Ascheland / Oliver Kyr


Kurzbeschreibung
Es ist das Jahr 2023 in Deutschland. Fünf Jahre nach dem Untergang der uns bekannten Welt. Zacharias Brandt wandert mit seiner dreibeinigen Hyäne durch das postapokalyptische Mitteldeutschland. Es gibt nur wenig Überlebende und die sind weit verstreut, doch alle kennen ihn. Denn er ist der „Kindermacher“ – der vermutlich einzige Mann der noch Kinder zeugen kann. Zacharias macht die Menschen aber für die Verwüstung der Erde verantwortlich, jedoch muss er ihnen, dass was sie wollen geben, wenn er selbst etwas erhalten möchte.
Ist es Fluch oder Segen, dass er ihnen Hoffnung geben kann?
Auf seinem Weg trifft er Menschen, die seine Ansichten bestätigen ihm aber auch einen neuen Weg zeigen. Während er ihnen eine Zukunft schenkt, träumt er immer wieder von einem efeubewachsenen Haus. Liegt da etwa seine Zukunft?

Eindruck
Beim Lesen des Klappentextes war ich zunächst überrascht wenn nicht sogar irritiert.
Deutschland ein paar Jahre später, knapp vorm Untergang und der scheinbar einzig zeugungsfähige Mann auf der Welt zieht mit seiner dreibeinigen Hyäne durchs Land?
Klingt sehr ungewöhnlich und ich dachte mir, warum eigentlich nicht?
Warum sollte nicht ein einzelner Mann Hoffnung schenken, um zu überleben?
Ich bin froh dieser Geschichte eine Chance gegeben zu haben denn mit seinem postapokalyptischen Roman erzählt Oliver Kyr eine Geschichte, die trotz der recht geringen Seitenzahl genügend Tiefe besitzt, um den Leser zu fesseln und zu faszinieren.
Während ich anfangs aufgrund des Protagonisten und seiner Aufgabe erst einmal Bedenken hatte, musste ich sehr schnell feststellen, dass die Handlung nicht nur ungewöhnlich ist, sondern auch zum Nachdenken anregt.
Denn diese Geschichte erzählt von Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Der Angst sich zu binden und der Angst allein zu sein.
Alles an dieser Geschichte erscheint auf den ersten Blick zwar ungewohnt, beim Zweiten jedoch seltsam vertraut.
Es gibt zwei Erzählstränge, die zum einen über Zacharias im Jahre 2018 erzählen, und aus dem Jahre 2023, in der der Protagonist in der Ich-Perspektive erzählt und auf der Suche nach seiner eigenen Zukunft ist.
Die Schauplatzbeschreibung ist düster fast bedrückend, dem Thema angepasst, und verschiedene Handlungsstränge fügen sich im Laufe des Romans zusammen.
Obwohl der eigentliche Verlauf sehr ruhig und teils melancholisch ist, zeigt sich hin und wieder mal ein leichter Spannungsbogen, der Abwechslung in die Handlung bringt.

Figuren
Die Charaktere sind ausreichend dargestellt. Natürlich bleiben die Randfiguren etwas farbloser, dafür besitzt aber der Protagonist sehr viel Tiefe.
Nach und nach lernt ihn der Leser besser kennen und mir fiel es relativ leicht, ihn bald sehr sympathisch zu finden.
Seine Ansichten regen zum Nachdenken an und nicht immer fällt ihm sein nächster Tausch leicht.
Dies gefiel mir richtig gut, denn das machte die Geschichte auf mich ein ganzes Stück authentischer.

Schreibstil
Oliver Kyr schaffte es, mich schon mit seiner Leseprobe in den Bann zu ziehen.
Sein Schreibstil ist flüssig und fesselnd, die Schauplatzbeschreibung sehr bildhaft und ermöglicht einen zügigen Lesefluss.

Fazit
„Ascheland“ ist eine ungewöhnliche aber besondere Geschichte und ich bin froh, ihr eine Chance gegeben zu haben. Ich bin positiv überrascht von der Handlungsidee und Umsetzung, denn diese Geschichte ist mal völlig anders, als die bisherigen Geschichten, die ich zu diesem Thema gelesen habe.
Es ist einer dieser Romane, bei denen ich es unheimlich schwer finde, mit meiner Beschreibung der Geschichte gerecht zu werden, deshalb lest im Zweifelsfall einfach die Leseprobe und lasst Euch genauso in den Bann ziehen wie ich.

Weitere Informationen zu dem Buch
Titel: Ascheland
Autor: Oliver Kyr
Verlag: Acabus
ISBN: 978-3862824489
Seitenzahl: 220
Erschienen am: 25.10.2016

2 Kommentare zu “Ascheland / Oliver Kyr

  1. Das hört sich wirklich sehr anders an. Kindermacher, manche Männer träumen vielleicht heimlich davon. Ich hoffe, dass es 2023 anders kommt als in diesem Buch beschrieben. Mich interessiert der außergewöhnliche Plot. Danke für diesen Buchtipp.
    Viele liebe Grüße
    Silvia

    • Liebe Silvia,
      einen ähnlichen Gedanken hatte ich Anfangs auch *g*
      Aber wenn etwas zu einer Pflicht wird, macht es meist keinen Spaß mehr, nicht? 🙂
      Ich bin gespannt wie es Dir gefällt, falls du es liest und wünsche Dir einen schönen 4. Advent.
      Liebe Grüße
      Ela

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