Aquila / Ursula Poznanski

Kurzbeschreibung
Als Nika erwacht, kann sie sich an die letzten 2 Tage nicht mehr erinnern.
Ihr Pass, Ihr Handy und auch die Schlüssel sind weg, ebenso ihre Mitbewohnerin Jenny.
Dafür findet Nika in ihrer Hosentasche einen Zettel mit Hinweisen.
Diese klingen äußerst mysteriös und zunächst weiß sie nichts damit anzufangen.
Was ist wirklich geschehen zwischen Samstagabend und Montagmorgen?

Eindruck
Ein völliger Blackout, eine verschwundene Mitbewohnerin und mysteriöse Botschaften.
Klingt recht spannend oder?
So beginnt der neue Jugendthriller von Ursula Poznanski zunächst auch.
Der Leser ist gleich zu Beginn mitten im Geschehen und die Handlung wird aus Nikas Sicht erzählt.
Die ersten Ungereimtheiten werden schnell spürbar und eine beklemmende und bedrohliche Atmosphäre schwebt über oder auch um Nika herum.
Das Rätselraten beginnt, einige Hinweise verdichten sich und dann gibt es doch immer wieder überraschende Wendungen, die das Ruder rumreißen.
An sich also eine recht packende Story.
Leider empfand ich aber den mittleren Teil der Geschichte immer wieder als langatmig, was für mich den Spannungsbogen ziemlich sinken ließ.
Dies bremste meinen Lesefluss gewaltig aus und ich Mühe und Not hatte, weiterzulesen.
Ich hatte das Gefühl, das die Story auf der Stelle blieb, sich in wiederholenden Details verlor und die Reaktionen der Protagonistin waren für mich nicht nachvollziehbar.
Da ich aber unbedingt wissen wollte, was in den zwei Tagen wirklich geschah, blieb ich weiter dran.
Das Durchhalten lohnte sich soweit, denn immerhin klärten sich offene Fragen, auch wenn mich selbst der Schluss letztendlich diesmal nicht komplett überraschen konnte.
Denn auch wenn die Auflösung der Geschichte an sich recht pfiffig gelöst war, bestätigte sich zumindest in einer Sache tatsächlich mein anfänglicher Verdacht.

Vielleicht lagen die Probleme für mich auch bei den Figuren.
Nika war mir als Protagonistin nicht unsympathisch aber ich konnte viele ihrer Gedanken und Handlungen nicht nachvollziehen.
Ihre Art war mir zu wechselhaft und widersprüchlich, mal völlig verängstigt und verzweifelt, will nur ungern alleine bleiben und dann plötzlich wieder tollkühn und zu allem entschlossen, wandert sie durch dunkle Gassen usw.

Doch ganz besonders hat mich die Beschreibung von Jenny gestört.
Denn diese wirkte völlig überzogen auf mich.
Leider kann ich hier nicht näher drauf eingehen ohne zuviel zu verraten aber die, die das Buch ebenfalls gelesen haben, wissen vielleicht, was ich damit meine.

Auch alle anderen Figuren konnten mich nicht so ganz überzeugen, weil sie sich kaum unterschieden.
Mir fehlte da einfach verschiedene Merkmale, sie wirkten alle fast gleich.
Entweder mysteriös, romantisch veranlagt oder auch superlaunisch.

Dabei empfand ich, bis auf wenige Stellen den Schreibstil wieder recht angenehm und zumindest anfänglich konnte mich dieser wieder richtig fesseln.
Die Autorin beschreibt die Schauplätze so bildhaft, dass man meinen könnte, mitten in Siena zu stehen und auch beklemmende Situationen verstanden es, denn Spannungsbogen zu erhöhen.

Fazit
„Aquila“ ist für mich ein Jugendthriller mit Stärken und Schwächen.
Er hat zwar stark begonnen, mich aber ab der Hälfte leider durch einige oben erwähnte Stolpersteine im Lesefluss ausgebremst und mich dadurch nicht ganz so begeistern können wie andere Werke der Autorin.
Der mittlere Teil war mir etwas zu langatmig und der Überraschungseffekt zum Schluss blieb leider fast komplett bei mir aus, weil ich scheinbar zumindest in einer Sache dem Rätsel zu schnell auf der Spur war.

