All die verdammt perfekten Tage / Jennifer Niven

hörbuchrezik
Titel: All die verdammt perfekten Tage
Autor: Jennifer Niven
Sprecher: Annina Braunmiller-Jest, Patrick Mölleken
Verlag: Randomhouse audio
ISBN: 978-3-8371-3144-4
Meine Gesamtwertung: 4/5 Sterne
Meine Meinung:
Kurzbeschreibung
„Ist heute ein guter Tag zum Sterben?“ fragt sich Finch der sechs Stockwerke überm Abgrund steht. Plötzlich bemerkt er, dass er nicht allein auf dem Glockenturm ist. Auch Violett scheint sich diese Frage zu stellen.
So beginnt für die beiden eine Reise, in der sie viele wunderschöne und auch traurige Dinge erleben. Und während Violett Stück für Stück wieder auflebt, scheint Finchs Leben ganz allmählich zu verblassen.

Eindruck
Jennifer Niven erzählt die tragische Geschichte von zwei Jugendlichen, die beide verzweifelt sind und sich nach dem Sinn des Lebens fragen.
Violett steckt mitten in der Trauerphase, aus der sie allein nicht mehr rauszufinden scheint, Finch dagegen wird beherrscht von Ängsten und Depressionen.
Als beide gemeinsam für ein Schulprojekt arbeiten, scheinen sie sich Kraft zu geben und die Welt für sich zu entdecken.
Die Handlung empfand ich aufgrund der ernsten Thematik als sehr tragisch und größtenteils auch berührend.
Größtenteils deswegen, weil es auch viele Situationen und Reaktionen gab, die ich persönlich, nicht ganz nachempfinden konnte. Hier vermisste ich auch Hintergrundinformationen gerade in Bezug auf Finchs und die Reaktion seiner Familie.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven von Violett und Finch erzählt.
Beide sind gleichermaßen berührend und interessant, wobei ich bei Finchs Sichtweise je nach Handlung etwas Mühe hatte, seinen Gedanken folgen zu können.

Figuren
Finch und Violett sind ausreichend beschrieben und wirken soweit authentisch.
Mit Violett konnte ich sofort sympathisieren, bei Finch brauchte es ein Weilchen.
Jedoch fand ich die Nebenfiguren (Mitschüler, Finchs Eltern usw.) als irritierend oder fast schon zu blass und konnte einige Handlungen, vor allem zu Schluss hin, nicht nachvollziehen.

Sprecher
Annina Braunmiller- Jest übernimmt Violetts Erzählstrang, Patrick Mölleken den von Finch. Beiden Sprechern gelingt es mit ihren jugendlich wirkenden Stimmen, die Figuren glaubwürdig darzustellen und auch ihre Emotionen glaubhaft zu übertragen.

Spieldauer
Mit ca. 8 Stunden und 25 Minuten handelt es sich um eine gekürzte Lesung. Ich empfand die Länge als völlig ausreichend und glaube auch nicht, dass die offenen Fragen die ich hatte, etwas mit den gekürzten Stellen zu tun hatten.

Fazit
„All die verdammt perfekten Tage“ ist eine tragische und jugendliche Geschichte, die den Leser berühren und in seinen Bann ziehen kann.
Sie ließ mich aufgrund der Handlung noch längere Zeit nachdenklich zurück und obwohl diese Geschichte mich in ihren Bann ziehen konnte, fehlte mir in manchen Situationen etwas Hintergrund.So konnte mich auch der Ausgang der Geschichte nur bedingt und ausschließlich im Bezug auf Violett, berühren.
© Michaela Gutowsky

4 Kommentare zu “All die verdammt perfekten Tage / Jennifer Niven

  1. Liebe Ela,
    ich mag auch gerne viele Hintergrundinfos, um die Charaktere zu verstehen und manche Handlung nachvollziehen zu können. Klingt nicht so verdammt perfekt 😉
    LLG Heike

    • Ich bin ja an sich auch sehr „nah am Wasser gebaut“ aber hier blieb es leider aus.
      Dennoch war die Geschichte auch berührend und hörenswert 🙂
      LG Ela

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