Bis ich bei Dir bin / Emily Hainsworth


Titel: Bis ich bei Dir bin
Autor: Emily Hainsworth
Verlag: Goldmann
ISBN: 9783442479207
Mein Eindruck:
Kurzbeschreibung
Der achtzehnjährige Camden trauert um seine große Liebe Liv. Sie starb bei einem Autounfall, an dem er sich die Schuld gibt. In seiner Verzweiflung und Trauer besucht er immer wieder die Unfallstelle und einiges Tages erscheint ein Mädchen, das ihm eine Parallelwelt zeigt, in der Viv noch lebt.

Eindruck
Nachdem die Geschichte, die aus Camdens Sicht erzählt wird, zu Beginn einen leichten Einstieg versprach, erwartete ich in den 35 Kapiteln, einen einfühlsamen, traurigen vor allem aber sehr berührenden Handlungsverlauf.
Cams Trauer ist greifbar und lässt sich leicht nachvollziehen. Nachdem er plötzlich Zugang zu einer Parallelwelt findet, steigert sich die Spannung da man als Leser mit verfolgt, wie Cam nach Viv sucht.
Natürlich verläuft dies nicht unproblematisch und zieht Konsequenzen nach sich. Denn nicht nur das Leben als solches, ist in jener anderen Welt anders.
Ab diesem Zeitpunkt veränderte sich für mich die Atmosphäre. Statt berührender Szenen erhöhte sich zwar der Spannungsbogen, doch der leichte Lesefluss bremste immer weiter Dank zu aufgesetzter Dialoge ab.
Die Geschichte wurde für mich etwas langatmiger und wiederholender, vor allem auch vorhersehbar.
Nach und nach verlor die Liebesgeschichte zwischen Cam und Viv an Glaubwürdigkeit, was weniger an den Ereignissen lag als vielmehr daran, dass es für mich zu viel des Guten an Liebeschwüren und Ähnlichem war.

Figuren
Die Beschreibung der Personen finde ich soweit gelungen. Natürlich sticht besonders Camden hervor. Doch weder mit ihm noch mit Vivian konnte ich sympathisieren und ihnen ihre Liebesgeschichte abnehmen.
Da auch noch einige andere Figuren mitspielen und dazu gehörige Verbindungen angedeutet werden, hätte ich mir hier noch etwas mehr Hintergrund gewünscht.
Wirklich begeistern konnte mich dagegen Nina mit ihrem Bruder. Diese Darstellung mitsamt Ninas Reaktionen fand ich glaubwürdig und ich konnte schnell mit ihr sympathisieren.

Schreibstil
Emily Hainsworth verwendet die Ich-Perspektive. Die Beschreibung ist kurz und knapp auf den Punkt gebracht.
Allerdings waren mir persönlich die Dialoge und Liebeschwüre im Nachhinein zu übertrieben, was ich schade fand.

Fazit
„Bis ich bei Dir bin“ ist ein Jugend- und Debütroman, der mir mit Abstrichen gefallen hat. Während er mich in der ersten Hälfte fesseln konnte, hat er meine Begeisterung ab der zweiten Hälfte aufgrund der oben erwähnten Kritikpunkte verloren.
Das letzte Drittel und das passend gewählte Ende konnten mich zwar letztendlich besänftigen, doch der Pageturner, den ich mir erhoffte, war diese Geschichte leider nicht.
Alles in allem würde ich sagen, ist „Bis ich bei Dir bin“ eine leichte Unterhaltungskost für zwischendurch, der leider aber an Tiefe fehlt.
© Michaela Gutowsky

 

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