Weitere Informationen zu diesem Buch
Titel: Aquila
Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-8613-6
Seitenzahl: 432
Erschienen am: 14.08.2017

13 Kommentare zu “Aquila / Ursula Poznanski

  1. Schade, dass es bei Dir nicht sooo gut ankam… Aber manchmal sind die Erwartungen auch verdammt hoch! Mich hat einfach das ganze Setting so begeistert, ich war einfach da 😉

    Danke, dass Du mich und auch Mona erwähnst :*

    Liebst
    Bine

    • Hi Bine,
      ich fand es ja auch nicht schlecht aber es konnte mich eben nicht so begeistern wie sonst.
      Ich hab euch gerne erwähnt, den ich finde es auch wichtig, sich ruhig mal unterschiedliche Meinungen anzusehen. 🙂
      LG Ela

  2. Hey 🙂

    Danke für deine kritische Stimme! Bei mir hat die Autorin ja mehr oder weniger ne Wildcard, ich habe es mir aber noch nicht geholt. Ich liebe ihren Schreibstil und bis jetzt hat mich fast jedes ihrer Bücher so fesseln können, dass ich es innerhalb kurzer Zeit verschlungen habe. Was den Klappentext angeht, muss ich auch gestehen, dass es schon fesselndere gab, aber gut, ich verstehe, wenn sie jetzt einmal wieder etwas anderes schreiben will als Techie-Themen … Lesen werde ich das Buch aber trotzdem, einfach weil ich neugierig bin, was sie sich dieses Mal ausgedacht hat.

    Liebe Grüße
    Ascari

    • Ich fand auch viele ihrer Jugendromane richtig gut.
      Auf Platz 1 natürlich EREBOS 🙂
      Bei diesem hier passte es einfach nicht für mich – manchmal hat man das eben. Man findet keinen richtigen Zugang aus den verschiedensten Gründen.
      das heißt aber auch noch lange nicht, dass es jedem so geht 🙂
      daher wünsche ich Dir viel Spaß beim lesen und bin gespannt wie du es finden wirst 🙂
      LG Ela

  3. Danke für die Rezension, von langatmigen Büchern habe ich erst einmal die Nase voll, von daher werde ich wohl die Finger von dem Buch lassen 😉
    Ich wollte gerade mal schauen, wie das Buch bei anderen angekommen ist und klickte mich zu Amazon: Das Buch erscheint erst in den nächsten Tagen und ist trotzdem auf Platz 1 der Bestsellerliste?! Wie geht das denn? Schon so viele Vorbestellungen?!

    • Hi Kerstin,
      schau Dir aber noch die Rezensionen von Mona (Tintehain) und Bine (Niliversum) an denn die beiden sind richtig begeistert von dem Buch.
      Nur weil ich es ab dem Mittelteil langatmiger empfunden hab, muss es ja bei Dir nicht so sein 🙂
      Platz 1 auf Amazon kann ich mir gut vorstellen. Ihre Bücher (vor allem die Jugendromane) sind sehr beliebt und wenn ich es nicht, wie viele andere Blogger als Rezensionsexemplar angeboten bekommen hätte, hätte ich auch mit dem Gedanken gespielt, es vorzubestellen.
      Saeculum, Erebos, Layer und Elanus zb. konnten mich richtig begeistern 🙂
      LG Ela

  4. Hi Ela

    Das ist ja wirklich schade, ich fand Ursula Poznanski im Jugendbereich immer sehr stark, ich muss bei dem Buch aber echt sagen, dass ich den Klappentext schon nicht so ansprechend fand, es klingt nach so einer typischen Geschichte über die Suche nach der Wahrheit und dem eigenen Gedächtnis! ;/

    Ich hoffe, dein nächstes Buch wird besser! 😀

    Liebe Grüße
    Jessi

    • Ich mag ihre Jugendromane sehr. Saeculum, Erebos und einige andere haben mich so richtig umgehauen. Echte Pageturner eben.
      Dieses hier hat mich einfach nicht so packen können. Ist aber auch kein Weltuntergang. 😉
      Mein aktuelles ist wieder ein ganz anderes Genre, wer weiß 🙂
      LG Ela

    • Das kann schon mal passieren. Mich haben ja auch viele andere Werke von ihr richtig begeistern können 🙂
      Auch Dir einen schönen Sonntag!
      Liebe Grüße
      Ela

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