Amnesia – Ich muss mich erinnern / Jutta Maria Herrmann


Kurzbeschreibung
Als Helen erfährt, dass Sie Krebs im Endstadium hat, will sie sich endlich mit ihrer Mutter aussöhnen, zu der sie kein gutes Verhältnis hat.
Kurzentschlossen fährt sie in ihre Heimat und stellt schockiert fest, dass ihrer schwangere Schwester von ihrem Mann Leon misshandelt wird.
Helen kann ihre Wut nur unschwer unterdrücken und würde ihn am liebsten umbringen, da sie ja eh nichts mehr zu verlieren hat.
Am nächsten Morgen ist Leon tot und Helen kann sich an nichts mehr erinnern.

Meinung
Jutta Maria Herrmann beschreibt in ihrem Psychothriller die Geschichte einer Frau, die nachdem sie von ihrer Krankheit erfährt, scheinbar nichts mehr zu verlieren hat.
Dabei hat sie sich längst in einem Strudel voller Emotionen, Medikamenten und Erinnerungslücken verloren, die dafür sorgen, dass selbst der Leser manchmal nicht mehr weiß, wohin ihn diese Geschichte führt.
Geheimnisvolle Anspielungen, verschiedene Fährten und überraschende Wendungen, sorgen immer wieder für Verwirrung, sodass man eigene Theorien wieder verwirft und alte Fährten wieder aufnimmt.
Dennoch bleibt diese Geschichte sehr ruhig in ihrem Verlauf, plätschert also weitestgehend nur so dahin und so habe ich den Spannungsbogen leider als sehr flach empfunden.
Zum Schluss bietet die Autorin zwar einen recht ereignisreichen Showdown, der mich persönlich jedoch nicht mehr überraschen konnte.

Dabei widmet sich die Autorin sehr intensiv der Psyche ihrer Figuren.
Ihre Charakterzeichnung wirkt recht detailliert und tief ausgearbeitet dennoch scheinen die Figuren alle einem bestimmten Muster zu folgen.
Denn die Personen wirken allesamt unberechenbar, unsympathisch und zumindest am Anfang nicht undurchschaubar, was mir persönlich aber zu viel des Guten war.
Leider wirkte sich dies auch sehr auf die Protagonistin auf.
Ihre Erinnerungslücken sind natürlich Hauptbestandteil der Geschichte aber ihre Reaktionen und Schlussfolgerungen waren mir oft zu konstruiert, übertrieben und unglaubwürdig.

Auch wenn ich immer wieder Schwierigkeiten mit der Geschichte hatte, so lag dies nicht unbedingt am Schreibstil.
Denn dieser ist zwar ungewöhnlich, oftmals sehr detailliert aber dennoch leicht zu lesen.
Er ermöglichte einen raschen Lesefluss und erschien auch bildhaft genug um sich verschiedene Schauplätze vorzustellen.

Fazit
„Amnesia – ich muss mich erinnern“ konnte zwar anfangs mit einem interessanten Einstieg begeistern, verlor aber für mich im weiteren Verlauf für einen Thriller zu sehr an Spannung und Glaubwürdigkeit.
Verwirrende Momente hin oder her, letztendlich war es mir zu viel des Guten, um diese Geschichte als packenden Thriller zu beschreiben.

Weitere Informationen zu diesem Buch
Titel: Amnesia
Autor: Jutta Maria Herrmann
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-51997-4
Seitenzahl: 324
Erschienen am: 01.06.2017

6 Kommentare zu “Amnesia – Ich muss mich erinnern / Jutta Maria Herrmann

  1. Hallo liebe Ela,
    mich hatte damals schon „Hotline“ nicht wirklich vom Hocker gerissen. Auch dieses Buch klingt nicht wirklich nach einem Highlight…
    Liebe Grüße, Heike

    • Hallo Heike,
      ich kannte die vorherigen Bücher von ihr nicht, hab jetzt aber auch kein Verlangen danach sie zu lesen.
      Liebe Grüße
      Ela

  2. Liebe Ela,

    ja, das klingt tatsächlich verhalten… Jetzt bin ich aber umso gespannter, wie mir dieses Buch gefallen wird! Überrascht hat mich der Umfang des Buches, ich hatte eigentlich erwartet, dass es dicker ist. Als ich in der Buchhandlung danach gesucht hatte, musste ich schmunzeln. Da ich für Prints weniger Zeit habe, ist das ja eigentlich nur gut für mich. 😉

    Die Punkte, die du anführst, hatten mich jetzt längere Zeit abgehalten Krimis & Thriller zu lesen, weil mir irgendwann die meisten Bücher dieser Genres zu konstruiert vorgekommen sind. Da ich eigentlich bisher nur überschwängliche Rezis gelesen habe, dachte ich, das wär jetzt wieder genau das richtige Buch. Also, mal sehen, ich werde berichten! 🙂

    GlG und nen guten Wochenstart wünscht
    das monerl

    • Hi Monerl,
      da bin ich mal gespannt wie es dir gefällt. Jeder Leser empfindet ja auch anders.
      Über die geringe Seitenzahl hatte ich mich auch gewundert.
      Liebe Grüße
      Ela

      • Liebe Ela,
        bin durch mim Buch und hab´s auch rezensiert. Kann deine Punkte jetzt absolut nachvollziehen, denn es ging mir (leider) wie dir. Die Autorin hat einen wirklich tollen Schreibstil, aber bei diesem Thriller fehlte mir ganz eindeutig der Nervenkitzel. Jetzt weiß ich auch wieder, wer mich so heiß aufs Buch gemacht hat, dass ich es mir sofort kaufen musste! Das war Anja (Nisnis). Hast du ihre Rezi zum Buch gelesen? Die ist so genial! Aber leider unterschreibe ich jetzt nach dem Lesen eher deine als Anjas Meinung…
        Liebe Grüße,
        monerl

        • Hi Monerl,
          ich schau auf jeden Fall noch bei dir rein. Durch den verletzten Finger und der Woche mit der Gipsschiene war ich noch nicht so viel auf anderen Blogs.
          Der Thrill fehlte mir sehr, eigentlich schade.
          Ich glaub Ninis Rezi hab ich auch noch nicht gelesen, versuche gerade auch, meine eigenen Rezensionen aus der Warteschleife abzubauen.
          Schaue also auch dort noch mal vorbei, denn ich weiß gar nicht ob ich sie gelesen hatte.
          LG Ela

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