Als die Welt zum Stillstand kam / Gabi Neumayer

Kurzbeschreibung
Es ist das Jahr 2036.
Die Menschheit kann mit Hilfe eines sogenannten Tornetzes von Ort zu Ort beamen.
Als aber plötzlich das Netz versagt, fallen auch Strom und Wasser aus.
Hunger und Krankheit brechen aus, es herrscht Gewalt.
Auch die Freunde Alex, Celie und Bernie kämpfen um ihr Überleben und müssen sich finden.
Denn wer weiß, vielleicht hängt der Tod von Celies Mutter mit dem Zusammenbruch des Tornetzes zusammen.

Meinung
Sehr oft stellen wir uns vor, wie es wäre, wenn wir von einem Ort zum anderen beamen könnten.
Was zunächst wie ein Traum klingt, entwickelt sich in diesem Jugendroman zu einem Albtraum.
Denn an diesen Portalen hängt auch die Wasser- und Stromversorgung und noch vieles mehr.
Die gesamte Infrastruktur scheint vom Tornetz abhängig geworden zu sein und man kann ziemlich schnell feststellen, dass die Menschheit scheinbar längst vergessen hat, wie es ohne diese Portale einst war.
So begleitet der Leser mit drei verschiedenen Erzählsträngen die Protagonisten Celie, Alex und Bernie, die sich jeweils auf die Suche nach den anderen machen.
Zusätzlich zu diesen Erzählsträngen gibt es noch Tagebucheinträge aus dem Jahr 2021 und einen weiteren Erzählstrang einer zunächst unbekannten Person.
Die Handlung ist spannend beschrieben und bietet mehrere Handlungsorte. Es breitet sich von Seite zu Seite eine beklemmende Atmosphäre aus, da das Szenario aus Gewalt, Hunger und Krankheit sehr glaubhaft beschrieben ist.
Doch wie sollte es in Gruppenansammlungen sein, machen sich auch hier Macht und Intrigen breit und erhöhen damit den Spannungsfaktor.
Das Ende fand ich sehr gelungen und zum Schluss gibt es noch eine aufschlussreiche Anmerkung der Autorin, über ihre Recherche und den Aufbau ihres Romans.

Eine Geschichte steht und fällt oft mit der Beschreibung der Charaktere.
In diesem Fall konnte ich begeistert feststellen, dass die Charakterbeschreibung mit allen Personen sehr gut gelungen ist.
Alle drei Protagonisten waren mir äußerst sympathisch, obwohl sie völlig unterschiedlich sind.
Doch vor allem Bernie habe ich ziemlich schnell in mein Leserherz geschlossen.
Auch die ganzen Nebenfiguren wirken authentisch und beleben diese Geschichte.

Damit beweist sich der durchaus interessante und fesselnde Schreibstil der Autorin.
Nicht nur der Einstieg in diese Handlung gelingt spielend leicht, auch der weitere Verlauf lässt sich leicht lesen und ermöglicht ein zügiges Lesetempo.
Der zunächst moderne Alltag sowie die Handlungsorte sind sehr bildhaft und detailliert beschrieben, ohne sich dabei zu sehr in Details zu verlieren.
Nur die Umgangssprache (der Slang) störte mich ein klein wenig, da sie mir zu oft vorkam und auf mich etwas unpassend wirkte.
Bestimmte Ausdrücke werden mit Fußnoten zwar erklärt aber ich konnte mich einfach nicht dran gewöhnen.
Auf mich wirkte diese Ausdrucksweise etwas zu aufgesetzt aber man sollte auch nicht vergessen, dass es sich um einen Jugendroman handelt und es somit vielleicht wieder passen könnte.

Fazit
„Als die Welt zum Stillstand kam“ hat mir sehr gut gefallen und kann somit nicht nur jugendliche Leser begeistern.
Die Geschichte regt zum Nachdenken an und zeigt, wie abhängig wir uns mit dem Fortschritt der Technik machen können, auch wenn sie nützlich erscheint.

Weitere Informationen zu diesem Buch
Titel: Als die Welt zum Stillstand kam
Autor: Gabi Neumayer
Verlag: Gulliver
ISBN: 978-3-407-74460-9
Erschienen am: 03.03.2014
Seitenzahl: 448

4 Kommentare zu “Als die Welt zum Stillstand kam / Gabi Neumayer

  1. Guten Morgen,
    da hast du aber ein reizvolles Buch vorgestellt und mich jetzt voll erwischt.
    Dystopisch und mit schönen Charakterzeichnungen mag ich ja.
    Das muss ich mit mal anschauen gehen. Gerade diese Abhängigkeit von Technik und Co und was passiert wenn mal etwas nicht mehr funktioniert ist immer sehr spannend und wahrscheinlich viel Realität dabei.
    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Hey Kerstin,
      das freut mich 🙂
      Mir hat es echt gut gefallen, war mal etwas anderes im Jugendromanbereich. 🙂
      Ich konnte mir so richtig gut vorstellen, wie dieses Tornetz funktioniert.
      Liebe Grüße
      Ela

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