ich weiß es wird nicht zu ändern sein.

Doch genau heute ist wieder so ein Tag,

an dem ich so gern mit dir reden mag,

Dich am liebsten anrufen würde,

doch bleibt der Tod eine unüberwindbare Hürde.

© Michaela Gutowsky

Alles Liebe zum Geburtstag Mama …

Alles Liebe zum Geburtstag Mama

Heute ist mein Herz so schwer,
denn Du fehlst mir hier so sehr.

Möchte dir so gern persönlich gratulieren
und über alte Zeiten und das Alter sinnieren.

Doch leider wurdest du zu früh aus dem Leben gerissen,
uns bleibt nichts übrig, außer dich zu vermissen.

Nie wieder feiern wir gemeinsam,
stattdessen gratulieren wir dir still und einsam.

Jeder für sich auf seine Weise,
der eine laut der andere leise.

Nur 72 Stunden waren unsere Geburtstage getrennt,
wollten oft zusammen feiern, doch weil die Zeit im Alltag rennt,

haben wir viele Chancen oft nutzlos verstreichen lassen.
Und heute kann ich es noch immer nicht fassen,

dass diese Zeit im Leben nie wieder erscheint,
vielleicht aber sind wir im Tode vereint.

Bis dahin hoff ich, du feierst trotzdem und lässt es krachen,
denn das solltest du auch ohne uns machen.

Alles Gute zum Geburtstag, wo immer du auch bist,
Du wirst es wissen, dass Dich niemand hier vergisst.
© Michaela Gutowsky

Dorfleben

Dorfleben

Es riecht nach Land, die Sonne scheint,

und glitzert stark auf dem Asphalt,

während ein Baby lauthals weint,

macht ein Traktor beim Nachbarn Halt.

Von sich überzeugt singt nun die Meise…

während die Schwalbe ihr Nest stur baut.

Ich nehme mein Buch und setz mich leise,

genieße die Wärme auf meiner Haut.

Plötzlich dort ein lautes Lachen,

das den ganzen Ort erhellt.

Kinder schnappen sich Badensachen,

während der Hund nebenan laut bellt.

Dieses Dorf ist voller Leben,

trotz der Arbeit auf dem Land,

ich würde vieles dafür geben,

hätte ich es vorher schon gekannt.

© Michaela Gutowsky

Trauerschmerz

 

Trauerschmerz

Du bist mein Freund, du bist mein Feind,
seit jenem Tag sind wir vereint.
Zeigst mir Erinnerungen ob gut oder schlecht
und nimmst dir das verdammte Recht,
Deine Spur durch mein Leben zu ziehen,
so oft wollte ich vor Deinem Schmerz fliehen.
Doch nun habe ich akzeptiert,
dass wenn man einen besonderen Menschen verliert,
man mit Dir lebt, ob man will oder nicht,
Du zeigst dein grausames doch ehrliches Gesicht.
Du bist mein Freund, Du bist mein Feind
und wir seit dem für immer vereint.

© Michaela Gutowsky

(16.03.2013 In Gedenken an den ersten Todestag meiner Mutter)